Kaum zu glauben, dass 1922 mit „Nosferatu“ einer der ersten Horrorfilme aus Deutschland kam, denn seitdem ist es vergleichsweise still um den heimischen Gruselfilm geworden und bei den meisten Eigengewächsen handelt es sich heutzutage um Komödien.
Mit „Rammbock“ will nun mal wieder ein deutscher Horrorfilm ins Geschehen eingreifen und in die Fußstapfen von anderen europäischen Streifen wie „[Rec]“ oder „28 days later“ treten. Dass ein Zombie-Film mit Unterstützung des ZDF produziert wurde, mögen Zyniker lustig finden, doch es gibt sicher schlechtere Wege, mit denen die als Renter-Sender verschrieenen Mainzer GEZ-Gebühren unters Volk bringen können.
Im Film reist der Österreicher Michael nach Berlin um seine Ex-Freundin zu sehen, stößt in ihrer Wohnung aber nur auf einen äußerst wütenden Heizungsmonteur. Zusammen mit dessen Azubi kann sich Michael in dem Apartment verschanzen. Nur über ein Fenster zum Hinterhof können die beiden Kontakt zu den anderen Bewohnern aufnehmen, während draußen mehr und mehr Menschen zu aggressiven Bestien werden.
Wie [Rec] spielt Rammbock fast ausschließlich in einem Mehrfamilienhaus, man täte dem Film aber unrecht, würde man ihn als Plagiat bezeichnen. Auch wenn Rammbock das Rad nicht neu erfindet, weist er alleine durch seine Herkunft eine gewisse Eigenständigkeit auf. Schauspieler und Ort wirken authentisch und wenn Michael vom Dach auf ein brennendes Berlin blickt, wirkt die Zombie-Apokalypse näher als wenn die Stadt Los Angeles hieße.
Das Fenster zum Hof, durch das Michael und der junge Harper immer wieder blicken, erinnert an Hitchcocks gleichnamigen Film. Von dort sehen sie, wie die Nachbarn mit der Bedrohung umgehen, wodurch Regisseur Marvin Kren der Trick gelingt, dass er in verschiedene Wohnungen blickt, obwohl er eigentlich permanent bei den beiden Hauptdarstellern bleibt.
Naturgemäß enthält ein Zombiefilm einige brutale Szenen, trotzdem ist der Splatter-Faktor bei Rammbock überraschend gering. Die Protagonisten probieren meist gar nicht erst sich gegen die befallenen Kreaturen zur Wehr zur setzen, sondern versuchen ihr Glück im Allgemeinen mit flüchten und verstecken.
Auch als Harper gegen Ende eine Methode findet, wie man die rasende Horde zeitweise zurückschlagen kann, geschieht dies ohne ein zu erwartendes Gemetzel.
Mit gerade einmal etwas mehr als 60 min Laufzeit ist der Film ziemlich kurz ausgefallen und wenn Rammbock kommenden Donnerstag (9.9.) in die Kinos startet, wird der ein oder andere empört sein, wenn er dennoch den vollen Preis zahlen muss. Andererseits ist eine spannende Stunde allemal besser, als 90 min Langeweile.
Fazit: Rammbock ist mit den Genregrößen 28 days later oder [Rec] nicht ganz auf einer Augenhöhe, lässt aber darauf hoffen, dass man bald noch mehr anständige deutsche Horrorfilme zu sehen bekommt.
Übrigens: Wie es sich inzwischen gehört, handelt es sich bei den Infizierten um „schnelle“ Zombies.









07 Sep 2010, 1:12 pm
wirklich guter film
01 Dez 2010, 4:39 am
dieser film ist einfach nur langweilig und schlecht. das könnte auch die lindenstraße undead sein. diesen film mit rec oder gar 28 days later zu vergleichen is die reinste beleidigung. zwar lobenswert das es eine deutsche produktion ist, allerdings glaube ich doch das wir da zu mehr in stande sein sollten. ansonsten sollte man es besser lassen. liegt wohl daran das nich die richtigen leute die mittel haben hier filme zu produzieren.
01 Dez 2010, 9:58 am
@Doomtrooper: Der “Vergleich” mit Rec und 28 days later bestand darin zu sagen, dass Rammbock NICHT so gut ist, wie die anderen beiden.
02 Dez 2010, 5:13 am
zitat:„Fazit: Rammbock ist mit den Genregrößen 28 days later oder [Rec] nicht ganz auf einer Augenhöhe, lässt aber darauf hoffen, dass man bald noch mehr anständige deutsche Horrorfilme zu sehen bekommt.”
Das habe ich wohl schon verstanden jedoch is die formulierung „nicht ganz auf einer Augenhöhe” viel zu schön gesprochen für den streifen. das ist alles worum es mir dabei ging.
mfg