Ghost Machine

Ghost Machine (2009)

Darsteller: Sean Faris, Rachael Taylor, Luke Ford
Regie: Chris Hartwill
Drehbuch: Sven Hughes, Malachi Smyth
Länge: ca. 92 min
FSK: ab 16
Veröffentlichung: 08.10.2010 (DVD+BD)
Verleih/Vertrieb: Sunfilm / Tiberius Film
Land: Großbritannien
Unsere Wertung
6.0
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Stammlesern gehe ich mit meinem ständigen Gemecker über schwache CGI-Effekte sicher schon auf die Nerven, aber tatsächlich sehe ich lieber die Schnüre von altmodischen Marionetten als die Pixel einer schlechten Computeranimation. Nun kommt mit „Ghost Machine“ ein Film daher, der mit offensichtlichen Computereffekten überhaupt nicht geizig umgeht und dennoch gibt es nichts zu schimpfen, denn der Großteil der Handlung spielt in einem Computerspiel.

Die Technik, um die es in Ghost Machine geht wurde eigentlich für das Militär entwickelt und zu Beginn sehen wir eine Gruppe Soldaten, die in einer virtuellen Landschaft hantieren, die erfahrene Gamer an Spiele wie z.B. Call of Duty erinnern dürfte. Der Unterschied ist, dass die Spieler komplett von der Außenwelt getrennt sind und zwar keinen Schaden erleiden können, aber alle Situationen als realistisch einschätzen.

Zwei der Mitarbeiter „leihen“ sich die Technik aus und wollen die Software zum Spaß in einem ehemaligen Gefängnis an sich selbst testen. Was sie nicht wissen, ist dass sich der Geist einer ehemaligen Insassin ins System einschleicht und es aufs Leben der Spieler abgesehen hat.

Echte Technik-Nerds werden die Thematik des Films lieben, aber vermutlich auch einige kritische Fragen stellen. So ist es wunderlich, warum man sich in das Gefängnis begeben muss um dessen Räumlichkeiten in einem Spiel nutzen zu können, dessen Spieler physisch ohnehin nur herumsitzen oder warum der Geist nur in der virtuellen Welt auftaucht, diese nach Belieben manipulieren kann und den Spielern echte Verletzungen zufügt.

Weniger skeptische Menschen können diese Gegebenheiten einfach hinnehmen und sich an „A Nightmare On Elm Street“ erinnert fühlen, denn schließlich geht Freddy Krueger seit 25 Jahren auf ähnliche Art vor. Auch das bekannte Aufwachen-aus-dem-Traum-und-feststellen-dass-man-noch-immer-träumt  wird hier angewandt. Optisch erinnert die Gespenster-Frau jedoch eher an die Rachegeister asiatischer Horrorfilme.

Das – politisch wie cineastisch – derzeit häufig anzutreffende Thema Folter findet auch in Ghost Machine Erwähnung. Zwar ist der Film sicher nicht dem Torture-Porn zuzuordnen, doch wird einer der Protagonisten dem sogenannten Waterboarding unterzogen, mit dem sich der Geist für selbst erlittene Folter rächt.

Der Film wurde in Nord-Irland mit kleinem Budget gedreht. Während die Action- und Horrorszenen in Ordnung gehen (wie gesagt, die Effekte passen zur Computerwelt), wirken die meisten Schauspieler etwas lustlos.Trotzdem ist Ghost Machine ein nicht uninteressanter Genre-Mix, der aus bekannten  Zutaten einen passablen Film strickt.

 

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Geschrieben von Mick | 22 Okt 2010 | Reviews (Filme)

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