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The ABCs of Death (2012)

: Erik Aude, Iván González, Dallas Malloy, Kyra Zagorsky, Fraser Corbett u.a.
: Srdjan Spasojevic, Noboru Iguchi, Ti West, Jason Eisener, Xavier Gens, Nacho Vigalondo u.a.
: DVD 124 / BD 129
: 18
: 28. Juni 2013
: Capelight Pictures / NSM Records
: USA, Japan, Großbritannien, Indonesien, Spanien, Frankreich, Mexico u.a.
Unsere Wertung
8.0
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User Score:
10 votes
6.0

The ABCs of Death (2012)

2D_ABCs_LCE_CMYKOb Grindhouse, V/H/S oder Destricted, Gemeinschaftsprojekte sind (v.a. im Anti-Mainstream-Bereich) alte Bekannte! Der Vorteil einer solchen Zusammenarbeit ist, dass es meist zwar ein übergeordnetes Thema gibt, den einzelnen Regisseuren und Autoren jedoch darüber hinaus sehr viele Freiheiten gelassen werden und ein jeder seinen eigenen Stil als Stück zum Gesamtkunstwerk beitragen kann. Im Falle von The ABCs of Death geht es, wie der Name bereits unmissverständlich erklärt, um den Tod bzw. um 26 verschiedene Wege, ins Jenseits befördert zu werden. Eskamen hierfür nun insgesamt 25 namhafte Filmemacher, die überwiegend dem Horror-Genre zuzuordnen sind, unter der Leitung von Ant Timpson und Tim League zusammen – jeder bekam einen Buchstaben von A-Z vorgegeben und sollte einen Kurzfilm produzieren, der nicht länger als 5 Minuten dauert und das Budget von je 5,000$ nicht überschreitet.

Im Vorfeld wurde über die Website www.26th.theabcsofdeath.com aus Hunderten Werken eines herausgesucht, das am Ende als 26. den Buchstaben T vertreten sollte; alle Einsendungen sind immer noch auf der eben genannten Seite einzusehen! Am Ende überzeugte der Brite Lee Hardcastle die Kritiker am besten und erhielt die Wildcard für seinen Beitrag T for Toilet, in dem ein Junge endlich vom Töpfchen auf die Toilette umsteigen soll und daraufhin von alptraumhaften Visionen gepeinigt wird. Realisiert wurde das Ganze als sogenanntes Claymotion-Picture, bei dem die komplette Szenerie mit Knetfiguren dargestellt und anschließend per Animations-Tools zum Leben erweckt wurde (ähnlich wie bei Wallace and Gromit).

Toilet

Jeder Beitrag beginnt ohne Nennung irgendwelcher Namen, Verwendung eines Vor- oder Abspanns oder sonstiger großartiger Einleitungen. Am Ende formen Spielzeug-Bauklötze den Namen des Films, der Regisseur wird auch genannt, dann geht es nahtlos weiter mit dem nächsten Film. Man merkt den meisten Clips an, dass sich ihre Schöpfer Mühe gegeben haben, an einem für sich einzigartigen Großprojekt mitzuwirken und in der wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Zeit ihr jeweiliges Werk zum Herausragendsten zu machen.

Ingrown

Die Fahrt beginnt mit dem epischen A for Apocalypse, welcher gleich zeigt, in welche Richtung es die kommenden 129 Minuten gehen soll. Jeder Teil ist für sich gesehen ein eigenes kleines Kunstwerk, was Brutalitätsgrad, mögliche Aussage und Kreativität angeht. So beweist zum Beispiel Marcel Sarmiento mit D for Dogfight, dass man einen Kampf zwischen Mensch und Hund in knapp 4 Minuten durch die Verwendung einer permanenten Zeitlupeneinstellung durchaus packend gestalten und sogar noch mit einem Twist versehen kann. Grotesk wird es, wenn Buchstabe F an die Reihe kommt – Noboru Iguchi erklärt, warum japanische Schulmädchen gerne leichte Höschen und Röcke tragen und welche Vorteile ihnen dies im Falle einer plötzlichen Erdgaseruption bringen kann. Ti West (u.a. V/H/S) hatte anscheinend keinen Bock, denn sein Beitrag zu G fällt mit am kürzesten und sinnärmsten aus – mir jedenfalls erschloss sich hier weder eine Aussage noch besondere Kreativität. Besser hätte der Name G for Get the fuck away from me gepasst.

