SUPER_8_Filmplakat

Super 8 (2011)

: Elle Fanning, Joel Courtney, Kyle Chandler
: J.J. Abrams
: J.J. Abrams
: ca. 112 min
: ab 12
: 04.08.11 (Kino)
: Paramount Pictures
: USA
Unsere Wertung
8.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
8 votes
8.4

Super 8 (2011)

Kennt ihr noch jene Filme, die eine Gruppe Kinder oder Teenager als Mittelpunkt hatten und einen in eine Welt von fantastischen Abenteuern mitnahmen? Filme wie E.T., STAND BY ME oder DIE GOONIES?
SUPER 8 schlägt in exakt diese Kerbe und wenn daran Namen wie J.J. Abrams und Steven Spielberg beteiligt sind, hat man schon eine Idee wie das Ergebnis aussehen könnte.

SUPER 8 spielt in den späten 70ern in einer kleinen Stahlstadt in Ohio. Joe und seine Freunde wollen ihren ersten Film drehen, einen Zombiestreifen nach dem Vorbild von George A. Romero. Als sie sich eines Nachts aus den Elternhäusern schleichen, um nahe den Bahngleisen einige Szenen aufzunehmen, werden sie Zeugen eines gewaltigen Zugunglücks. Fortan ereignen sich eigenartige Dinge in der Stadt: Militär taucht auf, Hunde verschwinden, Elektrogeräte werden gestohlen…und das ist erst der Anfang.

Hauptdarsteller des Films sind eindeutig die Jugendlichen und es ist vor allem deren Sicht auf die Dinge, die SUPER 8 sehenswert macht. Während die Welt um sie herum zunehmend im Chaos versinkt, nutzen sie die Schauplätze und Unfallstellen als Kulisse für ihren Film, müssen dabei aber lernen, dass auch sie nicht vor der Realität fliehen können.
Als Kontrast dazu erlebt der Zuschauer aber auch wie die Erwachsenen mit der Situation umgehen, allen voran Joes Vater Jackson, ein Deputy, der nach dem Verschwinden des Sheriffs die Verantwortung für die Stadt übernimmt.
Die Darstellung der Charaktere mag gewisse Klischees erfüllen, dennoch sind die Figuren liebevoll gezeichnet und bieten reichlich Abwechslung.
Charles, der unter den Kids den detailverliebten Regisseur spielt, erinnert etwas an Spielsbergs alten Weggefährten George Lucas, Alice hat Probleme mit ihrem Vater, Cary liebt es Dinge in die Luft zu sprengen und Joe leidet unter dem Tod seiner Mutter.


Der Zeitsprung in die 70er wirkt von Frisuren und Mode über Autos bis zur gesamten Lebensweise realistisch, wird aber öfters mit einem Augenzwinkern dargestellt. Wenn ein junger Typ dem Sheriff die Vorzüge einer mobilen Stereoanlage erklärt, die man Walkman nennt, kann man in Zeiten von winzigen mp3-Playern mit riesigen Datenmengen ein Grinsen kaum vermeiden und Eltern können ihren Kindern im Kino ein nostalgisches „Ja, so war das damals“ zuraunen.

So bewegt sich der Film zwischen Klassik und Moderne. Wie zu hören war, beschränkte sich Spielberg nicht nur auf die originären Aufgaben des Produzenten, sondern ließ es sich nicht nehmen auch am -von Abrams verfassten- Drehbuch mitzuwirken und scheint dabei wieder Spaß am eigenen Stoff wie DIE UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART oder E.T. gefunden zu haben.

Natürlich stellt man sich bei einem Big Budget – Projekt immer die Frage wie viel Horror enthalten ist.
SUPER 8 ist eher Mystery und Science-Fiction als Horror und auch wenn es durchaus gruslige und spannende Momente zu erleben gibt, ist der Film zwar härter als E.T., aber weniger martialisch als CLOVERFIELD, den Abrams produzierte.
Angemerkt sei hier, dass SUPER 8 trotz des Titels und der Amateurfilmer kein Found Footage Film ist.

