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World War Z

: Brad Pitt, Mireille Enos, Daniella Kertesz, Pierfrancesco Favino, Peter Capaldi, Moritz Bleibtreu, Fana Mokoena, Sterling Jerins, Abigail Hargrove, u.a.
: Marc Forster
: Matthew Michael Carnahan, Drew Goddard, Damon Lindelof, J. Michael Straczynski
: 110 min
: 16
: 27. Juni 2013
: USA, Malta
: Romanvorlage: Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot von Max Brooks
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7.0
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5.0

World War Z

World_War_Z_Poster_3_24_13Montag. Ob das ein guter Tag ist um ins Kino zu gehen? Das ist mir egal, World War Z ist ein Film, den ich unbedingt sehen will. Und auch wenn das unliebsame 3-D unvermeidbar ist, besuche ich das Kino meines Vertrauens.
Ich habe versucht so wenig wie möglich über den Inhalt zu erfahren um so unvoreingenommen wie möglich in den Film zu gehen und das ist mir auch gelungen. Einzig die öffentlichen Bilder von sich stapelnden Zombies vor einer gigantischen Mauer –  da kam ich natürlich nicht drum herum.

Worum genau geht es also?
Gerry Lane (Brad Pitt) und seine Familie leben ein ruhiges Leben im Herzen New Yorks und  werden von der Zombieapokalypse regelrecht überrascht. Und von einer Apokalypse kann man hier wirklich reden. Kaum 10 Minuten nach Start des Films rennen ganze Horden von untoten Sprintern durch die Straßen New Yorks, inklusive einer Massenkarambolage und Nahaufnahme der Wandlung in einen Zombie. Hier wird nicht lange gefackelt, wir haben ja keine Zeit! Gerry und seine Familie, bestehend aus Ehefrau Karin (Mireille Enos – Gangster Squad) und seinen beiden Töchtern (Abigail Hargrove und Sterling Jerins – The Conjuring) können sich durch die Stadt kämpfen und suchen Unterschlupf in einem Apartmentblock. Auch hier bleiben sie nicht lange, denn die Zombies sind wirklich überall. Die Familie wird auf einen Frachter der UN geflogen, für welche Gerry lange gearbeitet hatte, und die nun seine Hilfe benötigen. Mit Hilfe eines jungen Doktors soll er nach Korea reisen um dort dem Ursprung des Virus – und dass es sich um einen Virus handelt, da sind sie sich einig – auf den Grund zu gehen.
Was nun beginnt ist eine Odyssee quer über die Welt. Von Südkorea nach Jerusalem, das sich hinter riesigen Mauern verschanzt hat: Genau, es handelt sich um diese berüchtigte, riesige Mauer von den Bildern. Und schließlich dann nach Schottland zum W.H.O. Zentrum (World Health Organisation) um ein Heilmittel, zumindest aber Antworten, zu bekommen und die Menschheit zu retten. Und das ist ja bekanntlich keine leichte Aufgabe.

Nach den ersten paar Minuten ging es bereits abrupt ans Eingemachte. Die ersten Zombies, auf die wir in anderen Filmen des Genres manchmal lange warten können, tauchten (zu) schnell auf. Und schnell ist hier auch gleich ein gutes Wort um genannte Zombies zu beschreiben. Denn sie sind in World War Z vor allem eines: Schnell! Und viel! Während in Serien wie The Walking Dead auch gerne ein einzelner Untoter die Hauptakteure in Angst und Schrecken versetzen, treten sie in diesem Film in riesigen Massen auf, die wie eine Flut durch die Straßen rast und alles mit sich reißt. Kaum lassen sich die einzelnen Leiber voneinander unterscheiden, nur eine Masse an beißenden Kiefern verfolgt die Lebenden. World-War-Z
Ich bin beeindruckt. Habe ich so noch nicht gesehen und der Einfall gefällt mir. Gut, schnell waren sie auch in 28 days/weeks later, aber die Anzahl ist mir neu.
Der zu rasche Start ist also vergessen. Es folgt ein intensiver Plot mit erschütternden Bildern. Nicht nur die tödliche Bedrohung, auch die menschlichen Abgründe spielen hier eine Rolle: Vergewaltigung, Mord, Plünderung und Abschiebung.
Auch über die schauspielerische Leistung kann man nicht meckern. Brad Pitt spielt solide. Dass er nicht nur der typische Hollywoodschönling ist, hat er ja in Meisterwerken wie 12 Monkeys oder Fight Club bewiesen und auch den liebenden Familienvater, der sich auf die Queste begibt die Welt zu retten, nimmt man ihm ab. Auch die Nebenrollen sind stark besetzt und so freute ich mich David Morse (The green mile) oder den deutschen Schauspieler Moritz Bleibtreu (Das Experiment) in kleinen Rollen entdecken zu dürfen.

