Der letzte Tempelritter

Der letzte Tempelritter (2011)

: Nicolas Cage, Ron Perlman
: Chris Sparling
: Bragi Schut jr.
: ca. 91 min
: ab 16
: 19.08.2011 (DVD+BD)
: Universum Film
: USA
Unsere Wertung
4.0
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7.0

Der letzte Tempelritter (2011)

In DER LETZTE TEMPELRITTER werden die desertierten Ritter Behmen und Felson dazu gebracht, eine angebliche Hexe, die für den Ausbruch der Pest verantwortlich gemacht wird, in ein entlegenes Kloster zu überführen.
Die Reise ist gefährlich und bald stellen sich die Bewacher der jungen Frau die Frage, mit wem sie es zu tun haben.

Schon die ersten Minuten von DER LETZTE TEMPELRITTER stellen klar, dass die Hexenjagden im Mittelalter durchaus ihren Sinn hatten. Hier werden einige angeklagte Damen mit bewährten und bekannten Methoden aus dem Weg geräumt, erstehen aber genauso schnell wieder auf.
Dieselben Freiheiten haben sich die Macher des Films dann auch gleich überall genommen.
Die Pest wütet in Europa zu einer Zeit in der es keine Pest gab, es finden Kreuzzüge statt, die längst beendet waren und es kämpfen Tempelritter, deren Orden zu dieser Zeit lange aufgelöst war.
Und wem diese Anachronismen nicht reichen wird hier erleben, wie die küstenlose Steiermark plötzlich ans Meer verlegt wird.
Dagegen ist die Frage, warum Nicolas Cage „DER LETZTE TEMPELRITTER“ sein sollte, wo doch noch andere Templer zu sehen sind, vernachlässigbar.
Doch genug der Haarspaltereien.

Die Handlung schreitet zügig voran. Man verliert sich nicht in unnötigen Details und der Hauptaugenmerk liegt auf der Reise und der Frage, ob die junge Gefangene Mensch, gute Hexe oder böse Hexe ist.  Daneben sehen wir immer wieder anständig umgesetzte Action und Abenteuer.

Lobenswert ist die düstere Darstellung des Mittelalters zu denen auch die zahlreichen Pesttoten gehören. Über weite Strecken bedient man sich dann auch klassischer Gruselelemente, die an Hammer-Studio-Filme der 60er erinnern: Nebel, Wölfe, Wälder und Burgen. Erst am Ende des Films wird die deutlich sichtbare CGI-Keule ausgepackt, was wie immer Geschmackssache ist.

Das gleiche gilt auch für die Darstellung der Figuren. Wenn Behmen (Nicolas Cage) und Felson (Ron Pearlman) vor, WÄHREND und nach einer Schlacht zum Scherzen aufgelegt sind, waren diese mittelalterlichen Kriege ja wohl eher harmlos. Ein Eindruck, der durch die Blutarmut, mit der man meuchelt und schlachtet, unterstrichen wird. Andererseits kennt man unpassende flotte Sprüche aus vielen Filmen und drückt dann gerne mal ein Auge zu.

Schauspielerisch ragt Ron Perlman (DER NAME DER ROSE, HELLBOY) heraus. Oscar-Preisträger Nicolas Cage (DRIVE ANGRY, LORD OF WAR) trägt hingegen wieder einmal ein heldenunwürdiges Toupet und schafft es nur selten sein typisches besorgt-fragend-ängstliches Stirnrunzeln zu variieren.

Fazit: DER LETZTE TEMPELRITTER richtet sich an ein reines Mainstream-Horror-Publikum; Menschen, die UNDERWOLRD oder VAN HELSING mochten oder gerade erst ins Genre einsteigen. Eine erfahrenere Zielgruppe wird Regisseur Dominic Sena (PASSWORD:SWORDFISH, NUR NOCH 60 SEKUNDEN), der selbst Grusel-Rookie ist, mit Schauermär kaum ansprechen. Die Geschichte ist auch ohne Glaskugel auf 10 Minuten vorhersehbar und selbst die raren Schockversuche finden sich genau dort, wo man sie vermutet.

Der letzte Tempelritter (2011), 7.0 out of 10 based on 4 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

2 Kommentare

  1. Ratte
    03 Sep 2011, 2:42 pm

    Und wo ist das Horror?
    Irgndwie geht das hier zu Zeit in eine komische Richtung was die Reviews angeht..
    Dieser Film gehört eigentlich auf die actionheld.com – Seite.

  2. Mick
    03 Sep 2011, 4:34 pm

    Hättest du ihn dort reviewed, hätten wir uns hier die Arbeit gespart. 🙂
    Davon abgesehen sind Hexen, Werwölfe, Dämonen usw. nunmal grundlegende Horrorbestandteile.
    Was wir über die Umsetzung denken, kann man ja im Review lesen…

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