The Loved Ones (2009)

Seit CARRIE wissen wir, dass man mit der Wahl der Partnerin zum Schulball vorsichtig sein sollte und manche Mädchen ihren Außenseiterstatus nicht verkraften. Das gilt auch für Lola, die zwar über keinerlei übernatürliche Fähigkeiten verfügt, dafür aber schon eine schlichte Absage ihres Angebeteten als Anlass für blutige Rache nimmt.

Dabei ist Brent (Xavier Samuel) kein übler Kerl, doch was Lola will bekommt sie und so wird er zum perversesten Dinner seit TEXAS CHAINSAW MASSACRE geladen. Statt mit seiner Freundin Musik und Tanz zu genießen, findet Brent sich an einen Stuhl gefesselt im Haus von Lolas Familie wieder, wo eine entstellte Variante des Balls stattfindet. Zusammen mit ihrem Vater quält sie den jungen Mann. Ihr Plan ist nicht ihn zu töten, ihn aber auch nie wieder gehen zu lassen.

THE LOVED ONES kommt mit einer einfachen Story daher, die nach dämlichem Folter-Filmchen schreit. Doch es sind die Details, die den Film zu mehr als das machen. Das fängt bei einer soliden schauspielerischen Leistung an, die sich auf Figuren mit Tiefe stützt.
Dabei gibt der Film dem Zuschauer die Chance die Charaktere Stück für Stück kennen zu lernen, anstatt dies in einer Hau-Ruck-Aktion zu tun.
Lola ist nicht die Klischee-Außenseiterin mit Brille und Zahnspange, Brent nicht Sunnyboy und Captain des Footballteams, sondern jemand, der selbst Probleme hat und seit sein Vater bei einem Unfall ums Leben kam, eine Todessehnsucht entwickelte.
Viele Hintergründe und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Figuren klären sich im Laufe des Films spielerisch von selbst auf und sorgen dabei für einen Wiedererkennungswert, andere Aspekte wie ein inzestuöses Vater-Tochter-Verhältnis werden nur angedeutet und lassen Raum für Spekulationen.

Wer auf diese Dinge keinen Wert legt, kommt mit den gut gelungenen Spezialeffekten aber auch nicht zu kurz.

Zwar wirken Lola und ihr Vater stellenweise fast schon zu irre, um noch ernst genommen zu werden, doch ist es ausgerechnet die markanteste Aktion der beiden (Stichwort: kochendes Wasser), die auf Tatsachen beruht und vom realen Serienmörder Jeffrey Dahmer an seinen Opfern angewandt wurde, um sie zu willenlosen Sklaven zu machen (übrigens aus ähnlichen Beweggründen).

Absurde Einfälle und Spuren von Humor lockern die Härte des Films immer wieder auf. So kommt Brents Kumpel keine weitere Bedeutung zu, außer den Gegenpol zu dessen Martyrium zu bilden, indem er einen typischen und lustigen Ballabend erlebt.

Fazit: THE LOVED ONES glänzt mit einer nicht selbstverständlichen Leichtigkeit und stellt wieder einmal unter Beweis, dass mit australischen Horrorfilmen zu rechnen ist.

The Loved Ones (2009), 7.8 out of 10 based on 6 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

3 Kommentare

  1. HorrorKeven
    09 Mrz 2011, 12:00 am

    Sehr guter und kranker Film. Schon lange nix so gutes mehr gesehen. Diser Film regt einen so auf, dass man am liebsten dem Mädchen an den Hals gehen würde. Total spanndend.

  2. PsychoFaser
    03 Mai 2011, 11:28 am

    Was mir an diesem film besonders gefallen hat ist die Tiefe, mit der die Figuren beschrieben werden. Der Film nimmt sich wirklich Zeit den Figuren ein Profil zu geben und eine Atmosphäre aufzubauen.
    Der zweite Punkt, der mir besonders positiv aufgefallen ist, ist die handwerklich einwandfreie Machart. Der Film lebt von interessanten Kameraeinstellungen und soliden Schauspielerischen Leistungen.
    Es kommen zwar keine wirklichen “gags” zum tragen, die Abgedrehtheit und völlige überzogenheit an einigen Stellen macht jedoch deutlich, dass sich der Film selbst nicht zu 100% ernst nimmt. Nichts desto trotz ist dies, phasenweise zumindest ein recht trauriger und ernster Film, der unter die Haut geht.Was mir an diesem film besonders gefallen hat ist die Tiefe, mit der die Figuren beschrieben werden. Der Film nimmt sich wirklich Zeit den Figuren ein Profil zu geben und eine Atmosphäre aufzubauen.
    Der zweite Punkt, der mir besonders positiv aufgefallen ist, ist die handwerklich einwandfreie Machart. Der Film lebt von interessanten Kameraeinstellungen und soliden Schauspielerischen Leistungen.
    Es kommen zwar keine wirklichen “gags” zum tragen, die Abgedrehtheit und völlige überzogenheit an einigen Stellen macht jedoch deutlich, dass sich der Film selbst nicht zu 100% ernst nimmt. Nichts desto trotz ist dies, phasenweise zumindest ein recht trauriger und ernster Film, der unter die Haut geht.

    Einige Kritikpunkte habe ich jedoch, die diesen Streifen jedoch etwas abwerten.

    ACHTUNG SPOILER

    Für mich ist im Dunkeln geblieben warum Lola unserem Hauptakteuren ein “L S” in die Haut ritzt…wofür steht das s?
    Ausserdem ist es relativ unwahrscheinlich, das Lola diese Nummer schon mit mehreren Opfern durchgezogen hat, diese Menschen zum Teil auch noch im Haus lagert, ohne dass die polizei ihr auf die schliche kommt.

    Abgesehen von diesen kritikpunkten handelt es sich um einen durchaus gelungenen film, den ich auf jeden Fall weiterempfelen würde, gerade weil er so abgedreht ist und aus dem üblichen klische heraussticht.

  3. DevilsButterfly
    06 Jul 2011, 11:06 pm

    Wie sehr man beim “Zufallskauf” doch Glück haben kann.

    Ich habe mir den Film nur wegen dem vielversprechenden Cover gekauft und es absolut nicht bereut.

    Diesen Film kann man nur weiter empfehlen.

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