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The X-Files / Akte X (1993-2002)

: David Duchovny, Gillian Anderson, Mitch Pileggi, Robert Patrick, Tom Braidwood, Dean Haglund, WIlliam B. Davis u.a.
: Chris Carter u.a.
: Vince Gilligan u.a.
: ca. 43 Minuten pro Episode
: 16
: 4. Dezember 2006 (Complete DVD-Boxset)
: 20th Century Fox
: USA, Kanada
Unsere Wertung
9.0
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9 votes
10.0

The X-Files / Akte X (1993-2002)

zThe truth is out there – Ein legendäres Zitat und zugleich auch der Hauptantriebspunkt des FBI-Special-Agents Fox Mulder (David Duchovny), der, seit ihm in Kindestagen seine Schwester Samantha von, wie er glaubt, Außerirdischen geraubt wurde, auf der Suche nach eben dieser Wahrheit ist. Der endgültige Beweis für die Öffentlichkeit über außerirdisches Leben und der Präsenz von Aliens auf der Erde, unter Mitwissenschaft von einflussreichen Politikern oder Militärs.

Seit ihm 1991 die sogenannten X-Akten zugeteilt wurden – mysteriöse Kriminalfälle mit paranormalem Bezug oder unerklärlichen, gar phänomenalen Hintergründen – wird “Spooky” Mulder auf seiner Suche sogar noch bezahlt und bekommt Rückendeckung von seinem Vorgesetzten, Assistant-Director Walter Skinner (Mitch Pileggi). Um den jungen, aufstrebenden Agenten jedoch vor Fehlern und gar zu emotionalen Schlussfolgerungen zu bewahren, wird ihm von Beginn an die hübsche und zugleich überaus intelligente Forensikerin Dana Scully (Gillian Anderson) zur Seite gestellt. Vom ersten gemeinsamen Fall an bildet jene Scully den nüchtern-logischen Part der sachlich kombinierenden Wissenschaftlerin, die anfangs vehement die Besessenheit ihres Partners als Erklärung für dessen teilweise hanebüchenen Theorien her nimmt.

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So bewegt sich das Duo häufig durch auf Serienlänge komprimierte Kriminalfälle, oftmals Morde, denen ein gewisses Grauen und besonders absurde Umstände anhaften. Mal geht es um Menschen mit besonderen oder sogar übernatürlichen Fähigkeiten, wie z.B. einen scheinbar unsterblichen Tatortfotografen, einen Gestaltenwandler, einen Wunderheiler oder Kinder mit telekinetischen Kräften. Ihnen gegenüber stehen Monster-of-the-Week-artige Kreaturen, die entweder direkt aus der Hölle oder von einem anderen Planeten zu stammen scheinen, deren Existenz jedoch nie der Öffentlichkeit bewiesen werden kann. Da auch ein direkter Bezug zu den Hauptfiguren und auch ihren Familien und vor allem der Suche nach “der Wahrheit” eine Plattform geboten werden soll, wird jede Staffel durch Episoden aufgelockert, die, einem roten Faden gleichend, die Story fortführen. So schafft Serienschöpfer Chris Carter gekonnt einen Mix aus Unterhaltungs- und anspruchsvoller Mystery-Krimi-Serie.

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Im Zuge dessen trifft der Zuschauer auch immer mal wieder auf gar seltsame Charaktere, die mehr oder minder die Hauptakteure einer riesigen Verschwörung bilden, in die sowohl hochrangige Militärangehörige, als auch Politiker oder Wissenschaftler gleichermaßen verwickelt sind. (Menschen-)Experimente, Forschung mit Alien-DNA oder die Vertuschung einiger für die Zukunft der Menschheit bedeutender Vorfälle sind hier nur einzelne Fische in einem gigantischen Netz aus Lügen, Kolonialisierungsplänen und der Erschaffung einer neuen Rasse.

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Am ehesten bleiben hier “Der Raucher”, ein geheimnisvoller Mann in den 60ern, dessen Rolle oder Rasse nie komplett bestimmt wird und die “Lone Gunmen”, 3 Verschwörungstheoretiker aus unterschiedlichen Spezialgebieten, hängen, welche jeweils immer wieder in besonders wichtigen Folgen auftauchen und der Handlung Twists oder Schubser verpassen. Doch auch die beiden Hauptprotagonisten bleiben nicht von Veränderungen verschont. So versinkt beispielsweise Mulder immer mehr in einem Meer aus Trauer, bedingungsloser Hingabe, naiver Faszínation und stellenweiser Resignation. Scully hingegen beginnt im Laufe der Serie aufgrund einiger gravierender Happenings, an ihrem Glauben und auch an der Fähigkeit der Wissenschaft, alles und jeden erklären und exakt bestimmen zu können, zu zweifeln. Beide haben im weiteren Verlauf persönliche Verluste und Traumata hinzunehmen und kommen sich schließlich immer näher.

