Review Hunger
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5.0

HUNGER. Der Name ist an dieser Stelle tatsächlich Programm. Der Film befasst sich mit Hunger, 30 Tage langem Hunger. Natürlich will sich niemand freiwillig dieser Null-Diät aussetzen und der Film beginnt mit 5 einander unbekannten Protagonisten, die sich in einem höhlenartigen dunklen Raum wiederfinden, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Die Lage ist schnell sondiert: Wasser hat man reichlich, Essen jedoch nicht und zusammen mit einem Skalpell erhalten die Gefangenen die Nachricht, dass ein normaler Mensch etwa 30 Tage ohne Nahrung auskommen kann, womit auch sie wissen, was sie erwartet.
Weitere Kommunikation findet zwischen dem „Versuchsleiter“ und den unfreiwilligen Teilnehmern nicht statt, allerdings überwacht der Mann jeden Schritt der Gefangenen per Kamera.

Über die Hintergründe und Motive erfährt man wenig, aber gerade genug, um das morbide Experiment zu rechtfertigen. So war der Mann, der die 5 Menschen in ihre missliche Lage brachte, als Kind dazu gezwungen Kannibalismus anzuwenden. Die Gefangenen hingegen haben alle in der Vergangenheit eine Schuld auf sich geladen, was sie wohl in den Augen des Wissenschaftlers entbehrlich macht.

Das Setup erinnert natürlich etwas an SAW, man täte HUNGER aber Unrecht, würde man von einem reinen Rip-Off sprechen. Während in der Erfolgsreihe zahlreiche kreative Mechanismen und Fallen untergebracht waren, ist HUNGER roher. Die einzige Aufgabe besteht im Überleben und aus gerade dieser simplen Versuchsanordnung ergeben sich so viele Möglichkeiten, dass die Handlung reichlich Spannung ziehen kann.
Dummerweise macht der Film den Fehler, gerade dann, wenn er Zweifler überzeugen konnte, KEINEN Torture-Porn-Abklatsch, sondern einen harten psychologischen Thriller vor sich zu haben, einige unglaubwürdige Schritte.
Während Kannibalismus in der gegebenen Situation noch begreiflich ist, sind es plakative Sprüche wie: “Er war überraschend lecker”, von einem grinsenden Bösewicht nicht.
Sex, während man mit knurrendem Magen kämpft und neben Leichen und seinen eigenen Exkrementen wohnt, erscheint auch ungewöhnlich.

Ein anderer Film, der sich aufgrund der Kannibalen-Thematik zum Vergleich anbietet (und ebenfalls in der Störkanal-Reihe veröffentlicht wurde) ist VAN DIEMEN’S LAND. Auch dort kann man kaum glauben, was Hunger aus Menschen macht, dennoch wirkt jeder Moment glaubwürdig. Auch wenn HUNGER nicht vorgibt auf Tatsachen zu beruhen, will er ernst genommen werden und genau das gelingt nur bedingt.
Schon in der Einführungsphase werden drei der fünf Figuren in Gut und Böse eingeteilt, Überraschungen erwarten den Beobachter später nicht mehr. Neben diesen beiden Parteien gibt es noch die beiden Wechselwähler, die von unscheinbar in unberechenbar umschwenken.
Dazu kommen in der zweiten Filmhälfte eine Anzahl verstörender und brutaler Szenen, die zu bemüht versuchen zu schockieren.

Insgesamt wirkt vieles an HUNGER halbherzig und lässt die Liebe zum Detail vermissen. Exemplarisch dafür steht die Aussage in einem Interview, dass sich 2 der 5 Schauspieler wochenlang die Haare nicht wuschen um authentischer zu wirken. Das ist aller Ehren wert, man fragt sich jedoch, warum sich die anderen 3 diese Mühe nicht machten.
Während Hauptdarstellerin Lori Heuring für ihre Rolle 10 kg abgenommen hat, sieht Alex-Darsteller Julian Rojas auch nach 3 Wochen ohne Nahrung so aus, als wäre jeden Abend der Teller voll.
Weiße Shirts sind nach vielen Tagen noch blendend weiß und Fingernägel wachsen in mehreren Wochen nicht, sondern sind am Filmende noch überraschend sauber geschnitten. Da passt es dann auch ins Bild, dass die „Felsen“ im Verlies gefährlich nach Pappmaché aussehen.

HUNGER macht schlechte Laune. In diesem Fall, weil man hier leicht mehr hätte rausholen können.
Zwar sind gute Ansätze zu verbuchen und in der Summe ist der Streifen passabel, im Vergleich zu den sonst meist überdurchschnittlichen Filmen der Störkanal-Reihe fällt HUNGER aber ab.

[xrr rating=5.5/10]

 

 

Facts

Darsteller Lori Heuring, Linden Ashby, Joe Egender
Regie Steven Hentges
Drehbuch L.D. Goffigan
Länge ca. 97 min
FSK ab 18
Veröffentlichung bereits veröffentlicht
Verleih/Vertrieb I-On New Media
Sonstiges Hunger erscheint in der Störkanal-Reihe als Digi-Pack:
Neben verschiedener Interviews im Booklet gibt es auf der DVD
u.a. ein Audiokommentar und Behind the Scenes
Hunger (2009), 5.0 out of 10 based on 1 rating

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Geschrieben von Mick | 02 Mrz 2011 | Reviews (Filme)

15 Kommentare

  1. HorrorKeven
    02 Mrz 2011, 9:06 pm

    Ein gelungener Film finde ich… die Ideen sind sehr gut! Zum einen wiso und weshalb der Mann dieses Projekt startet (ist zwar krank) aber naja… ausser der Schluss von dem Film war bisschen vorraussehbar…aber wie hätte man sich sonst retten können! Im großen und ganzen ist der Film nicht schlecht.

