Frozen

Frozen (2010)

Darsteller: Emma Bell, Kevin Zegers
Regie: Adam Green
Drehbuch: Adam Green
Länge: ca. 84 min
FSK: ab 16
Veröffentlichung: 10.12.2010 (DVD+BD)
Verleih/Vertrieb: Universum Film
Land: USA
Sonstiges: Fantasy Filmfest 2010
Unsere Wertung
8.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
10 votes
7.6

Regisseur Adam Green (nicht zu verwechseln mit dem Musiker oder anderen prominenten Menschen mit dem gleichen Namen) war in diesem Jahr mit gleich zwei Horrorfilmen auf dem Fantasy Film Fest vertreten.
Der erste war die Fortsetzung von Hatchet, der andere ist Frozen.

Frozen ist einer jener Filme, die auf einer einzigen Idee beruhen, auf der die komplette Handlung aufbaut. Die Idee ist in diesem Fall: Was wäre, wenn ein paar Menschen in einem Skilift vergessen werden?

Das erinnert Horror-Fans an „Open Water“, wo man ein Paar bei einem Tauchausflug vergaß, aber trotzdem verfügt Frozen  über genügend eigene Stärken, um sich nicht verstecken zu müssen.

Das Schöne an solchen Filmen ist, dass sich jeder mit der Situation identifizieren und bereits jetzt fragen kann: Was würde ich tun, wenn man mich im Sessellift in 15 m Höhe zurücklässt und niemand weiß wo ich bin? Springen, Klettern, Warten oder mir die Seele aus dem Leib schreien, obwohl schnell klar ist, dass mich kein Mensch hört? Soviel sei verraten, die drei Protagonisten versuchen alle genannten Optionen und keine stellt sich als optimal heraus.

Teilweise mag man sich als Zuschauer wundern wie im Film vorgegangen wird, völlig aus der Luft gegriffen ist das allerdings meist nicht, sondern liegt wohl eher an der eigenen Entscheidungsfindung. So oder so hat Frozen Diskussionspotential und ich bin mir sicher, dass ich im Rahmen der beschränkten Möglichkeiten einiges anders gemacht hätte…allerdings musste ich auch noch nie eine Woche in einem Sessellift verbringen.

Übernatürliche Elemente, Psychopathen mit Masken oder bekloppte Hinterwäldler sucht man in diesem Film vergebens. Hier ist die Natur der wahre Gegner. Für die drei Gefangenen ist die Kälte zunächst die größte Bedrohung, die sie aber dazu zwingt sich anderen Gefahren auszusetzen.

Eine dieser Gefahren ist ein hungriges Wolfsrudel und man darf sich fragen, ob man die eigentlich scheuen Tiere wirklich in einem Gebiet sehen könnte, das nur wenige Stunden zuvor von hunderten Skifahrern bevölkert war.

Dass es in einem Sessellift nicht viel zu tun wird, dürfte Adam Green, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist, schnell aufgefallen sein und so halten sich Action und Dialoge die Waage, wobei die Gespräche zwar die Figuren etwas besser vorstellen, insgesamt aber einfach als Füller zu sehen sind, da sie zur Handlung wenig beitragen. Interessanter sind da schon die kleinen zwischenmenschlichen Unstimmigkeiten und Vorwürfe, die auf engstem Raum entstehen.
So ist der Film trotz ewiger, eisiger Weiten und einigen schönen Naturaufnahmen letztlich ein Kammerspiel.

Fazit: Trotz einiger Kritikpunkte ist der Film insgesamt spannend, hätte aber durchaus 5 min kürzer ausfallen können.
Frozen lebt davon, dass man sich in die Situation der Darsteller hineinversetzen kann und der ein oder andere wird zukünftig vielleicht zögern, kurz vor Feierabend in einen Skilift zu steigen.

Frozen (2010), 7.6 out of 10 based on 10 ratings

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Geschrieben von Mick | 14 Sep 2010 | Reviews (Filme)

3 Kommentare

  1. kefnet
    16 Sep 2010, 10:47 am

    Dank den 8 Sternen hab ich mir den Film letztens mal angeschaut und fand ihn wirklich gut. Hätte sogar noch einen halben Punkt mehr gegeben ;)

  2. ZombieSnail
    26 Mrz 2011, 4:28 pm

    Wenn man von der nicht vorhandenen Logik in einigen Szenen (ich lege meine ungeschützte Hand auf ein Stüch arschkaltes Metall und schlafe ein…)und der Handlung (Wolfsrudel??) absieht, sowie das Lückenfüller-Gelaber über sich ergehen lässt, ganz passabel. Kurz gesagt: Hirn aus, Film an, gammeln.
    Aber mehr als 4 oder höchstens 5 Punkte wäre mir Frozen nicht wert gewesen.

  3. HorrorKeven
    27 Mrz 2011, 10:58 pm

    Ein recht passabler Film, der mir ganz gut gefallen hat.
    Zwar ist der Film etwas in die länge gezogen , aber langweilig wurde mir dabei nicht besonders…
    Man versetzt sich schon mal in die Lage der Darsteller, und denkt sich, hätte ich was anders gemacht, oder umgedreht, nicht so gemacht! Ich glaube man selber weiß nie wie man in so einer schlimmen Situation reagiert hätte…bis man selbst in der Lage ist! Ich glaube da schaltet die Logik,(die angesprochen wurde) bei vielen einfach aus, sodass man sein Handeln nicht mehr wahrnimmt. Aber Logik ist schon vorhanden, in der einen Scene ( Sie legt die Hand auf das sehr Kalte Metall , da man bei den Minusgraden keine Temperatur mehr am eignen Körper wahrnimmt, da ihre Hände genau so gefrohren sind wie das Metall, spürt sie die Eiseskälte nicht und lässt die Hand darauf liegen! Leider mit fatalen Folgen!

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