The Dark (2005)

Um ihre Familie wieder zu vereinen, fährt Adelle (Maria Bello) mit ihrer Tochter Sarah (Sophie Stuckey) zu ihrem Ehemann James (Sean Bean), mit dem sie seit einiger Zeit in Trennung lebt. Bei einem Strandspaziergang verschwindet Sarah plötzlich.

Die nachfolgende Suchaktion, die James vehement bis zur völligen Erschöpfung vorantreibt, bleibt ohne Ergebnis, sodass er sich mit dem Tod seiner Tochter abfindet. Adelle kann dies jedoch nicht, da sie sich die Schuld an Sarahs Verschwinden gibt.

Allein begibt sie sich erneut auf die Suche, wobei sie den Spuren eines Jahrzehnte zurückliegenden Verbrechens folgt, bis an die Grenzen der diesseitigen Welt – und darüber hinaus.

THE DARK lebt vom überzeugenden Spiel seiner Hauptdarsteller Sean Bean (HITCHER, HERR DER RINGE) und Maria Bello (DOWNLOADING NANCY, A HISTORY OF VIOLENCE), aber auch von der schlüssigen Story. Regisseur John Fawcett konnte hier ganz klar von Stephen Massicottes Drehbuch profitieren, das wiederum eine Adaption von Simon Maginns Roman SHEEP ist. Allein durch dieses dichte und durchdachte “Fundament” hebt sich der Film rein inszenatorisch gesehen deutlich von anderen Produktionen ab, wirkt atmosphärisch überzeugender und kann mit einer in sich geschlossenen Geschichte aufwarten, die Platz hat für Emotionen und überraschende Wendungen.

Adelles Suche nach ihrer Tochter wird getragen von Maria Bello, der man zu jeder Zeit die von Selbstzweifeln geplagte Mutter abkauft, ebenso wie Sean Bean, der mit seinem charismatischen Spiel seiner Rolle Leben einhaucht. Man fühlt mit als Zuschauer, wenn die Geschichte im weiteren Verlauf immer düsterer wird und sich die Atmosphäre stetig weiterentwickelt.

Auch rein von der Symbolik her bietet der Film viele interessante Gesichtspunkte, allen voran die walisische Legende des “Annwynn”, dem walisischen Gegenstück zum “Jenseits” christlichen Glaubens. Hier ist besonders gut das Meer als Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Reich der Toten gelungen.

“Einen Lebenden für einen Toten” heißt es auf dem Plakat von THE DARK. Konsequenterweise erscheint auch nach dem Verschwinden Sarahs ein kleines Mädchen, das nach Aussage eines langjährigen Einwohners, schon seit Jahrzehnten tot ist. Dieser Gedanke wird jedoch noch auf die Spitze getrieben, als Adelle im weiteren Verlauf immer mehr über die Geschichte des Gutes erfährt, in dem sie fortan mit ihrer Familie leben will, denn die Regel “Einen Lebenden für einen Toten” lässt sich differenziert interpretieren und bildet die Grundlage für die grauenhaften Ereignisse aus der Vergangenheit, die mit dem Schicksal ihrer Tochter verknüpft zu sein scheinen.

Fazit: John Fawcett ist mit THE DARK ein kleines Meisterwerk geglückt, das bedrückend und düster daherkommt und Ähnlichkeiten zu THE RING oder THE GRUDGE nicht leugnen kann, sich jedoch eindeutig auf intelligentere Weise weiterentwickelt. Wer auf atmosphärisch inszenierte Gruselgeschichten steht, sollte THE DARK eine Chance geben. Für Fans der beiden Hauptdarsteller ist der Film ohnehin ein “Muss”.

The Dark (2005), 5.0 out of 10 based on 1 rating

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Geschrieben von Autor | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. Colemarie
    02 Feb 2012, 1:53 pm

    Bei diesem Film bin ich etwas zwiegespalten. Gute schauspielerische Besetzung, dunkle Atmsophäre mit Eigencharakter die einem schon interessiert der Handlung folgen lässt.allerdings
    ist die Ähnlichkeit zu the Ring ist etwas zu viel…Statt Pferden bringen sich dort Schafe um, die Klippe, statt einem schwarzhaarigen ein blondes Mädchen das eine etwas andere Art des Todes fand aber dennoch zurück in die Welt der Lebenden will,was nur fehlt ist der Leuchtturm…macht irgendwie auf Grund dieser Basis anfangs nicht viel Spaß den zu gucken, da es wie eine abgeänderte Eigenversion wirkt.
    Auf der Basis bekannter Vorgänger hat dieser Film es etwas schwer, dennoch einen drängt erfahren zu wollen, wie es um die kleine Sarah geschehen ist.
    6 Sterne

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