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Der rasch wachsenden Popularität zum Dank war es Chef-Storyteller Vince Gilligan (u.a. heute bekannt durch den genialen Plot der Serie Breaking Bad) bald möglich, nach und nach zwar das Grundgerüst bestehen zu lassen, jedoch immer wieder einzelne Aspekte spielerisch zu verändern oder hervor zu heben. So nahm die Beziehung zwischen Scully und Mulder einen immer größeren Stellenwert in Episoden aller Art ein, in späteren Staffeln war die Atmosphäre zwischen den Beiden teilweise sogar geschwängert von (schwarzem) Humor. So führte das Agenten-Paar stellenweise Dialoge, die fern an die Sticheleien zwischen dem berühmten eigenbrötlerischen Sherlock Holmes (hier Mulder) und seinem realistisch veranlagten Partner Dr. John Watson (hier Scully) erinnerten. Auch kam es immer mal wieder vor, dass ganze Episoden total absurde Rahmenhandlungen besaßen und auch das Dargebotene eher mit einem kranken Lachen quittiert wurde, als mit einem grausigen Schauer. Ein gutes Beispiel wäre hier Episode 21 aus Staffel 6 namens “Sporen”, in welcher Mulder und Scully Opfer eines auf mehreren Hektar unter der Erde wachsenenden Pilzes werden, dessen Sporen bizarre Halluzinationen auslösen. Auch zu erwähnen sei hier die von Horror-Altmeister Stephen King persönlich erdachte Story um ein kleines Mädchen, das sich in der Gewalt einer diabolischen, eigene Kräfte entwickelnden Spielzeugpuppe befindet.

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Eine Serie, die Jung und Alt gleichermaßen fasziniert(e), die als eine der Ersten damit begann, sich intensiv mit der Entwicklung ihrere Hauptcharaktere zu beschäftigen, Twists und Cliffhanger einzubauen und parallel dazu zum Begründer einer neuen Ära der Mysteryserien zu werden, wird wohl auf ewig ihren Platz in der TV-Hall-of-Fame inne haben. Angelehnt an Genreklassiker wie die berühmt-berüchtigte Twilight Zone, das geniale Twin Peaks oder die schaurigen Tales from the Crypt, schafft es dieser Meilenstein immer wieder, den Zuschauer mit Ideen, die ihresgleichen suchen, zum Staunen und gleichermaßen auch zum Nachdenken zu zwingen. Denn das Gros der Menschheit selbst weiß bis heute nicht mit Sicherheit, ob wir ganz allein in diesem Universum sind und ob nicht Vorfällen wie dem in Roswell, New Mexico im Jahre 1947 oder anderen ungeklärten Ereignissen doch irgendetwas Wahres anhaftet, etwas uns bisher noch nicht Erschlossenes dran ist. Die Wahrheit ist irgendwo da draußen.

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Im Jahre 2003 wurde das Projekt nach 202 Folgen in 9 Staffeln nach 10 Produktionsjahren mit großem Applaus in den Ruhestand geschickt. 1998 und 2007 folgten weniger erfolgreiche Kinoadaptionen, die trotz der Verwendung von Originalfiguren und -Schauspielern mangels Charme und überzeugender Ideen nicht an den Erfolg der TV-Serie anknüpfen konnten. Laut Serienerschaffer Chris Carter wäre es jedoch denkbar, dass in den nächsten Jahren noch ein dritter Film, der wieder mehr den mythologischen Charakter von The X-Files betonen soll, gedreht werden könnte.

 

The X-Files / Akte X (1993-2002), 10.0 out of 10 based on 9 ratings

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Geschrieben von Autor | Classic - Reviews, Reviews (Filme)

4 Kommentare

  1. MrAnderson
    28 Jul 2013, 11:45 am

    Was heißt denn 1998 und 2007 folgten weniger erfolgreiche Kinoadaptionen? Das mag ja für den 2007er Film gelten der sich mit 47 Millionen weltweitem Umsatz nicht mit Ruhm bekleckert hat, aber für den Film aus 1998? Der hatte mit einem Budget von nicht mal 30 Millionen einen Weltweiten Umsatz von 189 Millionen was bei dem Verhältnis Budget/Gewinn sicher nicht schlecht ist und 1998 war das sogar noch richtig gut! Ich weiß ja nicht wie alt der Rezensent ist, aber ich habe damals im Kino gesessen und beeindruckt gesehen wie voll der Saal war. Als wir aus dem Kino kamen war auch noch die Presse da und hat unter anderem mich zum Film interviewt. Der Film zog sowohl Publikum als auch die Medien an. Wie kann man da von “wenig erfolgreich” schreiben?

  2. Ihateremakes
    28 Jul 2013, 8:58 pm

    Na, wenn DEIN Kino voll war und SOGAR DU interviewt wurdest (und eigentlich nur darum gehts dir hier wohl), dann MUSS es ja ein großer Erfolg gewesen sein.

    Schön, deinen Müll auch bei andern Beiträgen zu lesen, Mr Anderson. Eine Schande, dass du diesen Namen gewählt hast.

  3. Steffen
    06 Aug 2013, 8:21 pm

    Ich empfand beide Kinofilme als relativ spannungsarm. Die DVDs haben mittlerweile die letzte Verramschungs-Aktion jedenfalls nicht überlebt und fristen – so sich keiner erbarmt hat – wohl noch ein Dasein in den Regalen meines Second Hand – Dealers.

    Damals hat man sich als Serien-Fan noch zu Komplettisierungszwecken und trotz des eher gelangweilten Kinobesuchs die DVDs gekauft, in der Hoffnung, dass man sich die Filme irgendwie schön gucken kann. So vergingen die Jahre und mit einem Achselzucken dachte man sich “ach nö – weg damit”.

    Sie wirkten eben wie Fremdkörper im X-Files – Kosmos.

    Ob da tatsächlich noch ein dritter Film gedreht werden muss, soll jeder für sich entscheiden.
    Allenfalls als Appetizer für eine neue TV – Staffel, vorzugsweise produziert von HBO und bitte mit neuen Autoren und Datrstellern vorstellbar.

    PS: Unser Kino war halb leer bei “Akte X – Der Film”. 🙂

  4. Morpheu
    17 Aug 2013, 11:28 am

    Schon Klasse da schreibt jemand einfach seine Meinung und dann kommt so einer der nichts besseres weis als den User zu beschimpfen Mensch arbeite lieber mal an dir

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