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The Seasoning House (2012)

: Rosie Day, Sean Pertwee, Kevin Howarth, Anna Walton
: Paul Hyett
: Paul Hyett
: 90min
: 18
: 2012
: Capelight Pictures
: UK
Unsere Wertung
8.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
7 votes
8.3

The Seasoning House (2012)

The Seasoning House war ein Film, auf den ich lange gewartet und wegen dem erwartenden Unterhaltungswert angesehen habe und denn ich wegen der brutalen Realitätsnähe fast nicht ein zweites Mal ansehen konnte. Das Drehbuch und die Regie sind von Paul Hyett, einem erfahren Make-up-Artist, dessen Maskenarbeit wir schon in Filmen wie „The Descent“ bewundern konnten. ‚The Seasoning House‘ ist sein erstes eigenes Filmwerk.

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Die Geschichte von findet im Jahr 1996, also zu Kriegszeiten, im Balkan statt. Paul Hyett hat mit Absicht kein genaues Land bestimmt, da Menschenhandel bekanntlich überall auf der Welt stattfindet. Eines von vielen Dörfern wird dort von Soldaten überfallen, eine Mutter (Anna Walton – Hellboy II) vor den Augen ihrer Kinder erschossen und ihre jüngste taubstumme Tochter (Rosie Day – Homefront) und ihre Schwester in Bordells verschleppt. Dort werden minderjährige Mädchen mit Drogen vollgepumpt und an jeden Freier verkauft, der genug zahlt. Das taubstumme Mädchen, „Angel“ vom Bordellbetreiber Viktor (Kevin Howarth – The Last Horror Film) genannt, wird von ihm als seine persönliche Geliebte gehalten und hat neben anderen Tätigkeiten die Aufgabe, die Mädchen für die Freier vorzubereiten. Fortan ist Angel ein Engel in der Hölle, von Menschen geschaffen.

Sean-Pertwee-in-The-Seasoning-House-2012-Movie-ImageIn ‚The Seasoning House‘ ist die Hauptdarstellerin jemand, der weder sprechen noch hören kann und so den ganzen Film über stumm bleibt. Zum Glück verzichtet der Regisseur hier auf „laute Gedanken“ und lässt Angel mit ihrer Gestik und Mimik sprechen. Hierbei werden manche Augenblicke des Films absichtlich tonlos dargestellt, sie zeigen Angel ’s Sichtweise der Welt. Keine Geräusche, keine Stimmen, sie hat keine Ahnung was in einem anderem Raum geschieht oder ob sich jemand ihr nähert oder über sie redet. Trotzdem wird man von ihren Fähigkeiten sehr beeindruckt, knarrende Dielen mit den Händen zu spüren, von den Lippen zu lesen und zwischen den engen Lüftungsschächten im Haus nicht in Panik zu geraten. Anfangs in die Enge getrieben, hilfloser als alle anderen durch ihre Taubheit, verrichtet sie anfangs ihre Arbeit ohne Zögern. Dabei lernt sie das Gebäude und ihre Luftschächte wie ihre Westentasche auswendig. Victor gibt ihr immer mehr Freiheiten, weil er anfängt sie gern zu haben. Als dann auch noch ein Mädchen namens Vanya (Dominique Provost-Chalkley- The Midnight Beast) eingeliefert wird, dass die Gebärdensprache beherrscht, fangen Fluchtpläne an Form zu nehmen. Doch dann tauchen dieselben Soldaten unter ihrem Anführer Goran (Sean Pertwee – Event Horizon) auf, die ihre Mutter auf dem Gewissen haben und machen ihre gemeinsamen Fluchtpläne zunichte. Um ihrer Freundin zu helfen, tötet sie aus Verzweiflung einen der Soldaten (Ryan Olivia) und wird zur Zielscheibe.

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Das Haus ist selbst ist ein Gefängnis, die Fenster sind verbarrikadiert, Wachen stehen überall. Man braucht sich nicht viel Vorstellungskraft, um das Gefühl des Erstickens beim Zuschauer zu wecken. Die realistische Verletzungen und Effekte wecken Mitgefühl und der Soundtrack ist nicht zu aufdrängend. Der Film wirkt düster in blassen Farben in der Realität und wird zu warmen Farben in Angel ’s früheren glücklicheren Erinnerungen. Man lernt Angel lang genug kennen, um mit ihr zu fühlen und noch dazu nutzt Rosie Day ihre gesamte Körpersprache sehr überzeugend.

TheSeasoningHouse2Überhaupt gibt es an keinem Schauspieler etwas auszusetzen. Der einzige Makel ist das übliche Scheitern von Pistolenkugeln, die immerhin von einem Soldaten aus nächster Nähe abgeschossen werden, die Protagonistin zu treffen. Ansonsten bleibt Angel weiterhin verletzlich und versucht mit allen Kräften in ihrer hoffnungslosen Situation zu überleben. Wunderschön, mal einen Protagonisten zu sehen, der den ganzen Film kein Wort von sich gibt, außer mit den Händen natürlich.

Dieser Film ist schwer einzuordnen. Ein Horrormärchen, zwischen Kriegsdrama und Rachethriller. Eins ist sicher, er macht keinen Spaß. Er ist nicht auf die übliche Weise unterhaltend, er ist nichts für zwischendurch und schon gar kein Popkornkino.

Was er aber ist, ist brutal, berührend und leider auch real.

The Seasoning House (2012), 8.3 out of 10 based on 7 ratings

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Geschrieben von Autor | Horror Allgemein, Reviews (Filme)

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