Twixt

Twixt (2011)

: Val Kilmer, Elle Fanning, Bruce Dern
: Francis Ford Coppola
: Francis Ford Coppola
: 86 min
: ab 16
: 06.12.12 (DVD + BD Verkauf)
: Studiocanal
: USA
Unsere Wertung
6.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
9 votes
4.9

Twixt (2011)

Der einst berühmte Horrorautor Hall Baltimore hält eine Lesung in einer Kleinstadt. Zwischen Büchern und Eisenwaren stellt sich der örtliche Sheriff als Fan seines Schaffens vor, der dem Autor einige grimmige Details aus dem Innenleben des Städtchens erzählt und ihm anbietet an Halls nächstem Buch mitzuwirken.
Da der Schriftsteller dringend Geld braucht, willigt er ein. Bald ist er in einer Welt zwischen Geistern, Vampiren, Alpträumen und Kindesmorden gefangen und wird zunehmend von den Schatten der eigenen Vergangenheit eingeholt.

Vor 20 Jahren hätten Fans bei einem Film von Francis Ford Coppola und mit Val Kilmer wohl die Kinotüren aufgesprengt, um sich die besten Plätze zu sichern.
Zur Erinnerung: Coppola ist für Allzeit-Klassiker wie DER PATE, APOCALYPSE NOW und BRAM STOKER’S DRACULA verantwortlich.
Kilmer spielte in BATMAN FOREVER, DER GEIST UND DIE DUNKELHEIT, HEAT, TOP GUN und etlichen anderen Blockbustern.
Doch Coppola führte in den letzten Jahren bei nur wenigen Filmen Regie, Kilmer überzeugte meist durch Masse statt Klasse und dass er in TWIXT einen Ex-Star spielt, der nun kleine Brötchen backen muss und einen Hang zum Alkohol hat, wirkt nicht ganz zufällig.

TWIXT bedeutet so viel wie „zwischen“ und während sich diese Worthülse zunächst recht kryptisch gibt, passt sie doch auf einen Film, der zwischen verschiedenen Subgenres und Stilen liegt.
So wirkt das Werk trotz auskömmlichen Budgets oft genug wie ein Indiefilm eines jungen Talents und dadurch unrund, bevor Coppola doch wieder sein Können und seine Routine zeigt. Das tut er vor allem in den langen Traumsequenzen, die -wie Träume eben sind- die Grenzen des Gewöhnlichen aufheben und vor allem visuell beeindrucken. Hier trifft Hall nicht nur auf Edgar Allan Poe (der ebenfalls einmal in der Stadt übernachtete und nun Mentor und Führer für Hall ist), sondern erfährt auch mehr über die grausigen Ereignisse, den Glockenturm mit sieben Uhren (die alle eine andere Zeit zeigen), ein verlassenes Hotel mit dunklem Geheimnis, die jungen Menschen am anderen Seeufer…

Wirr, überladen, zu viel?
Ja, kann man so sehen und hier werden die Geschmäcker auseinandergehen. Inhaltlich bleiben tatsächlich Interpretationsmöglichkeiten und/oder Fragen offen, atmosphärisch gewinnt der Film aber zunehmend. Da bekannt ist, dass Coppolas Drehbuchidee selbst einem Traum entsprang, dürfte sein Hauptaugenmerk wohl auch mehr auf einer kompletten Stimmung als einer lückenlosen Logik gelegen haben.

Wie schon in DRACULA, wo er bewusst scheinbar veraltete Effekte wie Scherenschnitte einsetzte, wirken auch in TWIXT manche Einfälle unpassend und/oder over the top, erreichen damit aber letztlich doch die gewünschte Wirkung. Vereinzelt finden sich so auch optische Anleihen an SIN CITY oder 300, wobei Coppolas Film insgesamt auf deutlich weniger Action setzt.

Nein, ein weiterer Kultfilm wird TWIXT wohl nicht werden, man sollte ihn wohl wirklich eher als „kleinen“ Film betrachten. Val Kilmer und die anderen Darsteller (u.a. Bruce Dern als Sheriff und Elle Fanning als Geist) machen ihre Sache ordentlich, aber nicht einzigartig und dieses Besondere fehlt auch in anderen Aspekten.
Aufmerksamen Zuschauern mit Augen fürs Detail und Neigung zu ungewöhnlichen Zutaten sei TWIXT trotzdem empfohlen.

Außer dem Trailer weiter unten, haben wir hier eine exklusive Szene aus dem Film für euch:

 

Trailer:


Twixt (2011), 4.9 out of 10 based on 9 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

5 Kommentare

  1. WildChild85
    06 Dez 2012, 6:13 pm

    fand den film eher langweilig

  2. ich sag es dir
    06 Dez 2012, 9:31 pm

    die exclusive szene wurde gesperrt!?

  3. Mick
    07 Dez 2012, 10:29 pm

    @ich sag es dir:
    Danke für den Hinweis.
    Wenn man uns das nächste Mal eine exklusive Szene anbietet, werden wir den Typen verkloppen 🙂

  4. Max Schreck
    12 Jan 2013, 7:17 pm

    ich fand den film gut, trotz val kilmer. der muss eine menge schulden haben, weil er soviel schund drehte in den letzten jahren. aber zum film: schauspieler waren gut, die geschichte war gut und umgesetzt auch. einer der besseren filme… 07/10

  5. Tschinderassa
    22 Mai 2013, 8:27 pm

    Für mich auch so ein Film nach dem Motto: Hauptsache sonderbar, egal wie.
    Nichts das aus der Maße hervorsticht.
    Für mich sonderbar gewöhnlich und lieblos produziert.

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