brad-pitt-world-war-zDas 3-D ist übrigens auch nicht ganz verschwendet. Wir bekommen rennende Zombies, fliegende Flugzeugteile und Staub um die Ohren gehauen und der Film wartet mit manch einem Schockmoment auf. Nerven könnte den einen oder anderen allerdings die teils recht ruckelige Kamerahandhabe.

Wer sich auf eine blutige Schlacht, ein paar Gedärme oder wenigstens Enthauptungen gefreut hat, der wird hier enttäuscht werden. World War Z ist leider nicht umsonst mit FSK 16 versehen worden. Nicht einmal die Schüsse oder die Entfernung einer Hand, geschweige denn die getöteten Zombies bekommen wir zu Gesicht. Ungewöhnlich eigentlich für einen Zombiefilm. Aber das ist World War Z: In seiner sauberen Hollywoodart macht er eigentlich alles richtig. Spannend, mit eindrucksvollen Bildern und einer netten Story. Für den Liebhaber des Genres nur vielleicht nicht ganz geeignet.

Persönliches Highlight: Die ungewollten oder auch gewollten Szenen die mich zum lachten brachten. Die unbedachte Ehefrau zum Beispiel, die Gerrys Handy klingeln lässt, als er sich eigentlich durch eine Gruppe von Zombies schleichen wollte oder die unkontrollierten Zuckungen eben dieser. Verhalten tun diese sich nämlich eigentlich schon witzig: Ein bisschen wie ein schnappender Hai, der einen Anfall bekommt.

Übrigens: World War Z beruht auf dem Roman Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot (Im Original: World War Z. An oral history of the zombie war) von Max Brooks, dem Nachfolger zum Zombie Survival Guide. Das Drehbuch allerdings richtet sich nur locker nach der Vorlage, Brad Pitts Charakter zum Beispiel, wurde komplett für den Film erfunden. Ob man dem Drehbuchautor Matthew Michael Carnahan dafür danken soll: Die Leser des Romans dürfen das ganz für sich entscheiden.


World War Z, 5.0 out of 10 based on 15 ratings

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Geschrieben von Rinn Gomory | Reviews (Filme)

13 Kommentare

  1. Bliblabline
    03 Jul 2013, 12:19 pm

    Wow! sehr guter Artikel, bin durch Zufall auf die Seite gestoßen und hatte auch schon überlegt mir den Film anzusehen, jetzt ist es ein muss!

  2. Colemarie
    03 Jul 2013, 6:00 pm

    Muss sagen leider einer der Filme, der im Trailer die guten Szenen verprasst. Mir war das Ende letztlich zu apruppt muss ich sagen und “gruselig” waren die “Zombies” auch nicht unbedingt, durch die grandiose Kameraführung fällt es ja zumindest in den rasanten Szenen schwer, die genau zu erkennen ^^ Wird halt viel auf Hektik gesetzt.
    Dennoch eine interessante Zombieneudefinierung in gewisser Hinsicht die man gesehen haben sollte.