  2. KultCut
    04 Mrz 2011, 3:51 am

    ja muss ich zustimmen!ich find die idee des films aber echt gelungen,muss man erst ma drauf kommen.D

  3. Märy Cherry
    04 Mrz 2011, 1:09 pm

    Gute Idee aber ziemlich lahme Umsetzung und zeitweise einfach zach ^^ und das die beiden Frauen nach den 30 Tagen noch immer frische Haare hatten war einfach unrealistisch und in den ersten 20 Tagen hat nich einmal irgendwer erwähnt, dass er HUNGER hätte.. ja eher ein Flop, würd ich nicht weiter empfehlen ….

  4. anna
    07 Mrz 2011, 2:48 pm

    also ich würde den auch nicht weiter empfehlen…dafür das er nicht alt is, war die quali eher schlecht als recht, erinnert an low budget…

    ja und ich finde nicht das die idee toll oder gar NEU ist…schon mal was von dem film “the hole”(2001) gehört???

    aber beeindruckend war die sex-szene :D …es hat mich noch nie etwas SO SEHR angewiedert !!!

  5. Märy Cherry
    07 Mrz 2011, 6:40 pm

    naja the hole kannst damit aber nicht vergleichen, außer dass das szenario auch in nem abgeschotteten Raum war, gibt’s da eig. keine Parallelen gg und gegenseitig aufgfressen haben sa sich ja da auch nicht ^^ the hole war zwar auch nicht das gelbe vom ei aber schon um einiges besser als das hunger dings :D

  6. anna
    08 Mrz 2011, 3:57 pm

    sicher gabs jetzt parallelel zu hole…in beiden filmen gabs nix zu essen, in beiden filmen haben die auf befreiung gewartet(zu nem bestimmten zeitpunkt), in beiden filmen haben die sich die köpfe eingeschlagen und sind depri geworden …..nur die darsteller waren bei the hole nicht so behindert:D

    aber ja the hole war 10 mal besser als hunger ;)

  7. Märy Cherry
    08 Mrz 2011, 9:44 pm

    ja aber der Hintergrund der Geschichte war ein komplett anderer, egal, meiner Meinung nach nicht zu vergleichen aber jeder darf ja natürlich seine eigene Meinung haben. Wie gesagt, trotzdem kein Meilenstein in der “Horrorfilm, Thrillerszene” ^^

  8. HorrorKeven
    09 Mrz 2011, 12:09 am

    Da sieht man was die jungs mögen, das scheut die mädchen ab ;)
    aber ganz klar kein Meilenstein in der Scene aber doch ein gelungener Film, ist aber nur meine kleine Meinung ^^
    Mit dem Film The Hole kommt man schon ein wenig in verbindung…ich habe in dem Film plötzlich auch mal an the Hole gedacht… Handlung ist aber ganz was anderes!

  9. anna
    10 Mrz 2011, 3:59 pm

    ehh und was genau meinste mit .. da sieht man was die jungs mögen, das scheut die mädchen ab…???

  10. HorrorKeven
    10 Mrz 2011, 9:45 pm

    das war nur ein scherz ^^ mir sprang nur ins auge dass 2 jungs den film gut beschreiben und 2 mädchen ihn schlecht kommentieren. :)

  11. anna
    10 Mrz 2011, 11:17 pm

    also ultra kacke is er nicht, aber ein zweites mal tu ich mir das nicht an ^^

  12. Bigtürkiin
    20 Apr 2011, 4:07 pm

    Ne Mann Geht Jaa Garniicht Deer Ist So LangweiiLiig…

  13. Nowhy
    21 Jun 2011, 4:21 am

    Also, ich schaue seitdem ich 15 bin so gut wie gar keinen Horror mehr. Jedenfalls Slasher-Horrer. Wenn mal was, dann eher ein japanischer, wo der Horror eher auf geistiger Ebene spielt (Audition fand ich zb. super). Grund: Irgendwann in meinem Leben habe ich mich für die Ästetik entschieden. Ich schaue nicht Filme die mich nicht inspirieren (können).

    Diesen Film hat mir jedoch ein Freund empfohlen und ich muss sagen, dieser Film gehört zu meinen TOP3 Filmen aus dem Jahr 2009. Vielleicht hat er auf mich gewirkt, weil ich nie irgend ein Review oder ein Rückschlag auf einer DVD lese, bevor ich einen Film schaue.

    Es ist wohl wie Musik… Man muss ein offenes Ohr haben, zuhören können und es so hinnehmen wie es ist.

    Weiss jemand von euch, was Hunger ist?

  14. Sheri Moon
    21 Jun 2011, 9:28 am

    Schlecht ist der Film nicht! Die Hauptdarstellerin (Blond) spielt Super.

  15. Colemarie
    28 Jan 2012, 3:13 pm

    Man kann ihn anschaun, interessante Idee ^^

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