Territories (1)

Territories (2010)

Darsteller: Nicole Leroux,Roc LaFortune, Sean Devine
Regie: Olivier Abbou
Länge: 91 min
FSK: ab 18
Veröffentlichung: 14.09.11 (DVD+BD Verleih) 07.10.11 (DVD+BD Verkauf)
Verleih/Vertrieb: Universum Film GmbH
Land: Kanada, Frankreich
Unsere Wertung
4.5
VN:F [1.9.17_1161]
User Score:
2 votes
6.0

Auf den ersten Blick ist TERRITORIES eine eindeutige Kritik an der Einreisepolitik der USA, sowie dem Umgang mit vermeintlichen Terroristen…auf den zweiten Blick auch.

Fünf Freunde kehren von einer Hochzeit in Kanada zurück in die USA. Im Grenzgebiet geraten sie in eine Zollkontrolle. Ein kaputter Scheinwerfer, ein Tütchen Marihuana und die Tatsache, dass der Fahrer arabischer Abstammung ist, führen zu fragwürdigen Drangsalierungen durch die Beamten und enden mit einem Toten.
Die Überlebenden werden in den Wald geführt, in Käfige gesperrt und dort ohne Begründung gefangen gehalten, während die vermeintlichen Grenzschützer Geständnisse haben wollen.

Man kennt das eigenartige Gefühl in eine Polizeikontrolle oder Zollkontrolle geraten zu sein: selbst wenn man sich nichts vorzuwerfen hat, wäre man lieber woanders. Muss man wirklich am Flughafen Fingerabdrücke hinterlassen und sich fragen lassen, ob man mit dem NS-Regime in Verbindung steht? Was sollen die Fragen zur Person, zu den Dingen die man mit sich führt usw.? Wird man etwa verdächtigt?
Regisseur Olivier Abbou macht aus einer Routinekontrolle einen Alptraum, der damit aber erst beginnt.

TERRITORIES enthält Folter, kann aber dennoch nicht dem üblichen Torture Porn – Genre zugeordnet werden. Ein Großteil der Gewalt ist psychologischer Natur oder springt zumindest nicht direkt ins Auge. Echte Daumenschrauben sucht man vergebens. Die Foltermeister, die glauben ihrem Land zu helfen, gehen meist subtiler vor: Kälte, Lärm, Isolation, Nacktheit und ewige sinnlose Verhöre sollen die „Terroristen“ zermürben.
Visuell ist das vielleicht weniger beeindruckend, dafür aber unangenehm realistisch.

Wir erfahren aber auch mehr über die „Beamten“, zwei gescheiterte Existenzen, Veteranen des ersten Golfkriegs, die inzwischen in einer schäbigen Hütte im Grenzwald wohnen und von Paranoia zerfressen sind.
All das liefert ein kritisches Bild der US-amerikanischen Situation. Dass TERRITORIES ein kanadischer Film ist, passt gut. Die nördlichen Nachbarn sind einerseits nahe genug dran, andererseits weit genug weg um gewisse Ereignisse einschätzen zu können.

Dummerweise vergisst TERRITORIES bei all der berechtigten Sozialkritik, dass er keine Doku ist und daher etwas Spannung von Nutzen wäre. Hieran mangelt es jedoch. Die Handlung ist mehr eine Bestandsaufnahme als eine packende Geschichte.
Als gegen Ende ein Privatdetektiv auftaucht, der die fünf Vermissten sucht, wird zudem eine Person eingeführt, deren Sinn sich etwas verliert. Womöglich soll er die wachen Augen der Weltöffentlichkeit symbolisieren, die aber unter Sehschwäche leiden; in jedem Fall wäre es an dieser Stelle sinnvoll gewesen, die Geschichte der Opfer fortzuführen.

So bleibt unterm Strich ein Film, der Empathie für unschuldig eingesperrte Menschen weckt (egal ob in Guantanmo oder an anderer Stelle), aber als Gesamtpaket auch viele Längen und Schwächen aufweist und damit schnell wieder in der Versenkung verschwinden dürfte.

Territories (2010), 6.0 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | 18 Okt 2011 | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. Colemarie
    30 Jan 2012, 1:31 pm

    Dieser Film fängt irgendwie zusammenhangslos an und ist nicht gerade gut gespielt,die Dialoge lassen einem auchnicht wirklich transparenz zur entstehenden Handlung abnehmen…es wirkt ein wenig wieein von Teenagern erdachter Film,getreu demMotto wirspielen einfach malGuantanamonach auf unsere Art und Weise im Wald…folglich ist oberes Fazit richtig, sucht nach einem anderen Film^^

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