Wake Wood (2011)

Wer auf Geschichten steht, deren Dreh- und Angelpunkt eine einfache Was-wäre-wenn-Frage ist, ist in der Kleinstadt Wakewood an der richtigen Adresse.
Diese Frage lautet „Was wäre, wenn man einen Toten für drei Tage ins Leben zurückrufen könnte?“

Im Film müssen sich die Eltern der kleinen Alice dieser Problematik stellen, nachdem ihre Tochter von einem Hund zu Tode gebissen wurde.
Als sie bemerken, dass im Dorf ein archaisches Ritual durchgeführt wird, das tote Menschen für kurze Zeit wieder ins Leben rufen kann, bitten die trauernden Eltern darum, auch Alice noch einmal zurückzuholen, um Abschied von ihr zu nehmen.

3 Tage scheinen dafür genug, aber versteht ein Kind, dass es wieder gehen muss? Wie nutzt man die Zeit? Wie geht man damit um, wenn es soweit ist?
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es nie leicht ist, eine geliebte Person zu verlieren, egal ob dies nun plötzlich und unerwartet oder mit der Chance auf einen Abschied passiert. Erträglicher wird der Verlust wohl nur dann, wenn aus dem wertvollen Geschöpf ein bösartiges Wesen wird.

WAKE WOOD ist ein unaufdringlicher Film, der sich Zeit nimmt und eine typische irisch-britische Handschrift trägt. Eine wolkenverhangene ländliche Kleinstadt anstatt glanzvoller Kulissen, normale Menschen statt Hollywood-Schönheiten.
Auch der Horror kommt auf leisen Sohlen. Die seltsame Zeremonie, die Tote erweckt, erinnert an eine Geburt und ist dabei ebenso verstörend wie natürlich. Ansonsten trumpft atmosphärischer Grusel über Action und nur zum Ende hin wird es brutaler.

Über WAKE WOOD kann man kaum sprechen, ohne wenigstens einmal Stephen Kings FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE zu erwähnen. Die Parallelen des toten Kindes, das mit schlimmen Folgen aus dem Grab geholt wird, liegen auf der Hand. Dennoch täte man WAKE WOOD unrecht, würde man ihm -mehr als 20 Jahre nach der King-Verfilmung- Plagiatsvorwürfe unterstellen. Dafür wirkt die Handlung letztlich nicht nur zu organisch, sondern verfügt auch über eigene Details.
Man darf den Film aber durchaus als Warnung vor Gen- und Klontechnik verstehen. Wenn die Eltern einem Dorfbewohner alle möglichen Daten ihrer Tochter geben, die dieser in einer Abwandlung eines Rechenschiebers festhält, erinnert das an eine entartete Katalogbestellung bei einem Wissenschaftler.
Fazit: Ein sehenswerter Gruselstreifen aus den Hammer-Studios, der zum Nachdenken über Leben und Tod anregt und daher womöglich nicht jedem gefällt.

 


Wake Wood (2011), 4.8 out of 10 based on 5 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. Colemarie
    28 Jan 2012, 3:10 pm

    Der Film erinnert ganz stark an Friedhof der Kuscheltiere,mit dem Unterschied, dass man hier nich auf einen Indianerfriedhof gehen muss…skurieler Film, hätteman mehr draus machen können.

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