Roadkill (3)

Roadkill (2011)

Darsteller: Stephen Rea, Kacey Barnfield, Oliver James
Regie: Johannes Roberts
Drehbuch: Rick Suvalle
Länge: 88 min.
FSK: ab 16
Veröffentlichung: 31.08.2012 (DVD+BD Verkauf)
Verleih/Vertrieb: I-On New Media / Splendid
Land: USA
Unsere Wertung
4.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
3 votes
3.7
Ein Blick auf das ROADKILL-Cover reicht um zu erkennen, dass hier kaum ein intellektuelles Publikum angesprochen wird, das zwischen einem Gedicht von Rainer Maria Rilke und einer kontroversen Auseinandersetzung mit einer Joseph Beuys-Ausstellung noch die Zeit findet einen Horrorfilm einzulegen.
ROADKILL ist schlichte Unterhaltung, daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der riesige Greifvogel mit Appetit auf Menschenfleisch aus den Sagen um Sindbad den Seefahrer entliehen wurde.
Dieser Simuroc macht Jagd auf eine Gruppe junger Menschen, die eigentlich nur mit dem Wohnmobil durch Irland fahren wollten. Doch erst legen sich die Amerikaner mit einigen Einheimischen an, werden dann von einer Zigeunerin verflucht und schon ist der Urlaub im Eimer.

Die Gruppe um das ehemalige Liebespaar Kate und Ryan erinnert freilich an jede andere Gruppe junger Menschen, die je zusammen in den Urlaub fuhr und in unappetitlichen Häppchen zurückkehrte. Wir haben die dickbrüstige Blondine, den Schwarzen, den Clown, die verwöhnte Tochter…und man muss auch hier kein Genie sein, um zu erahnen, dass diese „Charaktere“ gutes Vogelfutter abgeben.


Zusätzliche Gefahr geht von den irischen Landbewohnern aus, die den Roc offenbar schon länger kennen und absolut alles tun um ein Amulett zu zurückzubekommen, das sich im Besitz der Touristen befindet.
Das Verhalten der Iren macht nicht immer Sinn und man mag sich wundern, wie sie es schaffen immer wieder an den unterschiedlichsten Orten aus dem Nichts aufzutauchen, selbst wenn kein Baum und kein Stein die Ankunft verdecken könnte (aber unterstellen wir einfach, dass man als Ortskundiger ein paar Abkürzungen kennt).

Ein riesiger Vogel wirkt ebenso wie Zigeunerflüche (gepaart mit Overacting) für moderne Zuschauer sicher etwas anachronistisch und verbreitet eher den Charme vergangener Creature Features als Angst und Schrecken, vor allem da er eindeutig am Computer entstand. Das, was das Federvieh mit seinen Opfern anstellt, kann sich aber sehen lassen und beweist, dass Regisseur Johannes Roberts, der zuletzt mit dem harten F – LONDON HIGHSCHOOL MASSACRE gefallen konnte, auch hier keine Lust auf glattpolierte Tote hat…und das obwohl ROADKILL eine TV-Produktion für den SyFy Channel ist.

Überhaupt scheint es, als hätte Roberts im Laufe des Films seine Vorstellungen mehr und mehr einbringen können und wo die Protagonisten anfangs den Prototyp des oberflächlichen amerikanischen Touristen abgeben, zeigen sich später ab und zu Ansätze von Charakterentwicklung und britischem Humor.

Fazit: Wenn man von ROADKILL nicht mehr erwartet, als man von einer TV-Produktion mit kleinem Budget erwarten kann, ist der Film recht unterhaltsam.

Anmerkung: Wem das Cover eigenartig bekannt vorkommt, sollte hierauf mal einen Blick werfen:Fast unnötig zu erwähnen, dass die abgebildete Dame in ROADKILL gar nicht vorkommt.


Roadkill (2011), 3.7 out of 10 based on 3 ratings

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Geschrieben von Mick | 16 Okt 2012 | Reviews (Filme)

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