The Ward

The Ward (2010)

: Amber Heard, Mamie Gummer, Danielle Panabaker
: John Carpenter
: Michael Rasmussen, Shawn Rasmussen
: ca. 88 min
: ab 18
: 29.09.2011 (Kino) 16.02.2012 (Verkauf)
: Concorde Filmverleih
: USA
Unsere Wertung
7.5
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User Score:
7 votes
6.4

The Ward (2010)

Das ist er also, der neue Film von John Carpenter. Sieht man von seiner Arbeit für die TV-Reihe MASTERS OF HORROR ab, ist dies das erste Lebenszeichen seit dem mäßigen GHOSTS OF MARS aus dem Jahr 2001.
Natürlich ist John Carpenter nicht irgendwer, sondern erschuf Perlen wie HALLOWEEN, THE FOG oder DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT, und trotzdem kann man nicht verleugnen, dass viele Fans seiner frühen Arbeit mit allem unzufrieden waren, was nach DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994) entstand.
Natürlich muss sich auch THE WARD mit jenen Klassikern vergleichen lassen, ob das nun immer Sinn macht oder nicht…

Der Film beginnt damit, dass die junge Kristen ein Haus niederbrennt und dafür in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Die Frauen, die dort ihr Schicksal teilen, erwecken den Eindruck, als seien sie zu Recht an diesem Ort, wirken aber nicht gefährlich.
Gefahr geht hingegen von einem Geist aus, der in der Klinik sein Unwesen treibt und den Frauen nach dem Leben trachtet.
Doch wer glaubt schon an Geister…vor allem wenn die Insassen einer Irrenanstalt davon erzählen?

Der Film spielt nicht nur in den 60er Jahren sondern pfeift zunächst auch sonst auf modernen Schnickschnack, weist dafür aber die Handschrift Carpenters auf, der gerne auf den Punkt kommt, straighte Stories erzählt und jene unheilvolle Art von Musik einsetzt, die auch schon vor Jahrzehnten den Kinobesuchern Schweiß auf die Stirn trieb.
Da sich die Handlung in angenehmem Tempo durch die düsteren Gänge der Anstalt fortbewegt, bemerkt der Zuschauer erst Stück für Stück, dass sich die Fragen häufen und man z.B. nicht weiß, warum genau Kristen in der Klinik ist.
Die Antworten liefert der Film zum Ende nach, stellt dann aber auch klar, dass Carpenter eine Geschichte erzählt, die in den letzten 10 Jahren allzu oft  bemüht wurde.
Hier begeht der Regisseur einen ähnlichen Fehler wie seinerzeit mit VAMPIRES, der pseudocool hinter FROM DUSK TILL DAWN herhinkte. Auch der Twist von THE WARD ist inzwischen etwas abgegriffen.

In der Hauptrolle der Kristen sehen wir Amber Heard (AND SOON THE DARKNESS, DRIVE ANGRY), die Scream Queen der Stunde. So nett die Dame auch anzusehen ist, so gut sie auch im Geschäft sein mag, schauspielerisch bieten einige Kollegen in THE WARD mehr.
Andererseits ist dies auch keine tiefsinnige Charakterstudie, sondern ein Unterhaltungsfilm und wenn man bereit ist über diese kleineren Störfaktoren hinwegzusehen, unterhält THE WARD auch tatsächlich.

Der Film ist ein solider Horrorstreifen mit überschaubarem Personenkreis, der fast vollständig in den Räumen der Einrichtung spielt, aus der Kristen wiederholt zu entkommen versucht.
Der Geist, der die Gestalt einer verwesenden Leiche trägt, kann jederzeit überall auftauchen, so dass Suspense, Gänsehaut und Schockmomente das Geschehen dominieren.
Zuweilen geht es brutal zu, man bedient sich später auch einiger moderner Folterelemente, bleibt aber (auch das ist Carpenter-typisch) insgesamt eher unblutig.

Fazit: Innovation zeigt sich hier kaum, immerhin schafft es der Film aber neuere mit klassischen Zutaten zu verknüpfen und mit einer Haunted House – Atmosphäre zu verpacken.
Dies ist kein weiterer Meilenstein auf Carpenters Weg, aber auch nichts worum man einen Bogen machen müsste, vor allem wenn man einen guten Jumpscare zu schätzen weiß.

Übrigens: Der Kinostart wurde unlängst vom 28. Juli auf den 29. September 2011 verschoben.

The Ward (2010), 6.4 out of 10 based on 7 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. Colemarie
    28 Jan 2012, 3:08 pm

    Ein interessanter Film….kann man sich anschaun

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