Harpers Island

Harper’s Island (2009)

: Elaine Cassidy, Christopher Gorman, Katie Cassidy
: -
: -
: 13 x 42 min
: ab 16
: 14.10.2010 (DVD)
: Paramount
: USA
: Serie
Unsere Wertung
8.5
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1 vote
7.0

Harper’s Island (2009)

Harper’s Island ist eine Serie aus dem Jahr 2009. Wer, wie ich, die TV-Ausstrahlung verpasst hat, hat nun ab dem 14. Oktober die Chance per DVD an der Mörderjagd teilzunehmen.

Eine der zentralen Figuren der Serie ist Abby, die zum ersten Mal seit 6 Jahren nach Harper’s Island zurückkehrt, wo ihre Mutter von dem Wahnsinnigen John Wakefield ermordet wurde. Anlass ist die Hochzeit ihres Kinderfreunds Henry, der Millionärstochter Trish heiraten will. Doch wieder ist ein Mörder auf der Insel und es dauert nicht lange bis sich die Anzahl der Gäste verringert.

Man kann in diesem Fall wohl getrost sagen, dass Harper’s Island auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen will und dies überraschend gut gelingt. Krimi, Thriller, Komödie, Drama und Horror…die Serie bietet für jeden Geschmack etwas. Wo man eben noch über den Fauxpas eines Hochzeitsgastes lachen kann, wird kurz darauf ein Körper in kleine Stücke zerteilt und wieder nur wenig später erfahren wir mehr über die persönlichen Beziehungen der Protagonisten. Dies geschieht scheinbar zwanglos, wirkt nicht konstruiert sondern aus einem Guss. Dazu kommt eine anspruchsvolle Optik, die mal düster, mal romantisch, aber immer professionell daherkommt

Die Hochzeitsgesellschaft besteht fernsehgerecht aus überwiegend jungen, gutaussehenden Menschen, erinnern sonst zunächst aber wenig an die üblichen Schlachtlämmer, die man aus Slasherfilmen kennt. Trotz einem über 20 Menschen umfassenden Personenkreises, nimmt sich die Serie Zeit die Charaktere vorzustellen, die mitunter durchaus ihre Kanten und Schwächen haben und somit vielseitig und menschlich dargestellt werden. Da wären z.B. der depressive Bruder Henrys, ein Ex-Freund der Braut, ein mysteriöses Kind, ein mit seinem zukünftigen Schwiegersohn unzufriedener Brautvater, eine Stiefmutter mit Geheimnis…
Dass diese „Vorstellungsrunde“ weder verwirrend noch langweilig ausfällt ist ebenfalls nicht selbstverständlich.

Die Mordszenen sind für TV-Verhältnisse überraschend brutal und blutig ausgefallen, sind aber in Kombination mit den ruhigen Momenten umso drastischer. Interessant ist für den Zuschauer, dass er den Mörder nicht kennt und so bis zum Ende Vermutungen anstellen kann. Ist es der vermeintlich getötete Psychopath John Wakefield? Oder ein Nachahmer? Welche Rolle spielen ein Koffer voller Geld, zwei bewaffnete Fremde und Abbys Vater, der Sheriff?
Klar ist nur, dass der Killer sich ebenfalls auf der kleinen Insel aufhält und dort scheinbar nach Belieben zuschlagen kann. Demzufolge spielen Argwohn und Misstrauen schnell eine Rolle. Nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip dezimiert der Mörder zunächst unbemerkt die Gäste und als den Überlebenden auffällt, dass etwas nicht stimmt, ist es nicht einfach die Insel zu verlassen ohne selbst sein Leben zu lassen und von all den Menschen, die in Folge 1 nach Harper’s Island kommen, schaffen es nur wenige zurück aufs Festland.

Harper’s Island besteht aus 13 Folgen zu je 42 Minuten. In Episode 9 oder 10 dachte ich den Mörder zu kennen, aber wie verschiedene Opfer auf dem Bildschirm in Fallen tappen, erging es auch mir und ich ging Drehbuchautor Ari Schlossberg auf den Leim. Übrigens wussten wohl selbst die Schauspieler weder wer der Mörder ist, noch wann ihr Charakter das Zeitliche segnet.
Ohne zu viel verraten zu wollen, war ich dennoch mit dem Ende nicht völlig einverstanden. Wenn der Täter 20 min lang seine Beweggründe erläutern muss, ist das meist ein Fall von Logikfehlern. Eine perfekte Auflösung hätte sich wohl selbst erklärt.
Ohnehin hätte man zum Schluss hin leicht die eine oder andere Wendung weglassen können. Dort werden die richtig guten Ideen dünner, die anfangs recht kreativen Morde weichen Standardtötungen und zu oft finden die Figuren einen Grund um sich trennen zu müssen und in den sicheren Tod zu rennen. Kurzum: 12 Episoden hätten gereicht.

Diese Kritikpunkte sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Harper`s Island insgesamt als sehr gelungen zu bezeichnen ist. Meinen anfänglichen Plan maximal 3 Episoden pro Tag zu schauen, musste ich schnell zerschlagen, da ich Opfer der Spannung wurde und nach Mehr lechzte.

Auch wenn hier primär die Serie und nicht die DVD-Box reviewed werden soll, ist neben den üblichen Extras wie Interviews mit den Schauspielern etc. vor allem ein Videotagebuch einer Mitarbeiterin der Lokalzeitung der Insel erwähnenswert, das die Geschehnisse nochmal aus einem anderen Blickwinkel angeht und entgegen der Hochglanzoptik der eigentlichen Serie als Pseudo-Doku mit verwackelter Kamera daherkommt.

Harper’s Island (2009), 7.0 out of 10 based on 1 rating

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

5 Kommentare

  1. HorrorKeven
    21 Okt 2010, 10:46 pm

    Ich habe die ganze Serie auf Pro7 gesehen! Es gab keine Woche wo ich nicht präsent vor der Glotze sass. Fand Harper s Island sehr sehr gut. Bis zum Schluss von der Serie hatte ich keine ahnung wer der Killer sein könnte! 9 von 10 punkten vergebe ich.

  2. kai
    10 Feb 2011, 3:59 am

    zum ende hin sehr sehr viele logikfehler, wirklich schade.
    es sind nur die letzten 3 folgen davon betroffen, aber es hat den ansonsten guten gesamteindruck erheblich gestört.

  3. HorrorKeven
    10 Feb 2011, 7:49 pm

    ahaa da würd ich doch mal gerne wissen welche logikfehler das sind? Ist mir nähmlich nix aufgefallen!

  4. Mick
    11 Feb 2011, 2:33 pm

    @Keven: Da gabs einige. Ich will hier nicht ins Detail gehen, um nicht zu spoilern, aber da waren gegen Ende doch viele Erklärungen nötig um alles wieder glaubwürdig erscheinen zu lassen.

  5. horrorkeven
    11 Feb 2011, 8:49 pm

    achsooo naja für mich war alles eindeutig

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