Eingemauert (2009)

Hauptdarstellerin Mischa Barton wurde hierzulande durch die Teen-Serie O.C. CALIFORNIA bekannt. Daher liegt der Verdacht nahe, dass auch EINGEMAUERT sich einem jugendlichen Publikum zuwendet und womöglich ein Slasher nach altbekanntem Muster (Einsame Hütte, Sex, Machetenmorde) ist.
Um eine einsame Hütte geht es zwar gewissermaßen schon und wie so oft muss früh klargestellt werden, dass Handyempfang abseits der Bevölkerung kritisch ist, ansonsten versucht EINGEMAUERT aber auch ein paar neue Pfade zu beschreiten.

Sam ist eine Jung-Ingenieurin, die für das Abrissunternehmen ihres Vaters arbeitet. Ihr erster Job bringt sie zu einem einsamen Hochhaus mitten im Nirgendwo. Obwohl dort vor Jahren 16 Menschen getötet und eingemauert wurden, darunter der große Architekt Malestrazza, leben noch immer Menschen in dem Gebäude. Nun soll das eigenwillige Haus doch abgerissen werden, aber Sam stellt fest, dass es dort einige gefährliche Geheimnisse gibt.

Mal ernsthaft, wenn man in ein Gebäude kommt, wo die Verwalterin/Hausmeisterin in unheilvoll monotoner Stimme zu einem spricht, deren Sohn von seltsamen Regeln faselt und die restlichen Bewohner wohl ebenfalls zu lange nicht an der frischen Luft waren, sollte man sehen, dass man die Tür von außen verschießt, ein paar Stangen Dynamit platziert und den Laden sprengt.
Sam lässt sich von diesen Warnzeichen nicht abhalten, sondern scheint von der morbiden Vergangenheit ebenso fasziniert wie von der mehr als fragwürdigen Architektur des Hauses.

Dass etwas nicht stimmt, ist ihr ebenso klar wie dem Zuschauer, wo genau der Haken ist, zeigt sich aber erst nach und nach. Dabei lernen wir in atmosphärischen Bildern das Gebäude und seine (ehemaligen) Bewohner näher kennen und versinken mit Sam in dem Wahnsinn, der sich hinter dem dicken Beton verbirgt.

Leider klingt das spannender als es ist.
Gute Ansätze sind vorhanden, verlieren sich aber schnell in dürftigen Schauspielkünsten und zunehmend abstruser Handlung. Dazu gesellen sich  Logiklöcher und der Bonus, dieses eigenartige Haus als Kulisse zu haben, verbraucht sich schnell.
Hier und da schimmert leichter Grusel durch, echte Gänsehaut oder gar deftige Schocks bleiben dem Beobachter aber verwehrt. Schlimmer noch, die Handlung weist größere Längen auf, als die Flure des Gebäudes.
Das scheinen auch die Macher von EINGEMAUERT bemerkt zu haben, weswegen der Film nach 50-60 min. eine Wende vollzieht, die zwar nicht unbedingt zu erwarten war, aber letztlich die genannten Schwächen nur an anderer Stelle fortsetzt. Obwohl der Film auf dem Roman des französischen Autors Serge Brussolo beruht und zudem 4 Drehbuchautoren mitarbeiteten wirkt zu vieles unausgegoren.

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. horrorfreundin
    29 Jul 2011, 11:09 am

    ich fand den langatmig und ziehmlich reizlos

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