The Incident (1)

The Incident (2011)

Darsteller: Rupert Evans, Anna Skellern, Dave Legeno
Regie: Alexandre Courtès
Drehbuch: S. Craig Zahler, Jérôme Fansten
Länge: ca. 81 min
FSK: ab 18
Veröffentlichung: 26.07.2012 (DVD+BD Verleih); 24.08.12 (DVD+BD Verkauf)
Verleih/Vertrieb: Koch Media GmbH
Land: Belgien, Frankreich, USA
Unsere Wertung
7.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
12 votes
7.6

Es gibt Filme mit komplexen Handlungen und es gibt Filme wie THE INCIDENT, die auf rohen Gedanken beruhen und sich scheinbar von alleine entwickeln. Doch auch wenn man die Handlung mit ein paar Worten zusammenfassen kann, sollte man THE INCIDENT nicht unterschätzen.
George arbeitet gemeinsam mit den Mitgliedern seiner recht erfolglosen Band in der Küche einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Der Job ist anspruchslos und nicht immer angenehm, aber ungefährlich. Zumindest so lange, bis bei einem Unwetter der Strom ausfällt und die Insassen unkontrolliert durch das Gebäude streifen.

Bevor es dazu kommt verrät uns Regisseur Alexandre Courtès erstaunlich viel über die Protagonisten, die nicht als die üblichen Knalltüten dargestellt werden, sondern vergleichsweise realistisch rüberkommen. Optisch erscheinen die Köche nicht wie die üblichen Highschool-/College-Kids, sondern mehr wie eine Kleinstadtvariante der Foo Fighters. Auch ihr Verhalten (insbesondere gegenüber den Insassen) kommt ohne allzu langweilige Klischees aus. Umgekehrt erscheinen diese zunächst weder wie sabbernde Irre noch wie schreiende Bekloppte.
Zwar muss gesagt werden, dass man sich für ein Werk wie THE INCIDENT den einen oder anderen Hintergrund hätte ersparen können, insgesamt ist die Zeichnung der Figuren aber gelungen.

Wem Charaktere egal sind, wird nach dem ersten Viertel bedient. Auch wenn durch einige wenige humoristische Einlagen der Wahnsinnigen die Spannung ein-zweimal etwas gelockert wird, bekommen wir nun harte Brutalität zu Gesicht. Da die Verrückten nur bedingt organisiert vorgehen und eben nicht alle der Häftlinge gefährlich sind, weiß man als Zuschauer nicht immer, woher die Gefahr droht, da aber alle zusammen in der Anstalt eingeschlossen sind, könnte sie jederzeit hinter jeder Ecke lauern. Das erinnert an Filme wie F oder natürlich John Carpenters ASSAULT.
Daher erscheint es allerdings seltsam, dass die Köche trotz nahezu unveränderter Ausgangslage mal panisch, mal relativ gelassen agieren.

Schauplatz der Ereignisse ist übrigens offensichtlich die USA in den späten 80er Jahren. Gedreht wurde allerdings vieles in Belgien und Alexandre Courtès ist Franzose. Die Chance steht gut, dass ihr bereits mit der Arbeit des Mannes vertraut seid, denn er drehte zuvor Musikvideos für große Namen wie U2 oder Jamiroquai und ist für das bekannte 7 Nation Army-Video der White Stripes verantwortlich. Seine Vergangenheit ist dem Film nicht anzumerken, da Courtès ganz bewusst auf den Stil eines Musikvideos verzichtete und THE INCIDENT sehr bodenständig daherkommt.
Ob die 80er als Zeitrahmen nur gewählt wurden, um eine Erklärung für nicht vorhandene Handys zu haben, ist nicht klar. Ansonsten wirkt der Streifen aber weitestgehend zeitlos.

Fazit: Spannend, blutig, realistisch, aber auch mit ein paar Schwächen.

The Incident (2011), 7.6 out of 10 based on 12 ratings

Ähnliche Beiträge:

Geschrieben von Mick | 05 Aug 2012 | Reviews (Filme)

8 Kommentare

  1. Taloz
    05 Aug 2012, 9:53 pm

    Klingt gut werd ihn mir denke mal jetzt ansehen zum einpennen ;)

  2. sascha1848
    08 Aug 2012, 9:47 pm

    Ein super film. Der anfang ist relativ langweilig aber dann wird er
    Spannend. Kann ich nur empfehlen.

