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Fragment (2009)

: Wayne Bradley, Bree Robertson, Ian McPhee
: Andrew Miles
: Andrew Miles
: ca. 85 min
: ab 18
: MIG
: Australien
Unsere Wertung
6.0
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Fragment (2009)

Fotoapparaten und Kameras kommt seit ihrer Existenz eine Beachtung zu, die über das Erstellen von (bewegten) Bildern hinausgeht.
Die Aborigines glaubten, dass jedes Bild ein Teil ihrer Seele stehle. In Stephen Kings Kurzgeschichte „Zeitraffer“ zeigt eine Kamera einen bösartigen Hund, der mit jedem Foto näher kommt. In [REC]² ist eine Tür nur per Nachtbildkamera zu sehen.

Auch in FRAGMENT spielt die Kamera des Kriegs-Fotografen Lloyd eine ungewöhnliche Rolle.
Lloyd wurde bei einem Einsatz im Irak von einem mit Uran angereicherten Splitter am Kopf getroffen.
Entfernen lässt sich dieses Fragment in seinem Kopf nicht, wird aber unausweichlich zum Tode führen, wie ihm sein Arzt in der Heimat erklärt.
Lloyds Leben ist trostlos. Seine Frau hat ihn verlassen, nennenswerte Freunde hat er nicht. Was ihm bleibt ist die Liebe zur Fotografie, doch als er eines Tages einen toten Vogel aufnimmt, erweckt er ihn damit wieder zum Leben.
Kurz darauf findet er in seinem neuen Apartment ein Snuff-Video auf dem die Vormieterin grausam getötet wird. Als er auch hiervon ein Bild macht, kann er nicht nur Opfer, sondern durch einen unglücklichen Zufall auch den Täter wieder unter die Lebenden holen.

Die im Irak spielende Anfangssequenz sieht nach einem Big Budget – Streifen aus. Ein Eindruck, den FRAGMENT allerdings schnell über den Haufen wirft. Dafür konstruiert der Film eine anständige Story, in deren Mittelpunkt natürlich Lloyd und dessen Leiden stehen.
Die große Frage ist, ob Lloyd sich die Ereignisse aufgrund des Splitters in seinem Gehirn nur einbildet oder ob sie wirklich stattfinden.

Interessant ist dabei in jedem Fall seine Beziehung zu Mordopfer Victoria, die plötzlich nackt und blutig in seinem Wohnzimmer steht. Da beide dem Tode näher sind als dem Leben entsteht zwischen ihnen eine -auch körperliche – Verbundenheit, die auf den Zuschauer gleichermaßen anziehend wie abstoßend wirken mag.
Gegenspieler ist natürlich der ebenfalls wiederbelebte Serienmörder. Dieser tritt stets völlig mit Öl verschmiert in Erscheinung, was optisch durchaus bedrohlich wirkt. Leider ist seine Stimme mit vermeintlich boshaften Effekten überladen.

Das Problem des Films ist seine Gleichförmigkeit. Abgesehen von den ersten Minuten können weder Handlung noch Handlungsorte neue Akzente setzen. So plätschert Lloyds Suche nach der Geschichte des Videos an recht belanglosen Locations vor sich hin, ohne dass der Spannungsbogen sichtlich angezogen wird, bevor ein weitestgehend austauschbares Finale den Schlusspunkt setzt.

Fazit: FRAGMENT gehört zu jenen Filmen, die mehr aus sich hätten machen können. Gute Ansätze sind sowohl in Grundidee als auch Umsetzung vorhanden, werden aber durch Längen überschattet.

Wayne Bradley, Bree Robertson, Ian McPhee Regie Andrew Miles Drehbuch Andrew Miles Länge ca. 85 min FSK ab 18 Veröffentlichung bereits veröffentlicht Verleih/Vertrieb MIG Sonstiges

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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