Gothic & Lolita Psycho (2010)

Psycho & Gothic Lolita, Gothic Psycho & Lolita oder GOTHIC & LOLITA PSYCHO; der Titel lädt zu Verwechslungen ein und in welcher Reihenfolge man die 3 Wörter gruppiert, ist im Grunde ebenso austauschbar wie die Reihenfolge der im Film gezeigten Kampf-, Action- und Splatterszenen.

Roter Faden ist der Rachefeldzug der jungen Yuki (Rina Akiyama). Als eine brutale Bande in ihr Zuhause einbricht, den Vater zum Krüppel schlägt und die Mutter kreuzigt, schwört der Teenager blutige Rache.
Die tritt Yuki perfekt gestyled in schwarzem Kleidchen und mit einem besonderen Regenschirm (!) an.

Dort enden dann aber auch schon die Gothic-Elemente. Anders als z.B. THE CROW, der sich einer vergleichbaren und ähnlich simplen Thematik bediente, aber zudem über entsprechende Stimmung und passende musikalische Untermalung verfügte, verfügt GOTHIC & LOLITA PSYCHO nur über Hinterhof-Charme. Atmosphäre sucht man vergebens.

Das Lolita-Thema ist schon etwas relevanter und wird nicht nur durch die großartig aussehende Rina Akiyama bedient, die 2007 zum besten Hintern Japans gewählt wurde, sondern auch diverse andere junge Damen in kurzen Röckchen.

Das „Psycho“ muss wohl für die Gewalt stehen und davon gibt es reichlich. Yuki nimmt sich jedes der 5 Mitglieder der Gang einzeln vor und lässt Blut spritzen und fließen. Der Regenschirm ist dabei nicht die einzige exotische Waffe, sondern nur eine von vielen. Der Kreativität sind ähnlich wie in Robert Rodriguez – Filmen keine Grenzen gesetzt und stellenweise fühlt man sich auch an dessen Kumpel Tarantino erinnert.
Brutalität herrscht und Yoshihiro Nishimura (TOKYO GORE POLICE, HELLDRIVER) war für das Makeup verantwortlich, was man den rasensprengerartigen Blutfontänen ansieht. Die Art der Effekte ist dementsprechend ähnlich: quantitativ massig, qualitativ durchwachsen.


Das alles passiert im japanischen Trash-Stil.
Völlig unpassende modische Accessoires, sexuelle Anzüglichkeiten, die eigentlich eher für Prüderie als Freizügigkeit sprechen und Grundschul-Pups-Humor runden das Paket ab.
Gegen Trash ist grundsätzlich nichts zu sagen, dennoch bleibt GOTHIC & LOLITA PSYCHO hinter Filmen wie BIG TITS ZOMBIES oder eben TOKYO GORE POLICE auf der Strecke. Zu oft wird die Grenze zum nervigen Überschritten, zu beliebig ist die Handlung aneinandergereiht.

Positive Überraschung sind hingegen die rasanten und gut choreographierten Martial-Arts-Kämpfe, die gar nicht so recht zum (gewollt) Stümperhaften des restlichen Films passen wollen.

Absolute Fans fernöstlichen Trash-Kinos brauchen sich durch negative Worte nicht stoppen lassen. Vielleicht ist dies der Film auf den ihr gewartet habt. Alle anderen sollten aber Vorsicht walten lassen.

Das Review bezieht sich auf die ungeschnittene Screener-DVD.

Gothic & Lolita Psycho (2010), 5.5 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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