Destination Death (2009)

Eine Gruppe Teenager macht eine Rundreise durch Marokko. Eine von ihnen ist die begeisterte Fotografin Clarissa. Als ihr moderner Apparat abhandenkommt, kauft sie auf einem Bazar eine alte Sofortbildkamera. Doch das Gerät erweist sich als tödlich: jeder der damit fotografiert wird, stirbt kurze Zeit später.

Der deutsche Filmtitel (im Original einfach SMILE) verrät wohin die Reise gehen soll. Man will sich mit FINAL DESTINATION messen und vergleicht den Film auf der DVD-Hülle zudem mit FREITAG, DER 13.
Während in DESTINATION DEATH und FINAL DESTINATION ein (im weiteren Sinne) Fluch die Opfer vorbestimmt, sind gewisse Parallelen gegeben, einen typischer Slasher wie die Jason-Filme haben wir hier aber nicht vorliegen.

Was DESTINATION DEATH zu bieten hat ist die ungewöhnliche Location Marokko (obwohl der Film eine italienische Produktion ist) und damit einhergehend einige landestypische Begebenheiten. Zudem wird die Gruppe von Clarissa eingangs auf kreative Art vorgestellt, was schnell einen Überblick verschafft, mit wem man es zu tun hat.
Leider scheint es aber so, als wäre Autor und Regisseur Francesco Gasperoni auch nicht in der Lage gewesen, eine stückweise Charakterisierung in die Handlung einzubauen. Daher fällt eigentlich nur Tommy als Raubein etwas auf.
Auch die Dialoge klingen nicht nach einem aufregenden Urlaub und sind meist im Bereich: „Wir sollten nach ABC fahren“ „Oh ja, das wäre cool“ angesiedelt. Sätze eben, die man Leuten in den Mund legt, die kein Eigenleben haben.

Das Wichtigste ist aber in diesem Fall die Umsetzung der knipserei-bedingten Tode und dort hätte man sich einfach mehr Einfallsreichtum gewünscht. Wer stirbt ist ohnehin klar, aber wo in den FINAL DESTINATION – Filmen einige abgefahrene Ideen und sauberes Handwerk geboten werden, bekommt man in DESTINATION DEATH teilweise nur noch die „fertig bearbeitete“ Leiche zu Gesicht, während die Ursache nur zu erahnen ist oder von unseren Protagonisten verbal übermittelt wird.
Das recht planlose Umherirren durch nordafrikanische Wälder ist dann auch nicht spannend genug umgesetzt, dass es all diese Schwachstellen kaschieren könnte.

Immerhin, die Auflösung ist anständig und die letzte Szene liefert ein fieses Ende, das sich wahrlich nicht verstecken muss und den Film noch etwas aufwertet.
Leider liegt zwischen Start und Ziel eine lange Durststrecke.

Fazit: Schade, es wäre schön gewesen aus Italien wieder einmal ein Lebenszeichen in Sachen Horrorfilm zu erhalten, doch DESTINATION DEATH ist bestenfalls ein Zucken.

Übrigens: Bitte nicht vom roten FSK-Aufkleber irritieren lassen. Der Film selbst ist „ab 16“ freigegeben, was auch angemessen erscheint. Für die „ab 18“ Einstufung ist allein der auf der Disc enthaltene Trailer zu I SPIT ON YOUR GRAVE verantwortlich.

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. Alex1979
    21 Jun 2011, 1:04 pm

    “Für die „ab 18“ Einstufung ist allein der auf der Disc enthaltene Trailer zu I SPIT ON YOUR GRAVE verantwortlich.”

    Das is haarscharf an der Grenze zur Verarschung … oder sogar einen Schritt weiter. Merkwürdige Herangehensweise, um einer DVD das “FSK 18” Siegel verpassen zu können 🙁

  2. Cookie
    24 Jun 2011, 6:17 pm

    Seh ich genauso wie Alex Ôo Grenzt wirklich an Verarschung…
    Man sollte an dieser Stelle erwähnen, dass “I SPIT ON YOUR GRAVE” ein geiler Film ist – guckt lieber den als “Destination Death” *augen roll* 😉

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