The Bunny Game

The Bunny Game (2011)

: Rodleen Getsic, Jeff Renfro
: Adam Rehmeier
: Rodleen Getsic, Adam Rehmeier
: 76 min
: -
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: USA
Unsere Wertung
7.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
9 votes
4.2

The Bunny Game (2011)

“Dont watch unless you really want to. And if PIRATES OF THE CARIBBEAN is your favorite flick, definitely dont “waste your time”. THE BUNNY GAME […] is an intense piece of art – not for your average soul. Be careful.” – Zitat von Hauptdarstellerin Rodleen Getsic

Damit ist vieles gesagt, auch über das Selbstverständnis des Films. Nichts gegen FLUCH DER KARIBIK, aber tatsächlich wird kaum jemand Lust haben, beide direkt hintereinander zu schauen.
THE BUNNY GAME beginnt entsprechend deutlich und legt dem Zuschauer den Begriff ‚Torture-Porn‘ förmlich in den Mund:
Szene 1: Einem Opfer wird eine Plastiktüte über den Kopf gestülpt
Szene 2: Ein wenig erotischer Blowjob, der keine Fragen offen lässt
Mit dieser zweiten Szene sind wir im Alltag einer Prostituierten angekommen, der wir durch LA folgen. Ihr Leben besteht aus scheinbar beliebigem Umherirren, Sex mit brutalen Freiern in billigen Motels, bitteren Tränen und harten Drogen…sie ist ganz unten angekommen.
Doch ihre Lage verschlimmert sich noch, als sie in den LKW eines Truckers steigt, der sie betäubt und in die Wüste außerhalb der Stadt verschleppt. Es folgt ein tagelanges Martyrium…

THE BUNNY GAME bietet keine Überraschungen, Twists oder einen ausgefeilten Plot, sondern Wahnsinn, Schrecken und Gewalt. Das ist für einen Horrorfilm nichts neues, aber wir sehen hier keine Over-the-Top-Effekte, keine meterweiten Blutfontänen (genauer gesagt sehen wir GAR KEIN Blut) und keine Leichenberge (keine eine).
Stattdessen ist die Brutalität bodenständiger und damit erschreckend realtitätsnah.
Selten wurden Täter und Opfer glaubwürdiger dargestellt, was sicher auch daran liegt, dass laut Aussage des Regisseurs Adam Rehmeier nichts gestellt wurde (mit Ausnahme des Drogenkonsums).
Schon vor der Entführung hat Bunny (Rodleen Getsic) den leeren und abwesenden Blick eines maroden Junkies, wozu sich im Laufe des Films Furcht und Irrsinn mischen. Das kommt glaubhaft genug rüber, um sich zu wundern, wie intelligent Getsics Augen wirken, wenn man sie im Making Of des Films außerhalb der Rolle antrifft.
Vielleicht noch realer wirkt der Trucker (Jeff Renfro), der kein gewöhnlicher Schauspieler, sondern auch im echten Leben LKW-Fahrer ist. Der Mann ist niemand mit dem man im Aufzug stecken bleiben möchte und dem man den Psychopathen ohne Zögern abnimmt.

Seine Vorgehensweise ist für einen Filmbösewicht unorthodox. Er quält, tötet Bunny aber nicht. Auch
ein früheres Opfer, das man per Rückblende/Video kennenlernt, wird offenbar nicht umgebracht.
Gleichzeitig wird eine mögliche Impotenz des Truckers angedeutet. Er zieht die junge Frau aus, leckt ihr über Gesicht und Brust, greift ihr in den Schritt, steckt ihr Finger in den Mund, simuliert sogar Sex, vergewaltigt sie aber nicht, sondern lässt seine aufgestaute Wut auf andere Weise an ihr aus.
Wie Rodleen Getsic eingangs erwähnte, sieht sie den Film als Kunst. Da sie zusammen mit Rehmeier die Story entwickelte, kennt sie ihre Absichten wohl am besten und tatsächlich erhält man den Eindruck, dass THE BUNNY GAME kein Horrorfilm ist, den man bemüht auf Kunst trimmt, sondern sich in diesem Film die Kunst zufälligerweise durch Horror ausdrückt.

Warum Arthouse-Streifen immer in schwarz-weiss sein müssen, vermag ich nicht zu sagen, aber auch THE BUNNY GAME kommt ohne Farbe aus. Gesprochen wird wenig, bzw. was gesagt werden soll, lässt sich selbst ohne Englischkenntnisse größtenteils anhand der Bilder deuten. Das inzwischen gelöste Problem, dass niemand den Film auf Deutsch synchronisieren wollte, hätte sich daher ohnehin leicht mit wenigen Untertiteln lösen lassen.
Statt viel Text hören wir viele Klänge. Zum einen den von Adam Rehmeier komponierten und an den Nerven zerrenden Score, zum anderen den Black Metal – Soundtrack der Band Harassor, der feinfühlige Ohren schnell zum bluten bringen kann, aber die widerwärtige Welt unterstreicht, die wir kennenlernen.
Während einige Szenen quälend lange dauern und ohne Cut auskommen, wird in anderen Momenten blitzschnell hin- und hergeschnitten und die gleiche Sequenz mehrmals wiederholt, wodurch zusammen mit den dazugehörigen Tönen ein hässlicher Rhythmus entsteht.

Soviel zur objektiven Seite des Films. Nun muss man aber auch sagen, dass Kunst kaum objektiv betrachtet werden kann und meine Bewertung in diesem Fall nicht als Empfehlung für oder gegen THE BUNNY GAME verstanden werden kann, sondern tatsächlich nur das eigene Empfinden widerspiegelt. Ich halte ihn nicht für perfekt, weil mir die Überraschungen fehlen, mag aber die glaubwürdige Darstellung der Figuren, die Kompromisslosigkeit und den Umstand, dass er anders als z.B. THE HUMAN CENTIPEDE II (ebenfalls in schwarz-weiss) nicht auf Teufel-komm-raus versucht alle Ekel- und Gewaltgrenzen neu zu definieren.
Ohne Zweifel wird es sowohl Menschen geben, die den Film hassen, als auch solche die ihn lieben…und ich kann beide Seiten verstehen.

The Bunny Game (2011), 4.2 out of 10 based on 9 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

3 Kommentare

  1. FOKI
    12 Mrz 2012, 9:56 pm

    haha xD das ist echt kranker scheiss. haha

  2. Hixxy
    13 Jun 2012, 1:49 am

    Der Anfang war Sex und Cokain dann kam ein Trucker der wohl eher ein missverstandener Friseur war. Hat mir jetzt wirklich nich so sehr gefallen weil der Opa mir aufen Sack gieng mit seiner blöden lacherei.

  3. Sascha1848
    21 Aug 2012, 6:50 pm

    Richtig mieser Film! Kann man sich schenken .. ..

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