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Die Meute (2010)

: Yolande Moreau, Émilie Dequenne, Benjamin Biolay, Philippe Nahon
: Franck Richard
: Franck Richard
: 78 min.
: ab 18
: 05.05.11 (DVD+BD Verleih) 16.06.11 (DVD+BD Verkauf)
: Sunfilm / Tiberius
: Frankreich
Unsere Wertung
4.0
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User Score:
5 votes
4.4

Die Meute (2010)

DIE MEUTE war der Eröffnungsfilm des Fantasy Film Fests 2010 und während ich der Meinung war, dass dies ein Privileg ist, dass man sich verdienen muss, steht seit kurzem fest, dass ein „Eröffnungsfilm“ offenbar mit einer Newcomerband zu vergleichen ist, die man morgens um 9 auf einem Musikfestival verheizt.

Man kennt ja die Kneipen in denen es italienische Pizza, asiatische Nudeln, türkische Döner, indisches Curry, amerikanische Hamburger UND deutsche Currywurst gibt…meist ist nichts davon wirklich gut.
DIE MEUTE versucht es ebenfalls jedem Recht zu machen und braut einen Eintopf mit Elementen von Roadmovie, Western, Zombiefilm, Creature Feature, schwarzer Komödie und Torture-Porn. Ein paar der Zutaten schmeicheln durchaus dem Gaumen, andere haben das Verfallsdatum lange überschritten.

In DIE MEUTE nimmt die junge Charlotte auf dem Weg in den Süden den Anhalter Max mit.  Als die beiden in einer heruntergekommenen Spelunke Halt machen, werden sie zunächst von einer Gruppe Rockern belästigt, dann kehrt Max nicht vom Toilettengang zurück. Als sich Charlotte auf die Suche nach ihm macht, wird sie von der Wirtin niedergeschlagen und findet sich in einem Käfig wieder.

Eines muss man dem Film lassen, man weiß nie was die nächsten Minuten bringen, was aber häufig den abstrusen Wendungen und selten der Qualität des Drehbuchs geschuldet ist. Bereits die Tatsache, dass Charlotte nicht einfach ihre Reise fortsetzt, sondern sogar nachts in die Kaschemme einbricht, ist zweifelhaft.
Dazu kommen fragwürdiges Acting und pseudocoole Sprüche, die es seit den 80ern nicht mehr zu hören gab.

Während man in Frankreich für gewöhnlich eigene cineastische Wege geht, wirkt DIE MEUTE recht amerikanisch, was nicht nur daran liegt, dass die Kneipe, die einen der Hauptschauplätze stellt, „Saloon“ heißt und die 3 Biker wie die typischen Outlaws eines Westerns wirken.

Als Trostpflaster gibt es ein Wiedersehen mit Philippe Nahon (u.a. der Killer in HIGH TENSION) und außerdem schmutzige Bilder, wie man sie scheinbar nur in Frankreich findet. Echte Atmosphäre (gleich welcher Art) will aber dennoch nicht entstehen, da die Stimmung des Zuschauers immer wieder in neue Richtungen gedrängt wird und wenn man innerhalb von Sekunden aufeinander schießt und dann miteinander lacht, erlangt man statt Glaubwürdigkeit nur ungläubiges Stirnrunzeln.
Einen guten Eindruck machen hingegen die durch Blut angelockten aus dem Boden kriechenden Zombies/Kreaturen.
Mit Brutalität geizt der Film nicht, liegt aber hinter der Brachialität der französischen Großtaten der letzten Jahre.

Fazit: Kein Fisch, kein Fleisch, aber auch für Vegetarier nur bedingt schmackhaft.

Den deutschen Trailer (mit einer der besten Szenen des Films) findet ihr ausnahmsweise nicht hier, aber über diesen Link.

 

Die Meute (2010), 4.4 out of 10 based on 5 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

5 Kommentare

  1. Nightmar3
    12 Mai 2011, 3:41 pm

    Diese Bewertung fällt meiner Meinung nach noch zu freundlich aus.
    Unmögliche Synchronisation der französischen Stimmen, unpassende Musik und verwirrende Schnitte sowie absolute Sinnlosigkeit der Handlung, in die man im übrigen ohne Vorwarnung geworfen wird machen diesen Film zu einem grausamen Spektakel.

  2. Maxx
    13 Mai 2011, 9:59 am

    Das Review ist super geschrieben, habe gut gelacht 😉
    Leider trifft das auch auf den Film zu, der geht nämlich leider in Richtung lächerlich statt schockierend!
    Insofern kann ich mich der Meinung von Nightmar3 nur anschließen…

  3. PsychoFaser
    18 Mai 2011, 11:47 am

    Dieser Film ist so schlecht, dass es eigentl. Zeitverschwendung ist ihn zu kritisieren…An vielen Stellen schlechte schauspieletische Leistungen, ein super grottiges Drehbuch, unlogisches Verhalten und Handlungen bis zum gehtnichtmehr, die Story ist mehr als nur an den Haaren herbeigezogen und die Auflösung ist einfach nicht nachzuvollziehen… Wie schon im Review grschrieben werden zuviele Elemente miteinander vermischt, die einfach nicht zusammenpasse, wobei das lächerlichste die zombies sind. Das einzig halbwegs positive an diesem schlechten Film sind die gelungenen spezialeffekte, für die allem Anschein nach auch ein erheblicher Teil des budgets draufgegangen ist.
    Ich kann jedem der seine Zeit nicht sinnlos vergeuden will nur abraten von diesem Film.

  4. anna
    19 Mai 2011, 4:20 pm

    @ psychofaser: wäre geil gewesen hätteste nur geschrieben “dieser film ist so schlecht, das es eigentl. Zeitverschwendung ist ihn zu kritisieren”, aber wo du recht hast…hast du recht 😉

  5. LoveHorror
    14 Apr 2012, 7:15 pm

    Grottenschlecht wirklich! Wie sollte man sich bitteschön ab einer Handlung gruseln, die total unlogisch, unzusammenhängend und einfach nur dämlich ist. Ich finde es eine Schade, dass solch ein Drehbuch überhaupt verfilmt wird!
    Als ich auf der DVD-Hülle vom “mästen” las, stellte ich mir etwas ganz anderes vor (Kannibalismus?), insofern lag es vielleicht zu einem ganz kleinen Teil an meiner Erwartungshaltung.
    Meiner Meinung nach scheitert der Film in erster Linie an fehlenden Erklärungen oder einer Auflösung, die allem einen Sinn und Zusammenhang verleihen würde. Tja schade. Bloss nicht ansehen!

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