Ich weiß mal wieder, was du letzten Sommer getan hast (2009)

Nein, mit dem bekannten 90er-Jahre Slasher hat dieser australische Streifen nichts gemein, außer dass es auch hier um Rache für ein ungesühntes Verbrechen geht.  Dafür beinhaltet der Originaltitel “I know how many runs you scored last summer” eine Anspielung auf den australischen Nationalsport Cricket.

Das macht durchaus Sinn, denn diesem kommt eine zentrale Rolle zu.
20 Jahre ist es her, dass ein junger Cricketspieler von seinen Teamkameraden brutal verprügelt wurde. Nun sinnt er auf Rache und schlachtet sich durch die Reihen seiner ehemaligen Mitspieler. Das tut er nicht irgendwie, sondern zweckentfremdet dafür allerlei Sportutensilien.
Schon in der Eingangsszene bekommt ein Opfer ein Wicket (das sind die 3 Hölzer, die beim Cricket im Boden stecken) in den Mund gerammt und wer glaubt, dass ein Tiefschutz wirklich Schutz bietet, könnte sich täuschen.

Für Cricket-Fans ist „Ich weiß mal wieder…“ also definitiv ein Spaß, aber alle anderen könnten sich schwerer tun. Dass die Kamera hin und wieder wackelt, ist dabei vernachlässigbar. Immerhin handelt es sich hier um einen Independent-Film bei dem die Regisseure Stacey Edmonds und Doug Turner alle Hände voll zu tun hatten, da sie auch für Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produktion und Hauptrolle verantwortlich waren.

Schlimmer ist, dass der Film einfach nicht so recht weiß, wo er hin möchte und auch dies mag womöglich daran liegen, dass hier zwei Regisseure involviert waren. Während die Optik teilweise an einen ernsten englischen Krimi erinnert, findet man sich kurz darauf in schicken Split-Screens à la „24“ wieder. Die Musik wechselt zwischen harten Kick-Ass-Gitarren und Synthesizer-Sounds, die Spannung aufbauen sollen.
Spannend ist der Film aber trotzdem nur selten, sondern hat seine starken Momente immer dann, wenn er sich nicht zu ernst nimmt. Optimalerweise hätte „Ich weiß mal wieder…“ eine sinnentleerte Splatter-Party mit fettem Rocksound werden können, doch leider weiß der Zuschauer nicht immer, wann Spaß und wann unfreiwillige Komik angesagt ist.
Ist der Freddy Krueger – mäßige Messerhandschuh frech gestohlen oder eine Verneigung vor dem Original? Ist der Schnauzbart des Killers ernst gemeint?

Dazu kommt, dass die Protagonisten sich nicht nur reichlich unlogisch verhalten (was für viele Horrorfilme gilt), sondern auch schlecht geschauspielert werden.

Fazit: Auch wenn man berücksichtigt, dass dieses Werk mit gerade einmal 300.000 australischen Dollar (ca. 215.000 €) entstand, Miss Nude Australia in einer Duschszene zu sehen ist und 2-3 nette Gore-Szenen gezeigt werden, bleibt unterm Strich nicht genug.

Ich weiß mal wieder, was du letzten Sommer getan hast (2009), 8.0 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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