On the run (1)

On the run (2011)

Darsteller: Albert Dupontel, Alice Taglioni, Stéphane Debac
Regie: Eric Valette
Länge: 98 min
FSK: 16
Veröffentlichung: 02.12.11 (DVD+BD)
Verleih/Vertrieb: Koch Media
Land: Frankreich
Unsere Wertung
7.5
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
2 votes
9.0

ON THE RUN hat seinen Weg hierher nicht deswegen gefunden, weil wir ihn für einen lupenreinen Horrorfilm hielten. Andererseits wissen wir aber, dass französische Thriller gerne etwas couragierter zur Sache gehen als Produkte anderer Nationen und da ON THE RUN zudem auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest lief und von Regisseur Eric Valette (MALEFIQUE) kommt, sollten diese Argumente reichen, um mal einen ausgiebigen Blick zu riskieren.

Wie MALEFIQUE beginnt auch ON THE RUN im Gefängnis. Dort sitzt Franck wegen Raubüberfalls. Sein Zellengenosse ist der angebliche Vergewaltiger Jean-Louis Maurel. Als Franck den schwächlichen Mann vor den Übergriffen durch andere Insassen schützt, fällt er selbst in Ungnade.
Außerdem möchten verschiedene Leute wissen, wo er seine letzte Beute aufbewahrt. Dieser Umstand bringt Francks Familie in Gefahr und als er seine Tochter in den Händen eines Psychopathen weiß, bleibt ihm nur der Ausbruch aus dem Gefängnis.

Francks Zeit im Gefängnis bestätigt, dass sich Freunde derber Kost dem Film gefahrlos nähern können. Ein Schraubenzieher im Ohr oder eine aufgebissene Kehle sprechen eine deutliche Sprache.
Allerdings ist ON THE RUN keine Ansammlung von Gewalttaten und später werden diese zumindest weniger drastisch dargestellt.
Stattdessen setzt man auf eine gehörige Portion handgemachter Action, die dadurch oft erstaunlich realistisch wirkt, aber auch hier und da gehörig over-the-top ist. So muss der Flüchtling einiges einstecken, kann aber auch dann noch flink davonrennen, wenn er zuvor einige Stockwerke in die Tiefe gestürzt ist.

Natürlich erinnert Francks Odyssee an AUF DER FLUCHT und ähnliche Werke, trägt dabei aber stets eine europäische Handschrift.
Dazu gehört auch, dass der Held eben keine strahlende Rüstung trägt, sondern selbst Dreck am Stecken hat, während der Bösewicht aussieht, wie der nette Typ von nebenan.
Obwohl dieser Charakter glaubhaft verkörpert wird, würde ihm wohl selbst nach dem Sehen des Films manche Passantin arglos den Weg erklären.
Die dritte Partei ist die Polizei, in erster Linie verkörpert durch eine hartnäckige Polizistin, die Franck einige Male gefährlich nahe kommt.

Eine weitere Überraschung bietet der recht saubere Stil des Films. Wo die Franzosen für gewöhnlich immer etwas Extra-Schmutz unter Fingernägeln haben, wirkt ON THE RUN recht aufgeräumt. Selbst das Gefängnis wirkt beinahe steril und die restlichen Locations machen oft einen einladenden Eindruck.

Ob man ON THE RUN als Horrorfan sehen will, lässt sich nur mit einem deutlichen “Jain” beantworten. Ist man bereit das Schubladendenken für eine Weile zu vergessen, wird man aber einen Film kennenlernen, der trotz allem abseits durchkalkulierter Langweiligkeit agiert.

On the run (2011), 9.0 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | 10 Dez 2011 | Reviews (Filme)

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