  3. aCe
    09 Aug 2012, 11:32 pm

    Sorry aber spannend??? Ich geb dem Film 3 Sterne. Ich persöhnlich finde den Film wirklich nicht nennenswert. Ein Film mit dem man einen wirklich langweiligen Abend stopfen kann mehr aber auch nicht.

  4. Sascha1848
    21 Aug 2012, 6:53 pm

    Ich persönlich fand den ganz gut. Hat einen gewissen unterhaltungswert. :-) Gebe 6/10 .

  5. Wilscha
    23 Aug 2012, 12:28 pm

    Unterhaltungswert ja, aber interessant oder ein “guter” Horrorfilm ist auch was anderes. Das Ende ist komplett aus dem Kontext gerissen und, wie ich finde, sinnlos.
    An manchen anderen Stellen bleibt auch die Logik auf der Strecke: (SPOILER) die roten Lämpchen über den Zellentüren funktionieren einwandfrei (die automatische Zellenverriegelung natürlch nicht!), wobei das Notstromaggregat (Zitat:) “nicht funktioniert”, außerdem, und das ist das Komischere: die Notrufnummer wird nicht etwa mit einem Akkutelefon oder einem Handy, Funkgerät etc. gewählt sondern mit einem SCHNURTELEFON, welches ja bekanntlich mit einer Steckdose verbunden sein muss. Als ob das an Dummheit noch nicht ausreichen würde, meint der Beamte in der Notrufzentrale/Polizeidienststelle, es würde mindestens eine Stunde dauern bis jemand zur Hilfe kommen kann. Auf ein zurecht empörtes Gemaule des Anrufers hin kommt lediglich ein “wir haben auch noch etwas anderes zu tun”
    Lächerlich und schlecht umgesetzt, aber die Idee ist auch nicht wirklich revolutionär.
    Langweiliger Lückenbüßer, sonst garnichts.

  6. Mick
    23 Aug 2012, 12:57 pm

    @Wilscha: Zumindest was das Telefon angeht, sehe ich da kein Problem, da im Gegensatz zu modernen Festnetztelefonen die alten Dinger auch ohne Strom liefen.
    Die lapidare Antwort des Beamten fand ich aber auch recht eigenartig.

  7. LabbeDuddel
    26 Aug 2012, 12:17 am

    Hab den Film heute gesehen und muss sagen dafür das ich den Film in der Videothek nur zufällig in die Hände bekam und ihn mal auf “Gut-Glück” mitnahm (hatte vorher noch nichts über den Film gelesen etc.), muss ich sagen: Nicht Schlecht!
    Ich finde der Film ist mal wieder ne nette Abwechslung zu den üblichen “Splatter” oder “Gore” Filmen die ich in letzter Zeit sah.
    Wie bei jedem (Horror)-Film bleibt an manchen Stellen die Logik auf der Strecke (Polizei hat was besseres zu tun, Notstrom?). Jedoch bleibt der Film alles in allem Schlüssig. Für ein Budget von 500.000 Dollar (keine Ahnung wo ich das eben gelesen hab) ist der Film sehr Gut. Die Charaktere kommen sehr natürlich rüber.
    Alexandre Courtès schafft es auch die Atmosphäre des Schauplatzes und das Bangen der Protagonisten glaubhaft rüberzubringen. Auch wenn ich den Schluss nicht so ganz verstanden hab…
    Ich geb dem Streifen: 7,5 von 10 Punkten.
    Wie gesagt war mal wieder ne nette Abwechslung und ein echter Glücksgriff :)

    @Wilscha: Diese Telefone wurden/ werden über die Telefonleitung mit Strom versorgt. Es hat nur den Anschluss für die Telefonbuchse! kein Netzkabel :)

  8. PsychoFaser
    03 Sep 2012, 7:34 pm

    Der Film hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn er ein wenig Zeit braucht um in Fahrt zu kommen.

Schreibe ein Kommentar

Bilder

The Incident (1)
The Incident (2)
The Incident (3)
The Incident (4)