  3. MrAnderson
    03 Jul 2013, 11:08 pm

    Ich kann die Kritik überhaupt nicht verstehen. Die Massenszenen wurden alle schon in den Trailern verramscht. Die Zombies kommen in den ersten zwei Dritteln überhaupt nicht als solche zur Geltung, sondern könnten auch Infizierte aus 28 Days later sein. Kommen die Zombies dann doch mal kurz ins Bild, dann nur in schnellen Schnitten und Wackelbildern. Echt jetzt? Die Kameraführung findet der Kritiker “GRANDIOS” Ich lach mich weg. Mit seiner “grandiosen” Kameraführung hat der Regisseur schon den vorletzten Bond “Ein Quantum Trost” gründlich versaut und zu DEM schlechtesten Bondfilm aller Zeiten gemacht! Was ich mich auch frage: Warum ist der Film ab 16? Der hätte auch locker ab 12 Jahren freigegeben werden können. In USA ist er ab 13! Es war von vornherein schon eine Schwachsinnsidee einen familienfreundlichen Zombiefilm zu drehen! Kinder brauchen keine Zombies! Und das schlimmste, der weichgespülte “Actionfilm” ist auch noch erfolgreich genug, dass man schon jetzt eine weitere zahnlose Zombievariante angekündigt hat! Mal ganz nebenbei, die neueste Fähigkeit der Zombies ist ja wohl das absolut LÄCHERLICHSTE was man sich je in dem Genre ausgedacht hat! Ich sage nur: Krankheit!

    Fazit: Weichgespültes, Zahnloses Zombiefilmchen ohne jeglichen Erinnerungswert.

  4. Johnny
    04 Jul 2013, 6:26 am

    support,mr anderson! was zum teufel war aber deiner meinung nach an den zombies in 28 days later bzw. dem film selbst auszusetzen??

  5. Andy
    04 Jul 2013, 7:02 am

    also ich muss sagen das ich auch eher ein freund der zombies von the walking dead , resident evil oder dawn of the dead bin aber da bei world war z nicht viel wert aufs zerfleischen von körpern wert gelegt wurde störte mich garnicht , ich fand es eher erfrischend , selbst meine frau sagte zu mir das sie schon lange nicht mehr so einen guten film gesehen hat , kritiker hin oder her die geschmäcker sind verschieden , würde ich jedesmal auf diese sogenanten kritiker hörer dann wäre ich mir titanic anschauen gegenagen oder life of pi weil die ja ach so grandios sind und ein feuerwerk der gefühle auslösen und so toll gespielt sind . ich hab mir meine eigene meinung gemacht und fand world war z als einen seit langer zeit gesehenen richtig guten filme

  6. Lisa
    04 Jul 2013, 7:09 pm

    Wo hab ich denn geschrieben, dass die Kameraführung “grandios” ist, Mr Anderson?
    Im Gegenteil, ich habe sie als “ziemlich wackelig” beschrieben!

    Wie gesagt, für den Liebhaber des Genres: No way. Flimtechnisch gesehen? Geht schlechter!

  7. Johnny
    04 Jul 2013, 7:24 pm

    trotz aller comments zum film sollte trotzdem erwähnt, dass kollegin lisa n gutes review gelungen ist!

  8. JasonBlood
    05 Jul 2013, 1:13 am

    Ich finde es ist ein guter solider Hollywoodstreifen geworden, Solide Story, spannen gut gemacht.
    Einer der besseren Filme des Jahres aus Hollywood

  9. Wütse
    05 Jul 2013, 12:01 pm

    Gutes Review erstmal.
    Zum Film: Ist halt kein Meisterwerk, macht aber schon Spaß mit nen paar Freunden sich den anzusehen, auch wenn es mehrere Kritikpunkte gibt, die jedoch größtenteils schon genannt wurden.
    Ich habe allerdings gehört, dass World War Z eine Trilogie werden wird.
    Genug Story ist ja auch da und ich wäre auch auf mehr Besuche in anderen Ländern gespannt, denn dass Buch ist doch sehr fantasievoll was das angeht.
    Vielleicht erhöhen sie dann auch den Gewaltgrad.
    Wir werden sehn.

