My Soul to Take (2010)

In der gleichen Nacht, in der der schizophrene Serienmörder „Ripper“ zur Strecke gebracht wird, werden in seinem Heimatort sieben Kinder geboren.
16 Jahre später zelebrieren die Jugendlichen der Stadt noch immer in einer skurrilen Feierlichkeit den Tag des Rippers und den eigenen Geburtstag.
Doch aus morbider Faszination wird schnell blankes Entsetzen, als einer nach dem anderen der 7 Teenager ermordet wird.
Ist der Killer zurück oder sind seine unterschiedlichen Persönlichkeiten in die 7 übergegangen? Ist einer von ihnen der Mörder?

Regisseur Wes Craven hat in seiner langen Karriere mehr Jugendliche getötet als seinerzeit die Pest. Sein Name steht seit Jahrzehnten für soliden Grusel und man sollte denken, dass man dem Mann blind vertrauen kann.
Tatsächlich hat sich Mr. Craven aber wie einige Regiekollegen einige Jahre Auszeit vom reinem Horror gegönnt und sein letztes von ihm verfilmtes Drehbuch ist auf das Jahr 1994 datiert.
So kann man MY SOUL TO TAKE als Aufwärmübung für den kurze Zeit später entstandenen SCREAM 4 sehen.

Einerseits trägt der Film deutlich Cravens Handschrift, wirkt aber andererseits ungewohnt zerfahren.
Letzteres ist immer dann der Fall, wenn er den Figuren Tiefe verleihen will.
Ein Kevin Williamson (SCREAM-Autor) schafft dies im Vorbeigehen, aber Cravens Charakterisierungen wirken entweder einfältig oder laufen gar ins Leere.
Zu oft und zu lange folgen wir stereotypen Teenagern über Highschool-Flure. Der dumme aber brutale Sportler, die religiös Verwirrte, der Sensible, die hübsche Schlampe oder gleich der (politisch korrekte) blinde Dunkelhäutige…

Leider ist auch an der Horrorfront wenig Aufregung geboten. Spannung, Schocks, Gewalt… alles ist bestenfalls Mittelmaß und wurde oft besser umgesetzt.
Die Absicht, die Slasher-Story mit ein paar menschlichen Anekdoten aufzufrischen ist ebenso lobenswert wie das Fehlen des üblichen Final Girls, dennoch will der Funke zum Zuschauer nicht überspringen.
Die Idee, dass das Böse von Person zu Person übergeht, ist für Wes Craven nicht neu, wurde teilweise in die A NIGHTMARE ON ELM STREET – Reihe eingebaut, findet sich aber vor allem in SHOCKER wieder. Dies ist dann auch der Film an den MY SOUL TO TAKE insgesamt am Meisten erinnert.
Doch auch die wilde – aber grundsätzlich nicht uninteressante Seelenwanderer-Story – geht in übertriebenem Mörder-Raten und dazugehörigen Ablenkungsmanövern unter.

Fazit: Auch große Regisseure dürfen mal stolpern. Dass Craven es besser kann, bewies er kurze Zeit später mit SCREAM 4; MY SOUL TO TAKE muss man hingegen nicht zwingend gesehen haben.

My Soul to Take (2010), 3.0 out of 10 based on 1 rating

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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