The Darkest Day (2)

The Darkest Day (2009)

: Anna Adams, Dominic Arellano, Mark Arnold
: Andrew Robinson
: Andrew Robinson
: ca. 103 min
: ab 12
: 28.09.2012 (DVD+BD; als THE DARKEST DAY) 29.06.2012 (DVD+BD; als AMOK)
: I-On New Media / Splendid
: USA
: erscheint in der Störkanal-Reihe
Unsere Wertung
6.5
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The Darkest Day (2009)

Dass Filme hierzulande einen anderen englischen Titel tragen, als in den USA, mutet häufig seltsam an, ist aber inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr. Dass aber ein Film, der im Original APRIL SHOWERS heißt, innerhalb kürzester Zeit sowohl unter dem Namen AMOK-COLUMBINE SCHOOL MASSACRE und THE DARKEST DAY erschien und auf völlig verschiedene Weise vermarktet wird, hingegen schon.

Ein scheinbar normaler Tag an der Jefferson High-School endet in einer Tragödie, als ein Amokläufer um sich schießt, Mitschüler und Lehrer tötet und dann Selbstmord begeht. Es ist genau diese Szenerie in die uns THE DARKEST DAY ohne viel Vorwarnung wirft. Die Situation ist uns bekannt, denn allzu oft waren verwandte Szenen in den letzten Jahren in den Nachrichten, egal ob in den USA, in Deutschland oder sonst wo…

Regisseur und Autor Andrew Robinson nimmt uns in der ersten Filmhälfte mit in die Klassenräume und Flure und stellt uns an die Seite der panischen Opfer. Da wir nie wissen, wo der Täter sich befindet, entsteht so schnell eine beklemmend-realistische Stimmung, die an den Nerven zerrt ohne aufgesetzt zu wirken.

In der zweiten Filmhälfte, die sich über die erste Woche nach der Katastrophe erstreckt, sehen wir anhand verschiedener Personen, wie die Überlebenden mit der Angelegenheit umgehen. Opfer sind sie alle, egal ob sie nahe Freunde verloren, sich einer Hexenjagd ausgesetzt sehen, weil sie mit dem Täter befreundet waren oder sogar vom Außenseiter zum Held werden, indem sie andere retteten.

Beleuchtet wird auch die Rolle der Medien, die wie so oft skrupellos bereit ist, die Situation auszuschlachten und notfalls sogar Unwahrheiten vorzutäuschen.
Und hier schließt sich der Kreis: man muss THE DARKEST DAY nicht lieben, aber einen Film, der versucht sich ernsthaft mit einer schwierigen Thematik auseinanderzusetzen als reißerisches Ballerfilmchen mit dicken Knarren auf dem Cover verkaufen zu wollen, ist nicht nur Verarsche am Käufer, sondern schlicht schäbig.

Immerhin, es wurde etwas nachgebessert und auch wenn der Film der gleiche bleibt (das DVD-Menü ist sogar das alte), werden zumindest von außen weniger falsche Erwartungen geweckt.
Der Film ist kein Thriller, kein Horror, sondern ein realistisches Drama, das so viel Gewalt zeigt wie nötig ist, aber nicht damit hausieren geht. Das sah übrigens auch die FSK so, die dem Werk sogar eine „ab 12“ Freigabe erteilte. Der rote „ab 18“-Aufkleber von AMOK- COLUMBINE SCHOOL MASSACRE bezieht sich ebenso wie der „ab 16“-Papper von THE DARKEST DAY nur auf die Trailer bezogen.

Aber zurück zum Film, der nun thematisch vielleicht gar nicht mehr zu uns passen mag, nichtsdestotrotz seine Qualitäten hat. Das gilt auch für die sehr ruhige und melancholische zweite Hälfte, die bis auf ein-zwei pathetische Augenblicke glaubwürdig bleibt.
Der Film widmet sich dabei zum allergrößten Teil den Opfern, den Täter sieht man während des Amoklaufs kurz auf Überwachungskameras und im Nachhinein ebenfalls nur in einer Videobotschaft. Dementsprechend unbeleuchtet bleiben seine Beweggründe, was vielleicht auch dem Umstand geschuldet ist, dass Regisseur Robinson selbst Überlebender der Columbine High-School Morde ist und verständlicherweise andere Schwerpunkte setzt, statt sich in Spekulationen zu verlieren.

Fazit: Ungeachtet der Genrezuordnung oder persönlicher Erwartungen, ist THE DARKEST DAY, AMOK oder APRIL SHOWERS ein sehenswerter Film. Interessant ist er aber nur für die, die mit der Realitätsnähe kein Problem haben und nicht auf 90 min. lustige Knallerei hoffen.


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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. Maanu
    05 Nov 2012, 7:25 pm

    Ich habe das Gefühl die FSK wird von Jahr zu Jahr lockerer…

  2. Frogman
    06 Nov 2012, 8:47 pm

    und das ist auch gut so…..schließlich ist Deutschland das einzige Land des es immer noch so eng sieht mit der FSK

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