Djinn – Dämonen der Wüste (2010)

Ein DJINN ist in unseren Breitengraden meist als Flaschengeist bekannt, bezeichnet in der arabischen Mythologie aber auch andere Arten von Geistern und Dämonen.
Jene Wesen sind es auch, die in diesem Film einem Trupp französischer Soldaten Probleme bereiten.

Man schreibt das Jahr 1960: Nachdem in der algerischen Wüste ein Flugzeug abgestürzt ist, werden die Männer mit dem Auftrag dorthin geschickt nach dem Rechten zu sehen, vor allem aber einen Koffer mit heiklem Inhalt zu bergen. Das Wrack ist schnell gefunden und alle Besatzungsmitglieder tot, doch bevor die Soldaten sich auf den Heimweg machen können, werden sie von algerischen Widerständlern angegriffen.
Die Überlebenden können im Schutze eines Sandsturms entkommen und fliehen in ein labyrinthartiges Dorf in dem nur Frauen, Kinder und Alte leben. Doch etwas ist ihnen gefolgt…

Während viele Filme mit Gut und Böse aufwarten, gibt es bei DJINN drei Parteien und während man als Zuschauer schon Probleme hat, die Mitglieder der französischen Soldaten unter einen Hut zu bringen, hegt man spätestens am Ende des Films auch für Algerier und Dämonen gemischte bis positive Gefühle.

Als Kulisse bietet der Film naturgemäß viel Sand und Wüste und so erinnert die Szenerie des Flugzeugwracks etwas an den Klassiker DER FLUG DES PHOENIX, die optische Gestaltung der DJINN leider etwas zu sehr an die Effekte von DIE MUMIE aus 1999. Auch wenn die Geister meist nur kurz im düsteren Bild zu sehen sind, wurde der Computer etwas zu stark bemüht.
Ansonsten lässt sich über die handwerkliche Seite aber nur wenig schimpfen.

DJINN ist eine französisch-marokkanische Produktion und während Marokko ein weitestgehend weißer Fleck auf der Horrorfilm – Landkarte ist, ist französischer Horror immer etwas Besonderes. Auch wenn nicht jeder Film ein Volltreffer sein kann wie die oft zitierten HIGH TENSION oder MARTYRS, sind die Werke doch immer mit einem Hauch Kunst, Ästhetik und Anspruch verbunden.
DJINN bildet dabei keine Ausnahme und spielt hintergründig auf ein Unrecht an, dass Frankreich seiner ehemaligen Kolonie Algerien antat. Mehr dazu hier (aber Achtung: Spoilergefahr).

Während die erste Hälfte des Films vor allem als Kriegs- und Abenteuerfilm durchgeht, kommt Grusel erst im zweiten Teil auf. Damit einher gehen aber auch viele Längen und zudem der Verlust des Überblicks über Freund und Feind.

Fazit: Schade, hier hätte man mehr rausholen können. Story, Machart, Story, Gewalt und Grusel stehen in einem guten Verhältnis. Das hilft aber nichts, wenn der Zuschauer sich langweilt.

[xrr rating=4.5/10]

Facts

Darsteller Grégoire Leprince-Ringuet, Thierry Frémont, Saïd Taghmaoui
Regie Hugues Martin, Sandra Martin
Drehbuch Hugues Martin, Sandra Martin
Länge ca. 100 min
FSK ab 16
Veröffentlichung 04.02.11 (DVD / Blue Ray – Verkauf)
Verleih/Vertrieb Universum
Sonstiges
Djinn - Dämonen der Wüste (2010), 3.0 out of 10 based on 1 rating

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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