Urban Explorer

Urban Explorer (2011)

Darsteller: Nathalie Kelley, Nick Eversman, Klaus Stiglmeier
Regie: Andy Fetscher
Drehbuch: Martin Thau
Länge: ca. 87 min.
FSK: ab 18
Veröffentlichung: 15.02. 2012 (DVD+BD Verleih) 09.03.2012 (DVD+BD Verkauf)
Verleih/Vertrieb: Universum Film GmbH
Land: Deutschland
Unsere Wertung
7.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
12 votes
6.6

Es ist noch keine 4 Wochen her, als ich einem befreundeten Amerikaner erklärte, dass die deutsche Horrorfilmindustrie nicht unbedingt das Nonplusultra darstellt.
Nun macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, aber wenn man VIVA BERLIN! oder den hier vorliegenden URBAN EXPLORER ansieht, sieht es zumindest nach Frühling aus.

Vier abenteuerlustige Leute aus aller Welt wollen mit einem Guide in die Katakomben unter Berlin steigen. Ihr Ziel ist ein versiegelter Nazibunker weit unter der Erde, in dem es besondere Wandgemälde geben soll. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass die labyrinthartige Unterwelt nicht so verlassen ist, wie man denken könnte, richtig gefährlich wird es jedoch als einer der Urban Explorer in die Tiefe stürzt.

Schaut man sich den Film an, kommen einem bald zwei ähnlich gelagerte Werke in den Sinn. Einer ist der mäßige CREEP mit Franka Potente, der zweite der grandiose THE DESCENT. In unserem Interview mit Regisseur Andy Fetscher, brachte der genau diese Filme selbst ins Gespräch, versprach aber auch, dass uns mit URBAN EXPLORER etwas anderes erwartet.
Zumindest lässt sich bestätigen, dass URBAN EXPLORER bei allen sich aufdrängenden Parallelen nicht den Eindruck erweckt, als wolle er irgendwo abkupfern und das liegt nicht zuletzt an den Kulissen.

Dass sich unter Berlin tatsächlich ein weitverzweigtes Netz an Schächten, Kanälen, Tunneln und Bunkern befindet, die man zumindest teilweise legal besichtigen kann, mag nicht jedem außerhalb der Hauptstadt bekannt sein, gab den Filmemachern aber die Chance eine (deutsche) Eigenheit in Szene zu setzen. Dadurch wirken die Schauplätze nicht nur optisch authentisch sondern fügen sich auch perfekt in die Geschichte ein.

Ungewöhnlich ist, dass man 3/4 des Films untertitelt bekommt (oder des englischen mächtig sein sollte). Nun kann man darüber streiten ob das zuschauerfreundlich ist, da die Protagonisten aus verschiedenen Ländern stammen, ist es aber zumindest logisch und wird gegen Ende hin Bestandteil der Handlung.

Einen Innovationspreis wird URBAN EXPLORER vermutlich trotzdem nicht gewinnen, dafür glänzt der Film mit einer sauberen Inszenierung. Werden einerseits gewisse Erwartungen erfüllt, wird an anderer Stelle damit gespielt. Mal setzt man auf Spannung, mal auf rohe Gewalt. Letztere wird mitunter an aller Deutlichkeit gezeigt, an anderer Stelle gerade soweit umschrieben, dass die Fantasie des Betrachters etwas zu tun hat.
Auch Bild und Ton sorgen dafür, dass der Zuschauer Abwechslung erfährt. Während eine permanente aber wechselnde Geräuschkulisse der Unterwelt herrscht, sorgen schnelle Schnitte für Bewegung.

Fazit: Urban Explorer mag kein Ausnahmefilm wie THE DESCENT sein, bietet aber spannende anderthalb Stunden und muss sich weder national noch international verstecken.
Alleine die letzte Einstellung des Streifens hat etwas so absurdes, dass sie zur What-the-Fuck-Szene des Jahres werden könnte.

PS: Apropos absurd: Schaut euch unbedingt das kurze augenzwinkernde Making Of auf der DVD an…

 

 

 

 

Urban Explorer (2011), 6.6 out of 10 based on 12 ratings

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Geschrieben von Mick | 08 Mrz 2012 | Reviews (Filme)

4 Kommentare

  1. Turmold
    09 Mrz 2012, 4:20 am

    wow :D war besser als erwartet ;) lohnt sich auf jedenfall ;)

  2. jupp
    10 Mrz 2012, 6:59 am

    Mit der schlechteste Film des Jahres bisher. Langweilig ohne Ende, da ist CREEP 3x spannender gewesen. Und besser. Lieber die thematisch ähnlichen THE TUNNEL oder UNDERGROUND schauen.

  3. Scharly
    22 Mrz 2012, 2:38 am

    Liebe Admis^^ihr könnt doch nicht den drecks B-MOVIE-Streifen mit CREEP und The DESCENT vergleichen……10x besser und nicht son lowbudget abklatsch.Schon das der dreck ein Deutschen schauspieler hat und der 3/4 film ist englisch ja,also ne ik will die scheisse nicht lesen oder och noch im kopf übersetzen.Also nee wieder ein grottiger film des jahres…schon der 100ste…

  4. mobbi
    03 Jan 2014, 6:24 pm

    Guter und überraschend harter Film. Bietet natürlich nichts Neues, unterhält aber durchweg. Der Hauptdarsteller hat auch in “We are the night” schon gezeigt, was in ihm steckt. Das Bonusmaterial auf der DVD ist mehr als lächerlich.

    Übrigens: Es heißt “Schreibe einen Kommentar” und nicht “Schreibe ein Kommentar”!

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