Pressure

Weiters beobachtet man noch bei H den cartoonesk-überspitzten Kampf zwischen einer britischen Bulldoge und einer Nazi-Fuchs-Stripperin, rätselt während des verstörenden Ingrown, was eine Frau in einer Badewanne getan haben muss, um einen derart extremen Todeskampf durchmachen zu müssen oder ergötzt sich an der Kreativität des Timo Tjahjanto, der mit seinem Kurzfilm L for Libido in meinen Augen einen der besten abgeliefert hat – wo nahm der Championwichser nur den ganzen Saft her?! Beim Buchstaben X neigt sich das Alphabet so gut wie dem Ende zu, Frontier(s)-Schöpfer Xavier Gens zeigt den Alltag einer fetten Frau und deren Demütigung durch die tumbe Masse, die sich von propaganda-artigen Fitness-Spots im Fernsehen lenken lässt. Schließlich sieht die XXL-Tante nur noch einen Ausweg gegen ihre Fettleibigkeit, ein Tranchiermesser muss her …

Fart

Schließlich findet dann der Streifen in Form von Z for Zetsumetsu, dem abgedrehtesten und kaputtesten aller Filme, ein würdiges Ende. Ob jedoch japanische Dominas in SS-Lack-Uniformen, Agentinnen mit Vagina-Kanonen und nackte, kurzschwänzige Sushi-Köche jedermanns Geschmack treffen, wage ich zu bezweifeln. So oder so hat dieses Gesamtwerk einen ganz eigenen Charme und durch die Idee, die Qualität der Beiträge und der entsprechenden, fanbezogenen Propaganda auf alle Fälle einen “frischen” Pesthauch ins Gesicht der momentan arg gelähmten Horror-Industrie geblasen und dürfte, ginge es nach mir, gerne nach einem entsprechenden Zeitraum qualitativ hochwertige Nachahmer finden.

Speed

Ich bedanke mich hier noch bei Capelight für sämtliches überlassenes Material inkl. der Uncut-Bluray und weise nun noch darauf hin, dass selbige den Film am 28. Juni hierzulande als FSK-18-Bluray/-DVD herausbringen werden. Allerdings logischerweise geschnitten – ferner fehlen die 4 Beiträge L for Libido, V for Vagitus, X for XXL und Y for Young Buck komplett. Darum wird das Ganze dann auch 22 Ways to Die heißen. Ich empfehle daher eher die österreichische 3-Disc-Limited-Collector’s-Edition, die ebenfalls am 28. Juni releast werden wird.

The ABCs of Death (2012), 6.0 out of 10 based on 10 ratings

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Geschrieben von Autor | Fimtipp des Tages, Reviews (Filme)

5 Kommentare

  1. Marcel
    21 Jun 2013, 2:17 pm

    xD der fart is der Beste 😀

  2. Jenny
    22 Jun 2013, 5:22 pm

    Da waren einige der seltsamsten dinge dabei die ich je in meinem leben gesehen habe

  3. WuRsTsaLaaT
    23 Jun 2013, 8:51 pm

    dia asiaten top alles! 😉

  4. WuRsTsaLaaT
    23 Jun 2013, 8:53 pm

    btw. geiler Anfang! 🙂

  5. Sascha1848
    29 Jun 2013, 4:11 pm

    Super langweiliger Film! Haben nach ca 30 min aufgehört . Kann ich nicht empfehlen. 🙁

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