Snuff Killer

Snuff Killer (2004)

Darsteller: Merk Harbour, Susana Gibb, Richard Folmer
Regie: Erik Clapp
Drehbuch: Erik Clapp
Länge: ca. 99 min
FSK: ab 16
Veröffentlichung: 26.07.2012 (DVD+BD)
Verleih/Vertrieb: KNM, Infopictures
Land: USA
Unsere Wertung
3.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
2 votes
5.5

Der Titel dieses kleinen Independent-Films klingt schon mal gefährlich, viel gefährlicher als der Originaltitel mit dem kryptischen Namen SEVENTY-8. Hinter dem verbirgt sich nämlich lediglich der IQ und der Spitzname der Hauptfigur Renny Meeks.

Renny saß 10 Jahre in einer psychiatrischen Anstalt, nachdem der geistig zurückgebliebene junge Mann ein Mädchen getötet haben soll. Nun kehrt er nach Hause zurück, in die Kleinstadt Arkham Heights.
Er findet zwar schnell einen Job im Supermarkt, wird ansonsten aber nicht mit offenen Armen empfangen und als ein Killer sein Unwesen treibt, fällt der Verdacht auf ihn. Zusammen mit Kollegin Alice, seinem Boss und einem hartnäckigen Polizisten, geht er der Wahrheit auf den Grund.

Genauer gesagt wird Renny zum Spielball der Ereignisse. Da sein Charakter nun einmal von unterdurchschnittlicher Intelligenz ist, überlässt man planvolles Handeln eher den Sidekicks. Dass diese nicht alle sind was sie vorgeben, versteht sich fast von selbst.

Grundsätzlich ist die Idee, verschiedene Personen, deren gemeinsamer Nenner Renny ist, auf Mörderjagd zu schicken nicht dumm, die Umsetzung lässt jedoch zu wünschen übrig.
Das liegt primär an unübersichtlichen Handlungssträngen, aber auch optisch stellt SNUFF KILLER eine Herausforderung dar. Warum man den Großteil in Schwarz-Weiß filmte, die Rückblenden aber in satten Farben präsentiert, bleibt wohl das Geheimnis der Verantwortlichen, könnte aber ein künstlerischer Aspekt sein.
Epileptikern ist SNUFF KILLER nicht zu empfehlen, da einem immer wieder rasante Wechsel zwischen hell und dunkel entgegenspringen, die fürs Auge nicht angenehm sind.

Auch schauspielerisch wirkt nicht jeder Akteur auf der Höhe. Wenn in einem lebensbedrohenden Moment die Körpersprache Gelassenheit ausdrückt, verwundert dies jedenfalls.
Renny wird als sympathischer Dummbeutel dargestellt, einer der es gut meint, aber über seine eigenen Füße stolpert und oft noch einfältiger erscheint, als es der Intelligenzquotient ohnehin beschreibt. Der Charakter liegt dabei irgendwo zwischen Forrest Gump und Norman Bates.

Auch wenn verschiedenerorts Vergleiche zu Hitchcock bemüht wurden, enden hier die Parallelen. Anders als der Meisterregisseur schaffte es SNUFF KILLER – Regisseur Eric Clapp auch nicht vor oder nach diesem Streifen etwas Nennenswertes auf die Beine zu stellen.

Obwohl SNUFF KILLER bereits 2004 entstand, hat bislang kaum jemand Notiz von ihm genommen, und wer den Untergrund liebt mag womöglich alleine deswegen von einem Geheimtipp sprechen. Tatsächlich kann man dem Film wie vielen Indie-Streifen nicht wirklich böse sein. Bemühen ist zu erkennen, doch das Budget war sicher knapp, inhaltlich klemmt es des Öfteren und es fehlt massiv an Spannung.
Wer nun wenigstens darauf hofft, vielen Snuff-mäßigen Morden beizuwohnen, sollte seine Vorfreude bremsen. Es gibt zwar einige weißmaskierte Typen mit Kamera, Pornos spielen eine gewisse Rolle und Tote gibt es auch, schockierend oder erschreckend ist das aber kaum.

Hinweis: SNUFF KILLER wurde unter seinem Originaltitel schon einmal in Deutschland veröffentlicht. Es existiert außerdem ein zweiter Film mit gleichem Titel, der allerdings aus Italien stammt. Also bitte nicht verwechseln.

Snuff Killer (2004), 5.5 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | 27 Aug 2012 | Reviews (Filme)

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