The Possession (3)

The Possession (2011)

: Jeffrey Dean Morgan, Natasha Calis, Kyra Sedgwick
: Ole Bornedal
: Juliet Snowden, Stiles White
: ca. 92 min
: ab 16
: 08.11.2012 (Kino)
: Studiocanal
: USA
Unsere Wertung
6.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
8 votes
7.4

The Possession (2011)

Ole Bornedal ist zurück.
Weit weg war er natürlich nie, aber seit er nach dem NACHTWACHE-Remake nach Europa zurückkehrte, blieben seine Filme einem vergleichsweise kleinen Kreis von Interessierten vorbehalten, statt als Blockbuster vermarktet zu werden.
Mit THE POSSESSION liefert der talentierte Däne nun seine 2. US-Arbeit ab und kann neben Sam Raimi (TANZ DER TEUFEL) als Produzent auch auf einen Cast aus Jeffrey Dean Morgan (TEXAS KILLING FIELDS, THE RESIDENT), Kyra Sedgwick (THE WOODSMAN) und 2 jungen Talenten.

Clyde ist Basketballtrainer und liebender Vater. Obwohl frisch geschieden, kommt er mit seiner Ex-Frau Stephanie einigermaßen klar und als ihn seine Töchter besuchen kommen, geht er mit ihnen auf einen Flohmarkt und kauft eine kleine Truhe. Diese scheint sich zunächst nicht öffnen zu lassen, als es aber doch gelingt, entkommt aus ihr ein Dämon, der nicht nur zunehmend von Tochter Em Besitz ergreift, sondern auch für alle in ihrer Nähe zur Gefahr wird. Nur Clyde ahnt was geschieht, doch das böse Wesen weiß die Menschen gegeneinander auszuspielen.

Wenn ein Kinosaal nach 10 Sekunden in schallendes Gelächter ausbricht, könnte das daran liegen, das auf der Leinwand die allzu oft bemühte Floskel „Dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten“ steht, was auch THE POSSESSION von sich behauptet und entsprechend quittiert wurde.

Im Vorfeld wurde der Film des öfteren in die Exorzismus-Ecke geschoben, was nicht ganz verkehrt ist, aber auch nicht der ganzen Wahrheit entspricht, auch weil die Besessenheit physischer ist als gewöhnlich und damit für Abwechslung sorgt. Außerdem ist die sogenannte Dibbuk-Box selbst eine Bedrohung.

THE POSSESSION ist ein Film voller „Aber“:
Handwerklich in allen Belangen sauber, aber dadurch auch oft zu klinisch.
Die Handlung ist vorhersehbar, aber knackig umgesetzt.
Viele Effekte sind am Computer entstanden, das aber sehr gut.
THE POSSESSION ist ein Horrorfilm, richtet sich aber an ein breites Publikum.

Ohne „Aber“ komme dagegen die düstere Pianomusik aus, die sich zusammen mit einigen stimmungsvollen Bildern hören/sehen lassen kann und vor allem die beiden Töchter Em und Hannah (Natasha Calis/Madison Davenport) überraschen in schauspielerischer Hinsicht.
Dass das Drehbuch nicht von Ole Bornedal ist, macht sich bemerkbar, denn Jeffrey Dean Morgan wirkt als Dad etwas zu sehr am Reißbrett entworfen, hätte leicht von Dennis Quaid oder Kevin Costner gespielt werden können und die Nicht-mehr-gerade-noch-oder-doch-nicht-Beziehung der Eltern ist der Handlung nicht zuträglich. Statt den Charakteren etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, greift man gerade im zweiten Teil vermehrt in die Trickkiste.

Vergleichen lässt sich THE POSSESSION mit FALL 39 und INSIDIOUS, die Klasse von letzterem erreicht er aber nicht.

Fazit: Nicht schlecht, aber seine besten Filme scheint Bornedal in der Heimat zu drehen.


The Possession (2011), 7.4 out of 10 based on 8 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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