Vamperifica (1)

Vamperifica (2011)

Darsteller: Martin Yurkovic, Dreama Walker, Creighton James
Regie: Bruce Ornstein
Drehbuch: Bruce Ornstein, Martin Yurkovic
Länge: 100 min
FSK: ab 18
Veröffentlichung: 07.08.2012 (DVD+BD)
Verleih/Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Land: USA
Unsere Wertung
2.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
3 votes
2.0

45 Jahre nach TANZ DER VAMPIRE und wenige Monate nach Edward Cullen ist es völlig legitim mal wieder einen schwulen Vampir ins Rennen zu schicken. Dieser hier hört auf den Namen Carmen und ist die Reinkarnation des großen Vampirkönigs Raven. Dummerweise weiß Carmen nichts vom eigenen Vorleben, sondern tappt als Außenseiter und Möchtegern-Schauspieler, dessen Hobbies Shopping und Maniküre sind, durchs Leben.
Als sich seine ehemaligen Mitstreiter seiner annehmen und ihn wieder zum Vampir machen, ändert sich der junge Mann. Doch er muss sich zwischen seinen Freunden und dem Leben als Vampir entscheiden.
Carmen-Darsteller Martin Yurkovic lieferte die Story zu VAMPERIFICA und ließ sich gleich auch auf die Hauptrolle festnageln. Dass seine Rolle des talentlosen Schauspielers autobiografisch ist, lässt sich in seinem Fall nicht bestätigen. Yurkovic gibt den glatzköpfigen Androgynen als optische Mischung aus Nosferatu und Boy George, was allerdings auch der einzige (kleine) Höhepunkt des Films ist.

Zunächst weiß VAMPERIFICA nicht recht, ob er die Komödie sein möchte, die man beim Anblick des Covers erwartet, oder doch lieber ernstzunehmender Horrorfilm, bei dem ziemlich blutig zu Werke gegangen wird und man beiläufig sogar das schwere Thema Vergewaltigung unterbringt (schnell aber wieder vergisst). Gegen die Komödienvariante spricht der fast gänzlich fehlende Humor, der bestenfalls unfreiwillig auftritt, wenn Carmen z.B. plötzlich eine deplatzierte Sing- und Tanz-Einlage hin schmettert, auf die die Kids von HIGHSCHOOL-MUSICAL stolz wären.

Ansonsten hat Carmen die üblichen Freuden und Sorgen, die schon zahlreiche Neu-Vampire vor ihm hatten. Hier neue Talente und Kräfte, dort kehren einem die alten Kumpels den Rücken und die Anhänger von früher glauben auch noch, dass man ihnen was schuldet. Das alles wird uninspiriert und spannungslos vorgetragen, so dass man als Zuschauer auch rasch den Bezug zu den Figuren verliert.
Dass auch technisch vieles im Argen liegt, bereichert nur die lange Liste der Kritikpunkte. Manchmal scheint die Kamera nicht dort zu stehen, wo sie hingehört, mancher Schnitt ist unpräzise, viele Effekte wurden in der Mittagspause am C-64 erzeugt und der Gesamtlook lässt eher auf Vorabendsoap denn auf Spielfilm schließen.
Auch der Ton lässt zu wünschen übrig; die Synchronisation klingt dünn und selbst in ruhigen Momenten ist ein Rauschen zu hören.
Dass auf dem Cover einige Accessoires auftauchen, die auf dem Bildschirm nie erscheinen, passt da ebenso ins Bild wie eine völlig fehlerhafte Inhaltsangabe, mit der der Verfasser nicht nur klarstellt, dass er den Film offenbar nicht gesehen hat, sondern auch darauf verweist, dass VAMPERIFICA angeblich auf dem gleichnamigen Buch basiert, das seltsamerweise aber weltweit nicht käuflich zu erwerben ist.

Fazit: In allen Belangen unterdurchschnittlich.

Vamperifica (2011), 2.0 out of 10 based on 3 ratings

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Geschrieben von Mick | 20 Aug 2012 | Reviews (Filme)

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