RED WHITE AND BLUE ist einer jener Vertreter, deren Beschreibung auf dem Backcover der DVD nur die halbe Wahrheit erzählen.
Dort steht sinngemäß, dass die Hauptfigur Erica nach außen hin Party, Alkohol und Sex zelebriert während sie innerlich eine zerrüttete Persönlichkeit ist. Das ändert sich, als sie den stillen Nate kennen lernt, einer der wenigen Männer, die nett zu ihr sind. Doch mit ihm beginnt ein Kreislauf der Gewalt…
All das trifft zu, funktioniert aber anders als man es erwartet und ist zudem nur Teil der Geschichte.
Dass mit Nate nicht gut Kirschen essen ist, wird früh klar, als er sich als Tierquäler outet. Trotzdem ist sein Auftreten gegenüber Erica tadellos. Während diese auch vor einem Vierer mit 3 fremden Männern nicht zurückschreckt und sich in der Mittagspause ein paar Dollar dazuverdient, indem sie die Kollegen befriedigt, reicht es Nate den Arm um sie zu legen. Umgekehrt stellt Erica ihm gegenüber von Anfang an klar, dass sie keinen Sex mit ihm haben wird, was ob der sonstigen Freizügigkeit zunächst eigenartig erscheint, aber Sinn ergibt, als die Story ihr Hauptaugenmerk sich auf Franki richtet, der an diesem Vierer mit Erica beteiligt war.
Auch in seinem Leben läuft nicht alles perfekt, vor allem als er erfährt, dass er sich bei Erica mit HIV infiziert hat.
Zusammen mit seinen Kumpels macht er sich auf die Suche nach ihr…
Auch hiermit ist noch nicht alles gesagt, zeigt aber hoffentlich, dass RED WHITE & BLUE kein 08/15-Werk ist und auch nicht mit NATURAL BORN KILLERS und ähnlichem verglichen werden kann.
Tatsächlich kann man darüber streiten welchem Genre man den Film überhaupt zuordnet. Während Regisseur Simon Rumley von einem Horrorfilm spricht, ist er für Hauptdarsteller Noah Taylor eher ein Drama mit erschreckenden Elementen. Einen üblichen Genrefilm haben wir hier jedenfalls nicht vorliegen, was nicht zuletzt daran gezeigt wird, dass der Film in seiner ersten Hälfte äußerst zurückhaltend beginnt und die realistischen Figuren in aller Ruhe vorstellt.
Dafür sind selten viele Worte notwendig. Geräusche sind ohnehin rar, ein Soundtrack besteht nur aus seltenen Pianoklängen.
Stattdessen sind es immer wieder kurze Episoden und Bilder, die für sich sprechen und die Charaktere wachsen lassen.
So glaubwürdig dies auch passiert, fragt man sich doch irgendwann worauf alles hinausläuft. Auch wenn der Film am Ende durchaus Sinn ergibt, wird die Geduld des Zuschauers zunächst strapaziert.
Erleichtert wird dieser Umstand aber durch gelungene Kulissen, die selbst in guten Momenten nach White Trash aussehen und allem vorweg starken Schauspielern, die Mut zur Hässlichkeit mitbringen.
Mit fragwürdigen Frisuren, Bärten oder Ohrringen geben die Darsteller äußerlich alles, aber es ist vor allem die Zerrissenheit ihrer Rollen, die wunderbar dargestellt wird.
Helden sucht man in RED WHITE & BLUE vergebens, diese Menschen haben Fehler, viele Fehler, und uneingeschränkte Sympathie kommt niemandem zu; dennoch hat jeder von ihnen etwas an sich, das man verstehen kann.
Der grafische Horror hält erst tief in der zweiten Filmhälfte Einzug, fehlt zuvor fast komplett und wird höchstens kurz angedeutet; doch dann zieht RED WHITE & BLUE alle Register und lässt Härte walten, was die FSK 18-Freigabe letztlich rechtfertigt.
Fazit: RED WHITE & BLUE erscheint in der Störkanal-Reihe und wie fast immer gilt, dass man das Unerwartete erwarten sollte. Der Film ist sicher nicht nach jedermanns Geschmack, nichts für nebenbei, aber wenn man sich darauf einlassen kann, durchaus sehenswert.











06 Jul 2011, 8:24 pm
oh mann, so einen schlechten film hab ich noch nie gesehen. Null spannung, keine logik, hässliche schauspieler. finger weg!!
wie kann man da nur 7 von 10 sternen vergeben, versteh ich nicht!!
09 Jul 2011, 8:21 pm
Dieser Film hat mir absolut nicht gefallen. Man wird im ersten Teil des Films wahnsinnig, weil kaum gesprochen wird und wenn dann nur ein oder zwei Worte. Ein sehr schlechter Film, in dem nur im zweiten Teil ein wenig Aktion aufkommt. Frage mich auch wie man da 7 von 10 Sternen vergeben kann.
10 Jul 2011, 10:41 pm
Also da scheiden sich die Geister.Dieser Film ist im Grunde genommen kein Horrorfilm, sondern ein Drama.Und was für eins.
Super gemacht.(Wer zwischen den Zeilen lesen kann).Obwohl der Autor ja schon ziemlich viel geschrieben hat, so zu sagen, der Wink mit der Zaunlatte.
Na ja, die Mehrheit schaut sich Filme an, ohne den Sinn darin zu erkennen.
Ich gebe 8 Sterne.
14 Jul 2011, 4:38 am
also ich fand den film sehr einfühlsam und schockierend zugleich. die thematiken von kindesmisbrauch über hiv und opfer- und täterrolle gut interpretiert und genial umgesetzt. man hasst und leidet mit der protagonisten gleichermassen mit. man kann mit den verschiedenen charakteren mitfühlen und fragt sich, ob man in diesem film leibhaftig mitspielt, so sehr gehen die bilder und die handlung unter die haut. ich würde ohne wenn und aber sogar 9-10 sterne geben! aber dieser streifen ist halt kein fastfoodprogramm und fordert von dem zuschauer eine immense stärke.
22 Feb 2012, 3:52 pm
Ich schaue Filme eigentlich prinzipiell zu Ende, so schlecht sie auch sein mögen, aber das hier ging garnicht. Wie oben schon erwähnt wird dort nix auf die Leinwand gebracht was einen dranbleiben lässt.
Schauspieler mit Mut zur Hässlichkeit? Grundsätzlich gut, aber wenn das Drumherum absolut öde ist dann reißen es solche Dinge auch nicht raus.