I Saw The Devil Cover

I Saw The Devil (2010)

: Min-sik Choi, Byung-hun Lee
: Kim Jee-Won
: Hoon-jung Park
: ca. 137 min (Uncut)
: ab 18 oder SPIO/JK
: 15.04.11 (DVD+BD)
: Splendid
Unsere Wertung
9.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
12 votes
8.3

I Saw The Devil (2010)

I SAW THE DEVIL…das kann man so stehen lassen. Was es beim Genuss dieses Films zu sehen gibt, ist in der Tat teuflisch, auch wenn man übernatürliche Zutaten vergebens sucht.
Dies ist das Duell zweier Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Der eine ist Kim Soo-hyoen, ein junger Spezialagent, der andere Kyung-chul, ein Serienkiller und Mörder von Kims Verlobten.

Kim schwört Rache und nutzt alle seine Möglichkeiten und Verbindungen, um den Unbekannten in kürzester Zeit auf eigene Faust aufzuspüren. Doch er will Kyung-chul weder einfach töten, noch ihn der Justiz übergeben. Der Killer soll die gesamte Bandbreite des Leides erfahren, das auch seine Opfer ertragen mussten. Mit Hilfe eines GPS-Senders kann Kim den Verbrecher immer wieder an der langen Leine lassen und ihn aufsuchen, wenn er es für richtig hält. Doch dann macht der Agent einen Fehler…

I SAW THE DEVIL hat (ungekürzt) eine Länge von satten 137 Minuten. Wenn nach weniger als einer Stunde der Mörder gestellt ist, fragt man sich, was jetzt noch kommen soll, doch damit beginnt erst das Katz-und-Maus-Spiel der ungleichen Gegner, die einander zunächst unterschätzen.
Das tut vielleicht auch der Zuschauer, der etwas braucht, bis er tief genug in die düstere Welt des Serienmörders eintauchen kann. Der Film nimmt immer wieder das Tempo raus, zeigt ruhige Einstellungen, kommt dann aber mit der Wucht einer Abrissbirne zurück.
Dabei ist die Vorgehensweise abwechslungsreich und weist in verschiedenen Szenen astreine Actionszenen auf, wie man sie in einem düsteren Thriller nicht unbedingt erwarten würde.
Hervorzuheben ist dabei ein Messerkampf dreier Männer in einem fahrenden Taxi, der nicht nur rasant inszeniert, sondern gleichzeitig sehr blutig ist.

Die gezeigte Gewalt ist stets drastisch und dennoch hat man den Eindruck, dass sie in die Handlung integriert ist, anstatt einem johlenden Publikum gefallen zu wollen. Dies ist keine Bubblegum-Brutalität, der Killer trägt keine Maske, seine Opfer sind keine idiotischen Teenager.
Stattdessen lernen wir Stück für Stück einen skrupellosen Mörder, Vergewaltiger und Kannibalen kennen. Kyung-chul scheint sich nicht einmal Gedanken über seine Taten zu machen. Er hat nichts Amüsantes an sich. Er scheint keinem Plan zu folgen wie Buffalo Bill in DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER, er philosophiert nicht, wie John Doe in SIEBEN, er hat nicht die Eleganz von Patrick Batemann in AMERICAN PSYCHO. Das Böse scheint einfach in seiner Natur zu liegen.
Die Rolle des Psychopathen wird vom Schauspieler Min-sik Choi exzellent gespielt und lässt damit “Good Guy” Byung-hun Lee (G.I.JOE) zur Nebenfigur verkommen, obwohl der sicher kein schlechter Schauspieler ist.

Wer Jäger und wer Gejagter ist, ändert sich zuweilen schnell. Zwar ist Kim nach dem Tod der Geliebten für lange Zeit am Drücker und setzt dem Kontrahenten gewaltig zu, muss aber auch selbst Rückschläge einstecken.
Dabei ist zu beobachten, dass Kim dem Killer immer wieder physisch aufs Heftigste zusetzt, selbst hingegen seelische Hiebe einstecken muss.

Regisseur des Werkes war Kim Jee-Woon, der Horror – Fans vor allem durch A TALE OF TWO SISTERS ein Begriff sein sollte. Auch mit diesem Film stellt der Koreaner sein ganzes Können unter Beweis. Neben allen bereits angesprochenen Aspekten brauchen auch Kameraarbeit oder Musik keinen Vergleich zu scheuen.

Man kann darüber streiten, ob I SAW THE DEVIL in einer Liga mit DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER und SIEBEN spielt, wie es uns die DVD-Hülle erklärt, einer der besten Serienkiller-Streifen der letzten Jahre ist der Film aber allemal.

Übrigens: I SAW THE DEVIL erscheint in zwei Versionen, der “Black Edition” (Uncut) und der um stolze 11 Minuten gekürzten FSK18-Variante. Haltet also beim Kauf die Augen offen.

 

 

I Saw The Devil (2010), 8.3 out of 10 based on 12 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

7 Kommentare

  1. Terry
    17 Mai 2011, 7:07 pm

    Ich hab den Streifen bei den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights gesehen und muss sagen: Top. Das war/ist definitiv mein Favorit. Zählt für mich zwar nicht zu dem Genre Horror, aber die Reviews hier sind ja auch eher breit gestreut.

    Beide Schauspieler haben mich von Anfang an überzeugt. Manchmal sitzt man da und denkt “Ja so würde ich ihn auch leiden lassen”. Das Motiv der Handlung ist hier klar nachvollziehbar. Auch das Ende ist stimmig und passt zur gesamten Handlung, wobei hier mehr auf die psychische Gewalt gesetzt wird.

    Auch die Aufnahmen sind faszinierend, mich hat auch die oben genannte Taxifahrt beeindruckt, ich würde 10/10 Punkte vergeben 😀

  2. Mia
    18 Mai 2011, 9:43 am

    Dieser Film ist wirklich super … und Min-sik Choi liebt man sowieso,wenn man Old Boy gesehen hat!!! Genau wie dieser wird I saw the Devil ein Bestandteil meiner kleinen DVD-Sammlung werden :o) 10 points!

  3. foki
    11 Aug 2011, 10:39 pm

    der film ist ein muss für kenner einfach nur super 9/10

  4. horrorfreundin
    12 Aug 2011, 9:57 am

    so gute bewertungen? dann muss ich mir den doch mal anschauen…

  5. Fab
    01 Mai 2012, 11:19 pm

    An dem Film gibts nichts zu meckern! Diesen Rachefeldzug sollte man unbedingt genießen.

  6. Mileva
    26 Jul 2012, 9:46 pm

    Es ist mir schleierhaft, wie dieser Film so gute Kritiken bekommen kann, das sogenannte “Katz-und-Maus-Spiel” ist beinahe ohne Spannung inszeniert, die beiden Rächen sich immer wieder gegenseitig und werden immer fieser und brutaler, allerdings ohne dass dazu wirklich Kontext geliefert wird. Ich habe sicherlich nichts gegen drastische Gewaltszenen, aber wenn die Handlung dabei beinahe auf der Stelle stehen bleibt, ist das für mich kein spannendes Katz-und-Maus-Spiel. Auch wenn der Film einige interessante und auch gelungene Aspekte vorzuweisen hat, war er für mich ein totaler Reinfall.

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