The Raven (1)

The Raven (2012)

: John Cusack, Alice Eve, Luke Evans
: James McTeigue
: Hannah Shakespeare, Ben Livingston
: 106 min
: ab 16
: 07.12.2012 (DVD+BD)
: Universum Film GmbH
: USA, Ungarn, Spanien
Unsere Wertung
7.0
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User Score:
10 votes
7.6

The Raven (2012)

„Quoth the raven: Nevermore“
Dies ist die wohl berühmteste Zeile aus dem weltbekannten Gedicht Edgar Allan Poes THE RAVEN (dt: DER RABE) in dem ein ebensolcher Vogel einem trauernden Mann die letzte Hoffnung und damit den Verstand raubt.
Nicht nur wurde die dunkle Tragödie in unzählige Sprachen übersetzt, sondern bot auch die Schablone für viele zeitgenössige Interpretationen. Egal ob leichte Annäherungen (wie THE CROW), klassische Gruselfilme mit den Legenden Boris Karloff, Vincent Price und Bela Lugosi oder eine humoristische Annäherung bei den SIMPSONS.

Viele der Verfilmungen sind nur lose an das Gedicht angelehnt und das gilt auch für die aktuelle, in der zwar hin und wieder ein dunkler Vogel durchs Bild flattert, ansonsten aber Autor Poe selbst im Mittelpunkt steht.

Genauer gesagt beleuchtet die Handlung die letzten Tage des 1849 verstorbenen und zu Lebzeiten weitgehend erfolglosen Schreibers, denn ein in Baltimore umgehender Serienmörder kopiert nicht nur die Morde aus Poes Werken, sondern entführt auch dessen Verlobte und zwingt ihn dazu eine Geschichte zu schreiben, in der sich Realität und Fiktion vermischen. Doch der Preis den Poe zahlen soll, ist noch viel höher.

Fakt und Fiktion vermischen sich auch in der Filmhandlung, wo man einige Details aus Poes Leben präsentiert bekommt, die vielleicht auf den ersten Blick weniger zu seinen unheilvollen Texten passen mögen, als man erwartet, dafür aber tatsächlich biografisch sind. Anderes ist freilich frei erfunden oder mit dem Schaffen Poes verwoben. DAS VERRÄTERISCHE HERZ, DAS FASS AMONTILLADO, DIE GRUBE UND DAS PENDEL und andere Geschichten sind auf verschiedene Weise im Film wiederzufinden.

Neu ist der Einfall von Kopie-Morden nicht, da auf diese Weise diverse Poe-Ideen untergebracht werden, aber für Fans sicher nicht uninteressant. Die gleichen Fans könnten sich aber womöglich darüber beklagen, dass die freudlose und nihilistische Atmosphäre, die die Geschichten des Autors ausmachen, im Film zu selten auftaucht.

Optisch fühlt man etwas an die neueren SHERLOCK HOLMES – Filme mit Robert Downey jr. erinnert, zumal auch hier Detektivarbeit gefragtist, wobei THE RAVEN dann doch eine Spur härter auftritt und auch 1-2 blutige Augenblicke unterbringt. Auch SLEEPY HOLLOW bietet sich als Vergleich an.

Was THE RAVEN bietet, ist ein solider Film, der handwerklich wenig verkehrt macht und mit John Cusack einen respektierten Akteur als Edgar Allan Poe in den Reihen hat. Der macht seine Sache erwartungsgemäß nicht schlecht, scheint aber auch nicht völlig mit seiner Figur zu verschmelzen.
Professionalität kann man THE RAVEN also nicht absprechen, vielleicht aber das letzte Quäntchen Herzblut.

Wer Edgar Allan Poe schon immer einmal kennenlernen wollte (was ohnehin dringend zu empfehlen ist), findet mit THE RAVEN einen anständigen Einstieg in das Thema, insbesondere was seine Person angeht. Für den Charakter seiner Geschichten ist der Film allerdings nur bedingt repräsentativ. Hier empfiehlt es sich tatsächlich mal ein Buch zur Hand zu nehmen.
Unterhaltsam ist der Streifen aber allemal.


The Raven (2012), 7.6 out of 10 based on 10 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

3 Kommentare

  1. Colemariesoleil
    10 Dez 2012, 9:27 pm

    Hm schwierig schwierig… mich haben die Werke von Poe immer sehr interessiert und besonders The Raven hab eich sehr gerne gelesen aber etwa hat mir hierbei gefehlt als das ich sagen könnte der wäre sehr gut. So ist es definitiv ein guter Film aber eher ich würde sagen Geschmacksspezifisch…So hat sich ein Freund, der nichts von Poe kennt, eher gelangweilt und empfand es als eine Art Krimi der alten Schule…ich fand ihn gut ^^

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    19 Mai 2013, 3:52 am

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  3. Tschinderassa
    22 Mai 2013, 8:32 pm

    Sherlock Holmes Filme lassen grüßen.
    Klassische Themen neu aufgepeppt. Leider nicht wirklich was für mich.
    Die schöne Edgar Allen Poe-Stimmung kam hier nicht auf.

    Gehobene optik okay, Story sonst okay – trotzdem für mich ein Film von der Stange, die etwas nobelere Stange, aber Stange.

    Mehr als 5 Sterne gibts leider nicht dafür

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