Wer reinen Horror will, sollte sich unbedingt den Abspann des Films ansehen, denn dort wird THE CASE, der Film der Kinder, dessen Entstehung man immer wieder in einzelnen Sequenzen verfolgen konnte, in voller Länge gezeigt.
THE CASE ist natürlich ein gewollt laienhafter B-Zombiefilm, der aber vorzüglich für das Ende von SUPER 8 entschädigt, das die einzige Schwachstelle des Films darstellt.
Während die eigene Fantasie angespornt wird, wenn man die Bedrohung während des gesamten Films immer nur kurz zu Gesicht bekommt und dann meist im Halbdunkel, enttäuscht im Finale sowohl die optische als auch die inhaltliche Aufklärung etwas.
Nach einem sauberen Aufbau, toller Dynamik, beachtlicher Story und guten Schauspielern hätte man dort mehr erwartet.

Trotzdem ist das SUPER im Titel wörtlich zu nehmen. Man merkt, dass die Macher mit Enthusiasmus bei der Sache waren und womöglich ihre eigene Karriere ähnlich begannen wie Joe und seine Freunde.
Popcornkino im besten Sinne des Wortes.

Super 8 (2011), 8.4 out of 10 based on 8 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

10 Kommentare

  1. HeLives
    16 Jul 2011, 5:22 pm

    Ich konnte dem Film nichts abgewinnen, da die Geheimnistuerei um den Film und der Trailer der einen Monsterfilm à la Cloverfield Richtung Godzilla tendierend eine Erwartungshaltung hervorrief die er für mich nicht halten konnte. Es ist wie erwähnt eine Mischung aus E.T. und Unheimliche Begegnung der dritten Art, der aber für meine Erwartungshaltung an einen “Monster das ausbricht und alles plattmacht Film” somit sogar fast langweilig erscheinen ließ. Muss ihn vielleicht nochml unter anderem Gesichtspunkt sehen, aber so hat er mich eher enttäuscht.

  2. Daniel
    18 Jul 2011, 8:34 am

    Was hat denn das mit einem richtig geilen, harten Horrorfilm zu tun??? Deine Reviews sind klasse, deine Beiträge super und diese Seite ist einfach nur spitze, aber meines Erachtens gibt es unter FSK 16 gar nichts richtig Gutes – und das hat schon seine Gründe. 😉
    Also bitte nicht solche Kinderfilme hier!

  3. Mick
    18 Jul 2011, 9:52 pm

    @Daniel: Danke erstmal für die netten Worte.
    Deine Kritik bleibt aber auch nicht ungehört und du hast natürlich recht, dass Super 8 KEIN “harter Horrorfilm” ist. Ich denke, das kommt auch im Text rüber.
    Da der Film aber im Vorfeld (vielleicht aus Unwissenheit, vielleicht als Teil der Kampagne) gerne in die derbere Ecke gedrückt wurde und teilweise sogar als geheime Cloverfield-Fortsetzung gehandelt wurde, passt es doch ganz gut, dass wir das Ding hier mal sezieren…und wenn es nur ist, damit der ein oder andere nicht mit falschen Erwartungen rangeht oder eben ganz auf den Film verzichtet.

  4. Ali
    06 Aug 2011, 5:31 am

    Sorry Leute,
    Sorry Mick,

    aber Super 8 ist so was von schlecht, einfallslos, miserabel und traurig wie Sonne ohne Wärme, dass ich keinem Menschen auf dieser Erde empfehlen kann, sich so viel Lebenszeit weg vergewaltigen zu lassen. Unter keinen noch so aus den Haaren konzipierten Gesichtspunkten wird der Film noch zu einem intellektuellem Genuss der Sinne – eher würde heute aus meinem Po ein Alienkopf rausgucken und mit den Leuten auf der Straße Rumba tanzen! – was denken die Leute von HollyBlöd, wenn sie solche Filme noch als Super verkaufen?? Wer gibt dafür noch Geld aus?! Mein Tipp: Der Film fiegt in der 3 Woche aus den dt. Charts raus! Wetten, dass!?

