Buch-Review: Verkommen von Bryan Smith

Eigentlich wollte Jessica nur einen günstigen Gebrauchtwagen kaufen, doch stattdessen wird sie von seinem Besitzer, Hoke, vergewaltigt.  Dem Rachedurst verfallen, entführt sie ihn mitten in die Wildnis und will nur noch eines: seinen Tod. Doch bevor sie zum Zug kommt, sind die beiden plötzlich von einer Gruppe Albtraumwesen umzingelt. Ein Teil dieser widerlichen Männer nimmt Hoke mit sich, der andere jagt Jessica durch den Wald. Hoke lernt so den seltsamen Garnen kennen, der behauptet, eine dieser mutierten Familien verflucht zu haben. Jessica allerdings kann fürs Erste entkommen. Nun ist sie auf der Suche nach Hilfe, doch von den Einwohnern von Hopkins Bend kann sie das nicht erwarten. Sie sind eine inzüchtige Gemeinschaft und nur auf der Suche nach einem neuen „Festtagsschmaus“ und versuchen mit allen Mitteln ihr dunkles Geheimnis zu hüten. Das findet auch ein junges Pärchen heraus, als sie auf ihrer Durchreise gefangen werden. Sie alle kommen den perversen Spielen dieser schrecklich aussehenden Menschen gerade recht und müssen mehr Leid ertragen, als sie sich je hätten vorstellen können.

VERKOMMEN ist der erste Roman vom sogenannten „Slasher-König“ Bryan Smith der ins Deutsche übersetzt wurde. In den USA genießt er längst Kultstatus und nun dürfen auch wir uns von seinem Können überzeugen. Er schreibt mit einer solchen Kraft, die einem nahezu ins Gesicht schlägt. Dabei geht er manchmal so genau ins Detail, dass beim Lesen ein regelrechter Film im Kopf entsteht. Er scheint nichts zu vergessen. Keine einzelne Bewegung, keine Mimik und vor allem keine Gefühle. Und so geht man, wohl hauptsächlich als weiblicher Leser, gerne mit Jessica auf ihren Rachefeldzug, fiebert mit und wünscht ihren Peinigern die härteste Strafe.

Smith bevorzugt hier den minimalistischen Schreibstil und hält sich nicht mit langweiligen, ellenlangen Beschreibung der Landschaft oder sonstigen unwichtigen Sachen, auf. Er kommt relativ schnell zur Sache. Allerdings sind die wirklichen harten Sexszenen in diesem Roman wohl nicht jedermanns Geschmack und die perversen Handlungen zu viel für manches Gemüt. So finden hier wohl nur hartgesottene Gerne-Fans ein wahres Lesevergnügen.

Des Weiteren macht Bryan Smith auch einen kurzen Ausflug in die Welt des Übernatürlichen mit seiner Figur Garner. Für mich persönlich eine gelungene Abwechslung der ganzen Mord- und Sextiraden, doch nicht wirklich nötig für ein solches Buch.

Wäre das Buch ein Film würde es wohl in die Kategorie Slasher oder Torture-Porn fallen und das sollte so mancher Käufer erst mal gründlich bedenken.

7 von 10 Sternen

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Geschrieben von Corinna | Reviews (Literatur)

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