Priest

Priest (2011)

: Paul Bettany, Karl Urban, Maggie Q
: Scott Charles Stewart
: Cory Goodman
: ca. 84 min
: ab 16
: 06.10.11 (DVD+BD)
: Sony Pictures Home Entertainment
: USA
Unsere Wertung
7.0
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User Score:
8 votes
6.8

Priest (2011)

Man kann nicht behaupten, dass Paul Bettany unterbeschäftigt ist, aber inzwischen sieht es so aus, als würde man den Engländer immer dann anrufen, wenn es im weiteren Sinne um Glauben und Religion in Filmen geht. Nach DER DA VINCI CODE und LEGION spielt er hier den titelgebenden Priester, der es mit Vampiren zu tun bekommt.

In der Welt in der er lebt, sind Priester mächtige Kämpfer, die in einem früheren Krieg die Vampire in Reservate zurückdrängen konnten. Doch auch die Menschen wurden fast ausgerottet.
Als die Nichte des Priesters von Vampiren entführt wird, macht er sich gegen den Willen der Kirche auf die Suche nach ihr. Zu ihm stößt ein junger Sheriff, doch sie begegnen unterwegs auch anderen ehemaligen Weggefährten des Priesters.

Regisseur Scott Charles Stewart, der ebenfalls für LEGION verantwortlich war und dort noch dreist Ideen stahl, hält sich hier zurück und zitiert stattdessen geschickt. Das dürfte auch an Min-Woo Hyung liegen, auf dessen Comics der Film beruht; ein Fakt der Eingangs entsprechende Erwähnung findet, wenn die Vorgeschichte des Konflikts zwischen Menschen und Vampiren im Comic-Stil dargestellt wird.
Leider wird es für den Rest des Films nie wieder so blutig, wie in diesen Szenen, aber wer lupenreinen Horror erwartet hat sich ohnehin geschnitten. PRIEST ist ein Bastard aus Gruselfilm, Dark Fantasy, Science-Fiction und vor allem Western.

Daran erinnert nicht nur über weite Teile die Wüstenoptik, sondern auch der Aufbau der Geschichte. Die Vampire wären in einem Western der 50er-60er Jahre marodierende Apachen oder Komantschen gewesen, aber natürlich ist das heute nicht mehr politisch korrekt und niemand wird sich darüber beschweren, dass stattdessen blutrünstige Vampire in Reservaten leben.
Auch anderenorts finden sich Anleihen an US- oder Italo-Western. Bösewicht Black Hat erinnert gewaltig an Clint Eastwood in EINE HANDVOLL DOLLAR, Sheriff Hicks an den jungen James Caan in EL DORADO und der Eisenbahnlinie kommt -wie in vielen Western- eine zentrale Bedeutung zu.

Auf der anderen Seite stehen futuristische Motorräder, wie man sie freilich in keinem Western sehen würde, maßlos überzogene Action und eine Auseinandersetzung mit der Kirche, die klar in die heutige Zeit passt. Während Protagonist Priest ein gottesfürchtiger Mann ist, wird die Institution Kirche bzw. ihre Vertreter negativ belegt.

Allzu intensiv hält man sich mit diesen Fragen nicht auf, denn PRIEST soll vor allem unterhalten und das tut er auch dann, wen man nicht einmal weiß, wer John Wayne oder der Papst ist. Obwohl sich der Film an einem mainstreamigen Publikum ausrichtet, sind die Vampire gut gelungen, keineswegs mit TWILIGHT-Weicheiern zu vergleichen und ausnahmsweise wird hier einmal bewiesen, dass man CGI-Effekte auch sinnvoll einsetzen kann. Außerdem ist PRIEST aber auch prominent besetzt. Neben Brad Dourif und Karl Urban (beide HERR DER RINGE) sind Maggie Q (STIRB LANGSAM 4) Cam Gigandet (PANDORUM) und Christopher Plummer (DAS KABINETT DES DR. PARNASSUS) zu sehen.

PRIEST ist kein Film für die Ewigkeit, hat mich aber positiv überrascht. Wenn man keine Berührungsängste mit Genreübertritten hat, vergeht die Zeit rasant.

Priest (2011), 6.8 out of 10 based on 8 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. ZombieSnail
    14 Sep 2011, 1:55 pm

    “Priest” kam mir streckenweise vor wie ein Warhammer 40k – Film ohne Lizenz…*gg* Wie auch immer, ich fand ihn auch unterhaltsam, wenn auch etwas mehr Blut dem Film ganz gut getan hätte (das ja für die 16er-Freigabe noch zusätzlich etwas geschwärzt wurde).

  2. Colemarie
    29 Jan 2012, 4:39 pm

    Der Prolog ließ mich etwas schmunzeln, alla Kill Bill eine Sequenz von Comicfiguren die die Geschichte erzählen und die “Ultimative Waffe:die Priester” einleiten, welche aus nicht nachvollziegbarem Grund nich mehr den gleichen Rang zu Beginn des Filmes haben, wie letztlich im Prolog erdacht. Die Vampire erinnern etwas an Resident Evil und mancher Schnitt erscheint etwas undurchsichtig, z.B. wenn der Priester im Haus eintrifft und auf einmal ist der Scherif vor Ort und ohne ein Wort der Erklärung sausen beide auf ihren schicken Rollern in die nächste kleine Stadt.
    Ein Hauch von Western und Sci-Fi mit dem ständigen Mantel der katholischen Kirche, amüsant anzusehen aber die Story hätte merh ausgebaut werden können.

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