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Manson Girl (2009)

: Peter MacNeill, Gregory Smith, Ryan Robbins
: Reginald Harkema
: 85 min
: ab 18
: 30.09.11 (DVD+BD)
: Ion NewMedia
: Kanada
Unsere Wertung
4.0
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Manson Girl (2009)

MANSON GIRL nimmt uns auf eine Zeitreise in die späten 60er / frühen 70er Jahre mit. Hippies, der Vietnamkrieg, die Mondlandung, Woodstock und die Charles Manson-Morde trugen sich zu dieser Zeit zu und natürlich greift die Handlung vor allem letzteres auf, auch wenn man den Namen des Kultführers im Film nie vollständig in den Mund nimmt und den Drahtzieher jener Morde nur als „Charlie“ bezeichnet. Lediglich der deutsche Filmtitel (im Original: LESLIE, MY NAME IS EVIL) gibt einen Hinweis. Das verwundert zwar und wirft die Frage auf, ob man rechtliche Schritte des Psychopathen fürchtet, spielt für die Qualität des Filmes aber keine größere Rolle.

Inhaltlich mischt MANSON GIRL die wahren Ereignisse um Manson mit einer Geschichte, die zwei Personen in den Mittelpunkt stellt, die sonst eher eine historische Nebenrolle spielen.
Da ist zum einen Perry, ein anständiger strebsamer junger Mann, der bemüht ist das Richtige zu tun, mit der Hippiebewegung nichts zu tun hat und auch mit Enthaltsamkeit vor der Ehe kein Problem hat.
Die andere ist Leslie, eine junge Frau, deren Elternhaus nur nach außen hin gut wirkt und die über Umwege bei Charlie landet, einem außergewöhnlichen und charismatischen Typen, der Leute wie Leslie um sich schart. Was wie eine Hippie-Kommune wirkt, ist ein gefährlicher Kult und Charlie lässt seine „Familie“ brutale Morde ausüben.
Perry und Leslie begegnen sich vor Gericht zum ersten Mal. Dort ist Leslie zusammen mit 2 anderen Frauen und Charlie für die Morde angeklagt, Perry ist Mitglied der Geschworenen.
Er fühlt sich zu der Angeklagten, aber auch zu ihrem Lebensstil, der Freiheit verspricht, hingezogen. Aber Perry muss eine Entscheidung treffen und wieder das Richtige tun.

Natürlich geht es im Film um die Manson – Morde und einiges davon wird auch gezeigt, aber weniger als man bei einer FSK 18 – Einstufung erwarten würde. Tatsächlich ist der Film nicht darum bemüht die Gewalttaten in den Mittelpunkt zu rücken, sondern stellt die (halbwegs wahre) Gerichtsverhandlung und die (fiktive) Beziehung von Leslie und Perry dorthin. Das ist für Leute, die sich nur oberflächlich über Manson informieren wollen interessant, Horror schimmert aber selten durch.
Angeblich ist im Film sogar Humor zu finden, das aber nur auf unfreiwilliger Basis, ansonsten ist die Kategorie Drama wohl die richtige.

In MANSON GIRL kollidieren anhand dieser Personen zwei Weltansichten; ein Umstand der gut zu der damaligen Zeit passt. Diese Epoche wird natürlich ausgiebig im Film gezeigt und kaum ein Klischee ausgelassen: die Kulissen enthalten wohl jedes einzelne Accessoire das man seinerzeit im Möbelhaus kaufen konnte…und einige mehr. Ähnlich schablonenhaft werden die Figuren dargestellt.
Perrys Vater ist der konservative Knochen, seine Freundin das biedere Blümchen, Charlie der manische Irre. Eine Zerrissenheit ist nur Perry und Leslie anzumerken, die aber nur mäßig verkörpert werden.

Um authentischer zu wirken streut MANSON GIRL immer wieder echte Filmausschnitte ein: z.B. Bilder von Demonstrationen oder des Vietnamkriegs. Nette Idee, die die Schwächen der gespielten Szenen nicht aufheben kann. Das ist prinzipiell schade, denn auch hier finden sich nette Ideen, aber eben auch eine klapprige Umsetzung.

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. ParaPara
    17 Jul 2013, 10:27 pm

    Das Klischee hat laufen gelernt und einen Film gedreht.

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