Helldriver Coveer

Helldriver (2010)

: Eihi Shiina, Yumiko Hara
: Yoshihiro Nishimura
: 105 min; Uncut ca. 117 min
: ab 18
: 30.09.11 (DVD+BD)
: Ion NewMedia
Unsere Wertung
4.0
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3 votes
6.3

Helldriver (2010)

Wer schon einmal hohes Fieber hatte, kennt jene wirren Träume, die einen nachts schweißgebadet hochschrecken lassen, bevor man nahtlos in die nächste Wolke des Irrsinns gleitet.
Ähnlich fühlt man sich beim Genuss von HELLDRIVER, dem neuesten Trash-Geschoss aus Japan.

Als sich eine eigenartige Asche über Japan ausbreitet, verwandeln sich 6 Millionen Menschen in zombieartige Wesen, die fortan hinter einer riesigen Mauer gehalten werden, die sich einmal quer durchs Land zieht. Doch damit entstehen zahlreiche neue Probleme und es muss ein Held her, der die Monster beseitigt. Dieser Held ist Schulmädchen Kika, die den Viechern um Zombie-Queen Rikka (Eihi Shiina, AUDITION) einheizt.

Die Handschrift von Yoshihiro Nishimura, der als Regisseur oder an den Special-FX bereits Filme wie TOKYO GORE POLICE oder GOTHIC & LOLITA PSYCHO bearbeitete, ist nicht nur an den typischen sprinklerartigen Blutfontänen zu sehen, die hier literweise gallonenweise barrelweise versprüht werden, sondern allgegenwärtig.

Im Film wird aus dem geweih-ähnlichen Geschwür auf der Stirn der Zombies eine berauschende Droge gewonnen, von der offensichtlich auch die Macher von HELLDRIVER eine gehörige Dosis eingefahren haben. Anders lässt sich die Absurdität des Gezeigten kaum erklären.
Obwohl der Streifen an die 2 Stunden dauert, gibt es hier kaum ein Moment zum Durchatmen; HELLDRIVER rast mit geschätzten 480 km/h übers Bild, tritt in den Arsch und vernichtet Hirnzellen en masse.
Wenn die junge Heroine mit einem künstlichen Herz ausgestattet und mit einem Kettensägenschwert bewaffnet, gegen einen halbnackten achtarmigen Zombie (zwei der Arme wachsen aus dem Mund) kämpft, der in jeder seiner Hände eine automatische Waffe hält, ist das nicht etwa der Showdown, sondern nur eine von unzähligen irrwitzigen Szenen, die der Film bereithält.

Dieses Tempo ist allerdings auch dringend notwendig um die unterirdischen Effekte zu kaschieren, die sich wieder und wieder einschleichen. Egal ob am Computer entstanden oder handgemacht, was hier abgeliefert wird, reicht von „ganz nett“ bis „totale Grütze“.
Das Gleiche kann über die restliche Ausstattung auch gesagt werden. Die Kostüme sind wie meist in Endzeitfilmen bunt zusammengewürfelt. Von traditionellen Samurai-Outfit bis zum Cowboy-Dress ist alles zu finden und oft wirken die Verkleidungen, als hätte man einfach ein paar Gestalten auf einer Fan-Messe aufgegabelt.
So etwas wie Atmosphäre sucht der Zuschauer natürlich vergeblich. Die Atmosphäre von HELLDRIVER hört auf den Namen Wahnsinn.

Nach dem Genuss blieb ich mit einem Hirnkrampf zurück. Das lag vor allem an dem Gesehenen, aber auch an der Frage, wie man einen solchen Film gerecht bewertet.  Wenn andere Trashfilme in die Kategorie Hausmüll fallen ist HELLDRIVER brutalster Sondermüll…und genau das will er auch sein. Das muss man nicht mögen, aber zumindest respektieren.
Messies, durchgeknallte Japaner und zugedröhnte Europäer, die sich für durchgeknallte Japaner halten, werden ihn lieben.

Helldriver (2010), 6.3 out of 10 based on 3 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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