sensored

Sensored (2009)

: Robert Picardo, Sarah Knowlton, Brian Rife
: Ryan Todd
: 86 min
: 18
: 08.12.11 (DVD+BD)
: dtp entertainment AG
: USA
Unsere Wertung
5.5
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User Score:
6 votes
5.3

Sensored (2009)

Es gibt Filme, bei denen alles klar ist.
Jagt z.B. ein maskierter Killer paarungslustige Teenager durchs die Nacht, haben wir es mit einem Slasher zu tun. Und dann gibt es Filme wie SENSORED, die gar nicht so recht einzuordnen sind und auch kaum in einem Satz beschrieben werden können.

Im Zentrum der Handlung steht Kinderbuchautor Wade Mixon, ein eher biederer Geselle, der alleine ein hübsches Haus bewohnt und den Annäherungsversuchen seiner Nachbarin zu widerstehen versucht. Aber Wade hat auch eine dunkle Seite, wie seine Folteropfer im Keller überdeutlich zu spüren bekommen.

Auch wenn ich hier das Wort Folter fiel, auch wenn auf dem Cover Vergleiche zu SAW (und SCHWEIGEN DER LÄMMER) bemüht werden, wird die Enttäuschung groß sein, wenn man auf Torture Porn setzt, denn im Grunde ist SENSORED eher ein Drama, das mit eruptiver Gewalt daherkommt. Wenn brutal, dann richtig, aber über lange Strecken begleitet sanfte Pianomusik die ruhig vorbeiziehende Handlung und sorgt – je nach Sichtweise – für die Ruhe vor dem nächsten Sturm oder schlicht Langeweile.

Gefüllt werden diese Strecken aber mit gutem Schauspiel und realistisch gezeichneten Charaktern. Besondere Nähe zu Wade wird durch seine Erzählweise aus der Ich-Perspektive geschaffen.
Der sonst meist im TV-Bereich eingesetzte Robert Picardo (u.a. STARGATE) verkörpert den verrückten Autor mit der nötigen Substanz und auch darüber hinaus fällt niemand unangenehm auf, während die Inszenierung stimmig ist.

Was die düstere Seite der Geschichte angeht, vermischt sich für Hauptfigur und Zuschauer die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn und lässt uns am Ende mit der Frage zurück, was denn nun Wirklichkeit war und was nicht.
Das wiederum erinnert womöglich vorübergehend an AMERICAN PSYCHO, aber eben nur kurz, denn trotz aller Vergleiche (wie bei jedem Mindfuck-Film, wird hier und da auch der Name David Lynch ins Spiel gebracht), ist SENSORED doch recht eigenständig.

Fraglich ist, ob es Regisseur Tyan Todds Intention war, den Film mit einer explosiven Überraschung enden zu lassen, die alles auf den Kopf stellt. Falls ja, gelingt dies nur mit Abstrichen. Zwar bleibt lange unklar, in welchem exakten Zusammenhang die Personen in Wades Umfeld und er selbst stehen, dass aber nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, bleibt kaum verborgen.

SENSORED ist technisch gesprochen kein schlechter Film, so recht überspringen wollte der Funke dann aber doch nicht. Wer Spaß an verschrobenem Material hat, dass man evtl. auch öfters sehen muss, sollte auf jeden Fall mal reinschauen.

Sensored (2009), 5.3 out of 10 based on 6 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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