Stolen Lives (2009)

Horror-Puristen aufgepasst: Ihr braucht an dieser Stelle nicht weiterlesen und vor allem solltet ihr euch STOLEN LIVES nicht ansehen. Zwar suggeriert die DVD durch Aufmachung, FSK „ab 16“-Aufkleber und Inhaltsangabe, dass der Film Richtung Horror oder zumindest gen Serienmörder-Thriller gehen könnte, das ist aber eigentlich nicht der Fall, STOLEN LIVES ist stattdessen ein Krimidrama, das aber – wenn man nicht mit falschen Erwartungen herangeht – dennoch gefallen kann.

Der Sohn des Polizisten Tom Adkins ist seit 8 Jahren verschwunden, als plötzlich eine Leiche gefunden wird. Schnell ist klar, dass es sich ebenfalls um einen Jungen handelt, der aber bereits seit 50 Jahren tot ist. Unfähig den Fall seines eigenen Kindes zu lösen oder auch nur seelisch zu verarbeiten, versucht Tom herauszufinden wer die Leiche war und entdeckt dabei, dass beide Fälle zusammenhängen.

LOST LIVES erzählt zwei Geschichten, zum einen die der Familie Adkins, beginnend mit dem Fund der unbekannten Leiche, zum anderen die 50 Jahre zurückliegende der Wakefields, die noch vor dem ersten Mord ansetzt.
Statt die Verbrechen zu zeigen, konzentriert sich LOST LIVES völlig auf die Angehörigen der Opfer und deren Lebensumstände vor und nach dem Verschwinden der Kinder. Obwohl die Identität des Mörders nicht sofort bekannt wird, liegt der Reiz des Films weniger in der Mördersuche, als vielmehr in der Frage wie Vergangenheit und Gegenwart verknüpft sind.


Obwohl die beiden Väter und Hauptfiguren Tom Adkins und Matthew Wakefield teilweise einander ähneln, gehen sie unterschiedlich mit der Situation um. Der Film schafft es, dass der Zuschauer zu beiden Männern Empathie aufbaut, die die Rollen mit Leben füllen.

All das ist sauber erzählt, inhaltlich stimmig und dürfte Fans der TV-Serie COLD CASE gefallen, warum der Film aber eine FSK 16 – Freigabe erhalten hat, kann wohl nur durch die Ernsthaftigkeit des Themas als solches erklärt werden, denn Gewaltdarstellungen oder Schreckmomente finden sich in STOLEN LIVES keine.

Somit ist der Film aus Sicht eines Horrorfans irrelevant, wer sich aber auch dann gerne mit abgründigen Themen auseinandersetzt, wenn diese nicht grafisch aufgearbeitet wurden, braucht um den Streifen keinen Bogen zu machen.

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. Mia
    25 Aug 2011, 1:07 pm

    dieser film ist eher ein drama – ich habe auch erst gedacht, das ist eine thriller – enttäuscht war ich aber nicht. mir hat der gut gefallen und ich fand ihn ziemlich traurig. also eher etwas für einen gemeinsamen fernsehabend mit der freundin 😉

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