Heartless (2009)

Nach SOMEONE’S KNOCKING AT THE DOOR ist HEARTLESS bereits der zweite Film im Jahr 2011, der beim Betrachter ein Stirnrunzeln, ein Grübeln oder einen fragenden Blick aufwerfen dürfte.
Keine Angst, wir werden euch dieses Jahr auch weiterhin leichter verdauliche Kost vorsetzen, bis dahin sollte man HEARTLESS aber eine Chance geben.

Jamie leidet unter dem großen herzförmigen Feuermal in seinem Gesicht. Daher streift der junge Fotograph meist mit übers Gesicht gezogener Kapuze durch die hässlichen Ecken Londons.
Als eine gefährliche Gang ihr Unwesen treibt, entdeckt Jamie, dass es sich dabei nicht um Menschen handelt. Dann werden auch er und seine Mutter attackiert und Jamie erhält ein Angebot von einem mysteriösen Unbekannten.

Mehr von der Handlung preis zu geben wäre genau so schwer, wie falsch, denn auch wenn HEARTLESS nicht mit einem großen Aha-Effekt daherkommt, hält der Film den Zuschauer damit bei der Stange, dass er ihm kleine Häppchen hinwirft, die die Neugier auf die nächsten Minuten anstacheln.

Innerhalb dieser Minuten kommt es ein ums andere mal vor, dass Regisseur Philip Ridley das Schiff sanft in neue Gewässer lenkt. Was zunächst vielleicht noch eindeutig nach Horrorfilm aussieht, erhält später Elemente eines Dramas, eines Thrillers, vereinzelt sogar einer Lovestory und einer Komödie.
So wirkt der ominöse „Weapons Man“, der eines Tages bei Jamie auftaucht auf amüsante Art fehl am Platze, sorgt aber für frischen Wind und spätestens wenn er seine Aufgabe vergibt, bleibt einem das Lachen im Halse stecken und der Film ist wieder in der Horror-Ecke.
Die Kunst, die Ridley vollbringt ist dabei, dass man nach einiger Zeit bereit ist, dem Weg des Films zu folgen, nichts mehr ausschließen möchte und darauf vertraut, irgendwann einige Antworten zu erhalten.
Genreübergreifend steht das dreckige East-End Londons im Mittelpunkt, so dass HEARTLESS am besten als finsteres Großstadtmärchen definiert werden kann.

Achtung leichte SPOILER:
Als Zuschauer bleibt man andauernd bei Jamie, der an seinem eigenen Aussehen, aber auch der Härte der Welt um ihn herum zu zerbrechen droht. Dabei kommt der Herzform des Muttermals durchaus eine besondere Bedeutung zu und symbolisiert seine (ungeliebte) Seele, die er eines Tages dem Teufel verkauft. SPOILERENDE.

Während die Spezialeffekte weder von der Intensität noch der Qualität besonders erwähnenswert sind, sind hier gute Schauspieler am Werk, allen voran Jim Sturgess in der Rolle des Jamie.

Fazit: HEARTLESS ist ein ungewöhnlicher Film auf den man sich einlassen muss, um ihn zu mögen. Den ultraharten Horrorschocker findet man nur in einzelnen Szenen, wer aber keine Angst hat einen Blick über die Genregrenzen hinaus zu riskieren, sollte sich die DVD besorgen.

[xrr rating=8/10]

Facts

Darsteller Jim Sturgess, Clémence Poésy
Regie Philip Ridley
Drehbuch Philip Ridley
Länge ca. 94 min
FSK ab 18
Veröffentlichung 05.01.11 (DVD und Blue Ray)
Verleih/Vertrieb Senator
Sonstiges
Heartless (2009), 5.0 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

1 Kommentar

  1. HorrorKeven
    07 Jan 2011, 10:32 pm

    Wie wahr, wie wahr…etwas anders als normal ^^ Der Film ist nicht schlecht!
    Ich persöhnlich finde trotz allem könnte der Film ne bessere Handlung haben.
    Die meisten sind von diesem Film wahrscheinlich nicht begeistert. Würde 6 von 10 punkten vergeben. ^^

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