  5. Mick
    06 Aug 2011, 10:43 am

    @Ali: Kein Grund zur Entschuldigung. Meinungen sind nunmal verschieden.:)
    Ich würde aber die Wette halten, dass der Film recht erfolgreich läuft. Das hat aber mit mit meiner oder deiner Kritik nichts zu tun. Wenn wir auf die Chartplatzierungen achten würden, wäre es hier ziemlich leer.

  6. Ali
    06 Aug 2011, 3:17 pm

    @ Mick
    – ja, zum Teil hast Du ja Recht, aber die klassischen Horrorfilme wurden nie für den Mainstream produziert…sie waren immer schon B-Movies. Aber auch dazu gibt es genügend ausnahmen, wenn sich B-Movies (zb. wie SAW ) zu einem Kassenhit mausern und die großen Produzeten Geld richen, da sie vielleicht den Gedanken haben: “Wow, jetzt ist bestimmt die Zeit gekommen, mit wenig Geld viel rauszuholen, da nun eine “neue” Richtung im Filmgeschäft eröffnet sein könnte und mal gucken, dass wir die “Ersten” sind; dann zur Idee kommen, Filme wie Priest, The Rite usw. machen zu wollen…das Resultat: Nichts Ganzen und nichts Halbes, einfach nur Müll. … ich konnte nicht verstehen, wie ein Film Cloverfield in den USA auf Platz 1 es schaffen konnte – es waren schon einige gute Ideen im Film enthalten, aber…da gucke ich mir lieber einen Zeichtrickfilm wie Ben10 an 🙂

  7. Mick
    06 Aug 2011, 3:28 pm

    @Ali: Ich finde es prinzipiell nicht verwerflich, wenn mit Filmen Geld verdient wird und bin niemand, der große Produktionen aus Prinzip meidet, ich gebe dir aber recht, dass es zuviele Produkte gibt, die NUR und AUSSCHLIESSLICH auf den schnellen Dollar abzielen (eigentlich fast jede Fortsetzung).
    Super 8 ist selbstverständlich auch mit reichlich finanziellem Kalkül entstanden und vermutlich muss man das über 99% aller Filme sagen, die es ins Kino schaffen, aber ich fand eben doch noch vieles positiv.
    Ben10 kenne ich ehrlich gesagt nicht.

  8. Ali
    06 Aug 2011, 7:08 pm

    @ Mick
    – vielleicht habe ich es wenig falsch ausgedrückt; ich finde es auf keinem Fall schlimm, mit Filmen Geld zu verdienen. Was ich damit sagen wollte, anstatt sich Mal was neues zu überlegen….wie Du schon gesagt hast…Teil 2/3…usw. Einige Fortsetzungen können sogar besser sein als ihr 1ter Teil :-))
    Hier mal ein Link zu Ben 10 😉 http://www.cartoonnetwork.de/show/ben-10

  9. Mick
    06 Aug 2011, 10:25 pm

    Ali,
    stimmt, es gibt Filme, wo die Fortsetzungen besser sind…aber wenige.
    Danke für den Link.

  10. Yahi
    07 Aug 2011, 11:02 pm

    also wenn ihr mich fragt hat der film für mich keinen Anfage keine Geschichte und das ende ist so dünn dass man davon nichts gesehen hat. das ist einfach ein Film wo die Macher höchstens Geld begraucht haben und ganz genau wussten, dass der Name dessen alleine dafür sorgen wird dass die Kinos voll werden und dementsprechend ihre Taschen/Bankkonten für Gelder. Auf dem Punkt gebracht: Langweilig zum einschlafen und eine Beleidigung für meine Augen.

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