No Reason (2010)

Dies ist ein Review, das ich schon seit längerer Zeit vor mir her schiebe. In dieser Zeit habe ich den Film zweieinhalb Mal gesehen und mir große Mühe gegeben alles Notwendige zu verstehen…wie ich gestehen muss, mit mäßigem Erfolg.
NO REASON ist ein Film von Olaf Ittenbach und der umstrittene Splatter-Papst hat wieder einmal eine Arbeit abgeliefert, die sicher ihre Anhänger finden wird, während andere kopfschüttelnd nach der Stopp-Taste suchen.

Hauptfigur ist Jennifer, die mit Mann und Sohn umziehen will, doch wird der letzte Tag in der alten Wohnung im wahrsten Sinne des Wortes zur Tortur.
Nicht nur, dass sie erfährt, dass ihr Mann sie betrügt, auch ihr Kind, das sie kurz bei einer Nachbarin abgegeben hatte, verschwindet und als sie von einem Nickerchen in der Badewanne aufwacht, ist die Wohnung voller Leichenteile und ein maskierter Mann will sie ins Licht führen.

Irene Holzfurtner, die die Jennifer spielt, ist vorrangig Theaterschauspielerin, was ihrer Verkörperung anzumerken ist, das aber immer noch deutlich über dem Acting der Kollegen im Film steht, die ebenso hölzern wirken wie die Dialoge.
Der Mann mit Cthulhu-Maske erinnert an Jigsaw aus den SAW-Filmen und verspricht Erlösung durch Folter und Schmerz, seine Optik bewegt sich jedoch zwischen Sado-Maso-Studio und Rosenmontag.

Selbst eingefleischte Ittenbach-Fans werden zugeben, dass das Geschichtenerzählen nicht seine Stärke ist, vielleicht hätte man die Rahmenhandlung aber gleich ganz beiseitelassen sollen. Stattdessen muss Jennifer durch verschiedene (Farb-)Stufen gehen, um das weiße Licht und somit die Erlösung zu erreichen. Dass man Farblehre, wie sie in der 7. Klasse unterrichtet wird, als intelligente Story verkaufen möchte, überzeugt nicht. Um das Thema zu verdeutlichen wird in jeder Farbstufe ein entsprechender Filter benutzt, so dass das Bild rot, grün, blau und gelb eingefärbt ist, wodurch sich einige Zensurmaßnahmen von alleine erledigten, da kaum noch etwas zu erkennen ist.
Man fand aber wohl immer noch genügend Anlass um einige Minuten des Films herauszuschneiden, wodurch die Zusammenhänge der uns vorliegenden KJ-Fassung weiter entfremdet wurden.
Die fehlenden SM-, Fetisch- und Splatter-Szenen tragen zwar nicht maßgeblich zur Geschichte bei, werden von Gorehounds aber sicher schmerzlich vermisst.
Die Effekte sind jedenfalls recht gut gelungen, was ob des kleinen Budgets nicht selbstverständlich ist.

Die Kompromisslosigkeit – insbesondere für einen deutschen Film – muss man loben, wäre da nur etwas Substanz. Leider ist bei NO REASON der Name Programm. Wirre, aufgesetzt intellektuelle Handlung, schwache Schauspieler…all das ist nur dafür da eine Stunde lang selbstgefällige Gewalt zu präsentieren.
Ittenbachs Filme liebt man oder hasst man, deswegen will ich hier auch nicht mit einer halbgaren Bewertung daherkommen, zumal Fans dennoch zugreifen werden.

[xrr rating=1/10]

Facts

Darsteller Irene Holzfurtner
Regie Olaf Ittenbach
Drehbuch Olaf Ittenbach
Länge ca. 94 min
FSK ab 18
Veröffentlichung bereits veröffentlicht
Verleih/Vertrieb MIG
Sonstiges
No Reason (2010), 4.5 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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