  10. Dandrius
    07 Jul 2013, 3:39 pm

    Ähm…kann die Kritik nicht nachvollziehen. Habe mir den Film mit Freunden “angetan” und musten nur noch lachen. Weder Horror, noch Schock oder gar Angst um die Charaktäre kam auf. Am Ende war es sogar gut, dass der Film so unterirdisch war, sonst hätten wir uns über das gezahlte Geld geärgert.
    Keine Ahnung wer an diesem Film was finden kann. Und die schauspielerische Leistung? Für was? Der Plot braucht werde große Dialoge noch gefühle, da er so offensichtlich ist. Hin und wieder haben wir auch arg die Stirn gerunzelt, was wohl an gewissen neben Bildern oder Aussagen lag. Sorry der Film war für uns der schlechteste dieses Jahres…und Herr Pit…tut mir leid, mich konnte er nicht überzeugen.

  11. rain
    08 Jul 2013, 9:52 am

    ein paar sachen…

    1 – gutes review
    2 – die wackelkamera soll in intensiven, gefährlichen momenten den zuschauer besser in die situation holen – das geht in 90% aller fälle derbe schief, in “WWZ” hat es gepasst und einige szenen sehr konstruktiv untermalt, vor allem zu beginn…die generelle ablehnung dieser kameraarbeit finde ich albern und unsinnig!
    3 – mich hat die weichspülung (um die unglaublichen kosten von alles in allem 400 millionen dollar wieder reinzubekommen wird die zielgruppe breiter gestreut) auch gestört., es sei aber allen gesagt die den film dennoch gut fanden, der unrated-cut auf blu ray soll sehr viel blutiger werden!
    4 – die neo-zombies sind mir persönlich auch lieber, nachdem bei “the walking dead” die schnarch-nasen-zombies mittlerweile schon im vorbeigehen quasi “im schlaf” gekillt werden…28 days later und co haben gezeigt, das diese zombie-version durchaus mehr spannung bringen kann, wenn man überhaupt noch von zombies reden mag, hat das ja mit der eigentlichen bedeutung nicht mehr viel zu tun (aber das ist eine andere baustelle) – das letztlich aufgrund des ratings deren make-up widerum im vergleich zu “the walking dead” eher schwach ist, gleicht dann wieder die menge aus – so ist das nunmal wenn die menschen auf der ganzen welt zombies werden und das gezeigt werden muss, und nicht nur in einer stadt, einem dorf

    alles in allem will der streifen nichts anderes sein als ein anspruchsloser sommer-blockbuster, der unterhalten will…da geht es nicht um schauspielerische tiefe oder große charakterdramen – in diesem kontext ist der streifen sicherlich mit abstand einer der besten im filmjahr 2013!

    die fortsetzung wird übrigens kommen, ob es zur trilogie reichen wird, muss man abwarten…

  12. Dyros
    08 Sep 2013, 9:29 pm

    Nach Twilight mitVampieren und Werwölfen wird nun auch (nich zum erstenmal) das Zombiegenre für die Masse aufbereitet. Siehe resident evil und Co. Wo früher Leute, die nichts von Horrorfilmen hielten die Hände über den Kopf schlugen sind es nun jene Leute die sich über darüber freuen welch Harte Filme sie jetzt angucken und alle andere die schon lange im Geschäft sind können nur noch über den Mainstream heulen.

    3/10

  13. Lyri
    15 Dez 2013, 8:10 pm

    Das Review ist tiptop, der Film leider Schrott.
    Es gibt lichte Momente, wo man denkt “Juhu, endlich passiert mal was!”;
    da ist’s dann auch schon wieder vorbei und es passiert hektisch nichts.
    Die Idee ist alt und für den Mainstream hollywoodmäßig aufgekocht.
    In ner kleinen Runde, in der auch Nichthorrorfans dabei sind, kann man sich den Film schon mal anschauen. Aber in aller Regel ist dann zu erwarten, dass die gesamte Party
    nach dem Film aufsteht und die Köpfe gegen irgendwas hartes schlagen wollen,
    wegen der Auflösung, wie die Leute der Zombieplage Herr werden.
    Das tut echt schon weh…

    Ich für meinen Teil bin froh nicht Geld für’s Kino rausgehauen zu haben und werde die Filmscheibe irgendwem schenken, den ich nicht leiden kann 😛

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