Human Centipede (2)

The Human Centipede (First Sequence) (2009)

: Dieter Laser, Ashley C. Williams, Ashlynn Yennie
: Tom Six
: Tom Six
: ca. 92 min
: Niederlande
Unsere Wertung
7.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
9 votes
6.6

The Human Centipede (First Sequence) (2009)

Es gibt zwei Filme, über die man im letzten Jahr ausgiebig diskutierte.
Der eine ist natürlich A SERBIAN FILM, der aufgrund seines ausufernden Cocktails an Sex und Gewalt auf sich aufmerksam machte. Der andere ist THE HUMAN CENTIPEDE, dessen Handlung auf den ersten Blick eigentlich viel zu absurd wirkt…

Denn dort plant ein Chirurg drei Menschen aneinander zu nähen, und zwar Mund an Anus, um so einen „menschlichen Tausendfüßler“ zu erschaffen.

Zwei amerikanische Touristinnen klingeln dummerweise an der Tür dieses deutschen Arztes, nachdem ihr Auto einen Platten hatte. Schnell bemerken die beiden, dass mit dem Mann etwas nicht stimmt, doch da ist die Haustüre bereits verschlossen und die Drogen, die er ihnen verabreicht, beginnen zu wirken.

Was in der Folge gezeigt wird, übersteigt eigentlich jede Fantasie. Dr. Heiter, so der paradoxe Name des von Dieter Laser gespielten Chirurgen, will seine Opfer nicht töten, sie nicht vergewaltigen und nicht einmal im herkömmlichen Sinne quälen, sondern ist fasziniert von seinen OP-Künsten, die er scheinbar zuvor an drei Hunden ausprobierte.
Dementsprechend ist die abartige Menschenkette das unangefochtene Kernstück des Films. Die Fluchtversuche vor und nach der Operation sind beinahe vernachlässigbar. Wer hier einschaltet will den Tausendfüßler sehen, mit allen sich daraus ergebenden Problemen und Ekeleinlagen.
Zwar ist es interessant, dass im Laufe des Films der Tausendfüßler tatsächlich zu einer Einheit verwächst und es trotz einer denkbar ungünstigen Ausgangslage schafft Dr. Heiter auf Augenhöhe zu begegnen und hier und da flammt womöglich etwas Mitgefühl auf, ansonsten sind wir aber einfach neugierige Zeugen dieses Experiments, die sich auf die nächsten Entwicklungen und Untersuchungsergebnisse freuen.

Dabei sollte man aber nicht die Leistung von Dieter Laser übersehen. Dieser geht nach Max Schreck und Klaus Kinski (beide als Nosferatu) und Gerd Fröbe (als Goldfinger) als einer der besten deutschen Filmbösewichte durch. Zwischen mürrischem Akademiker, narzisstischem Visionär und aufbrausendem Psychopathen wirkt sein Auftritt doch stimmig und einzigartig.

Als Vorlage des Dr. Josef Heiter dürfte eine reale Figur der deutschen Geschichte gedient haben und es ist kaum machbar über THE HUMAN CENTIPEDE zu sprechen ohne die Verbrechen des KZ-Arztes Josef Mengele zu erwähnen, der in Ausschwitz tausende Menschen bei Versuchen tötete und dabei unter anderem auf ähnliche Mittel zurückgriff wie hier im Film.
Wie man es findet, dass diese Gräueltaten in einem Unterhaltungsfilm untergebracht werden, mag jeder für sich entscheiden. Allerdings ist THE HUMAN CENTIPEDE tatsächlich nur ein Unterhaltungsfilm, der weder historische Korrektheit beansprucht, noch (reale) Opfer verhöhnt und trotz eindeutiger Referenzen Abstand zur Realität hält. Hier sollen natürlich die Grenzen des guten Geschmacks ausgelotet werden, allerdings in einer völlig überzogenen Art und Weise.

Fazit: Der Film lebt von der ungewöhnlichen Idee des menschlichen Tausendfüßlers. Sobald man diese Attraktion zu genüge bewundert hat, stellt man aber fest, dass der Rest der Geschichte weniger interessant und sich zumindest die Frage stellt, ob eine (bereits angekündigte) Fortsetzung notwendig ist.

The Human Centipede (First Sequence) (2009), 6.6 out of 10 based on 9 ratings

Ähnliche Beiträge:

Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

8 Kommentare

  1. DuoMaxwell
    03 Sep 2011, 11:52 pm

    Der Film ist das typische Beispiel, wie bei einem Unfall…
    Man will das nicht sehen und man will wegschauen…
    Aber man schaut trotzdem zu Dx

    Wie schon geschrieben, ist eher die Wissenschaft hier das wirkliche Highlight, wieso man sich sowas anschauen könnte (mit Absicht “könnte” und nicht “sollte”)

    Ansonsten ist der Film dann doch eher für Hartgesotten, oder für Leute wie mich, die gerne über Unlogiken (zB. Frauen heulen die ganze Zeit rum, aber ersticken nicht…. Dabei verstopft sich die Nase auch mal, wenn man weinen muss ;D) lachen können, dass der Film nicht zu ekelhaft wird.

    Empfehlen kann ich den Film nicht wirklich, da er schon eher mehr ins Geschmacklose geht.
    Aber in der heutigen Filmbranche wundert mich rein gar nichts mehr…
    Deswegen schaut euch an, wer es sehen will.
    Aber Pflicht-“Lektüre” ist er definitiv nicht x.x

  2. anna
    04 Sep 2011, 2:25 pm

    als ich vor einiger zeit mir diesen film angeschaut habe, konnte ich danach ne wochelang nicht mehr bedenkenlos auf toilette…leute überlegt euch seeeehr gut ob ihr diesen piiiiiiiiiiiiiiip film se´hen wollt…glaubt mir das wollt ihr nicht!!!

  3. foki
    04 Sep 2011, 4:20 pm

    oh man am meisten tut mir die frau in der mitte leid die hats ja wohl am schlimmsten XD

  4. Turmold
    25 Jan 2012, 2:09 am

    Der erste teil ist ja im vergleich zum zweiten harmlos …
    macht doch ein review zum zweiten teil 😉 bei dem konnte ich nicht fassen dass ich mir das angetan habe x)

  5. Mick
    25 Jan 2012, 8:02 am

    @Turmold:
    Dein Wunsch ist uns Befehl.
    Das Review zu HC 2 gibt es nächsten Sonntag.

  6. Colemarie
    28 Jan 2012, 2:33 pm

    Der Film ist nicht gruselig oder all zu blutig und streckenweise auch etwas langatmig, dennoch die Idee ist mit verlaub schon krank, was den sehenswert macht.ALlerdings empfiehlt essich Teil 2 eher anzushaun,der hat nen höheren Ekelfaktor

  7. stef
    19 Feb 2012, 2:11 pm

    “Feeeeeed her” 😀 alter Schwede.. da hat mein halbes Hähnchen auf einmal gar ned mehr so gut geschmeckt 😀

  8. Freibier
    22 Feb 2012, 3:48 pm

    Naja, hat man eh nur geschaut wenn weil man weiß worum es geht und letztendlich den menschlichen Tausendfüssler sehen will. Ist das geschehen verkommt der Rest zu Langeweile. Einmal ansehen, wundern….gut is.

Schreibe ein Kommentar