Evil Words

Evil Words (2003)

: Michel Côté, Patrick Huard, Catherine Florent
: Éric Tessier
: Patrick Senécal, Éric Tessier
: ca. 95 min
: ab 16
: 29.07.11 (DVD+BD)
: I-On NewMedia
: Kanada
: Störkanal
Unsere Wertung
7.5
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Evil Words (2003)

Patrick Senécal wird gerne als der kanadische Stephen King bezeichnet. Da verwundert es, dass der Mann, der seit 1994 bereits 10 Bücher veröffentlicht hat, keines davon auf den deutschen Markt werfen konnte. Dass dies nicht an mangelnder Qualität liegen muss, beweist das Beispiel Jack Ketchum, der auch über 25 Jahre benötigte, um hierzulande einen Fuss in die Tür zu bekommen. Ketchums Förderer? Stephen King.
So mag man hoffen, dass Senécal auch bei uns eines Tages gelesen wird; die bisherigen Verfilmungen seiner Romane lassen jedenfalls gutes erhoffen.

EVIL WORDS ist die dritte Verfilmung des Autors (chronologisch gesehen die erste) und während (der ebenfalls von Regisseur Éric Tessier inszenierte) 5110 ELM’S STREET ein Porträt einer skurrilen Familie lieferte und 7 DAYS durch realistische Härte glänzte, steht diesmal die Welt des Schriftstellers Thomas Roy im Mittelpunkt, der nach einem Selbstmordversuch in einer psychiatrischen Klinik landet. Am gleichen Tag erschießt ein Polizist 11 Kinder.
Als die behandelnden Ärzte Dr. Jeanne Marcoux, selbst ein Fan von Roy, und Dr. Paul Lacasse, feststellen, dass der Schriftsteller bei dem Amoklauf ebenfalls vor Ort war, ist dies nur der Anfang eines lange zurückliegenden Geheimnisses, das bald alle bedroht.

ACHTUNG ES FOLGEN LEICHTE SPOILER:
Wenn ein Schriftsteller im Film nicht nur über wahre Vorfälle schreibt, sondern durch sein Werk die Realität beeinflusst, fühlt man sich natürlich an John Carpenters DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS erinnert.
Aus der Luft gegriffen sind diese Vergleiche sicher nicht und es ist nicht auszuschließen, dass Senécal sich die Grundidee entliehen hat, doch ist sowohl der weitere Verlauf der Handlung, als auch der Stil der Verfilmung ein anderer.

Während DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS auf viele klassische Gruselelemente setzten und der dortige Schriftsteller Sutter Cane als Symbiose von H.P. Lovecraft und Stephen King (wieder dieser Name) zu verstehen war, ist EVIL WORDS nüchterner. Auch kommt der Film über weite Teile ohne viel grafische Gewalt aus, sondern erwähnt Brutalität nur verbal und überlässt vieles der Fantasie des Beobachters.
Erst in der zweiten Filmhälfte, die noch einmal den Kurs wechselt und als Rückblick auf Roys bisheriges Leben okkulte Züge annimmt, wird es auch blutiger.

Im Vergleich der Verkörperung von Sutter Cane und Thomas Roy hat Cane-Darsteller Jürgen Prochnow allerdings die Nase vorne. Patrick Huard wirkt als Thomas Roy etwas unglücklich gewählt.
Ansonsten kann man über die schauspielerische Leistung aber nicht meckern.

Selbiges kann über das Gesamtergebnis im Großen und Ganzen auch gesagt werden. Zwar werden sich Horrorprofis nicht nur an andere Filme erinnert fühlen, sondern hier und da auch ohne Glaskugel die zukünftige Handlung erraten, interessant bleibt EVIL WORDS aber dennoch.

 

 

 

Außerhalb der Bewertung des eigentlichen Films ist die Tatsache ärgerlich, dass man sich in der sonst so liebevoll gestalteten Störkanal-Reihe zum wiederholten Male nicht die Mühe gemacht hat, im Film eingeblendete Schriftstücke in irgendeiner Weise zu übersetzen.
So musste ich mich in diesem Fall mit dem bereits eingestaubten Schulfranzösisch trösten, um alles mitzubekommen.

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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