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Der letzte Exorzismus (2010)

: Patrick Fabian, Ashley Bell, Iris Bahr
: Daniel Stamm
: Huck Botko, Andrew Gurland
: 83 min
: ab 18
: 08.02.11 (Verleih DVD + BD) 03.03.11 (Verkauf DVD+BD)
: Kinowelt
Unsere Wertung
7.0
VN:F [1.9.22_1171]
User Score:
6 votes
7.0

Der letzte Exorzismus (2010)

DER LETZTE EXORZISMUS geht nach einem ungewöhnlichen Muster vor.
Zunächst legt der Film in Form von Hauptcharakter Cotton Marcus alle Karten auf den Tisch, der mutig über seine eigenen zwielichtigen Machenschaften plaudert und zudem Einblicke in billige Spezialeffekte gibt, die zweifelsohne auch schon in Horrorfilmen zu sehen waren.

Cotton Marcus ist Prediger und Exorzist…und er ist bereit auszupacken. Dafür hat er ein zweiköpfiges Kamerateam an seiner Seite, deren Aufgabe es sein soll, die zweifelhaften Werke zu belegen, mit denen Cotton sein Geld verdiente. Denn nun soll damit Schluss sein.
Einen letzten „Exorzismus“ will er noch durchführen und sich auch dabei filmen lassen. Sein Weg führt ihn dazu auf die Farm der Sweetzers nach Louisiana, wo die 16jährige Nell von Dämonen besessen sein soll.
Das bestätigt auch Cotton dem besorgten Vater Louis und greift wieder tief in die Trickkiste.
Schnell ist der Teufel ausgetrieben und der Exorzist mit vollen Taschen zurück im Motel, doch als dort in der Nacht eine völlig verstörte Nell auftaucht ist das nur der Anfang einer Reihe von Ereignissen, für die Cotton keine Erklärung hat.

DER LETZTE EXORZISMUS ist eine Pseudo-Doku, die wie gewohnt harmlos beginnt und die Daumenschrauben der Spannung immer mehr anzieht. Wenn Patrick Fabian als Cotton eingangs in einer Predigt von Bananenbrotrezepten erzählt um damit die Leichtgläubigkeit seiner Schäfchen aufzuzeigen kommt sogar gute Laune auf. Er ist ein charismatischer Typ, von dem man einen Gebrauchtwagen kaufen würde, wohlwissend, dass man an der nächsten Kreuzung liegen bleiben wird, aber auch, dass er die Schleuder wieder in Zahlung nehmen würde. Mit anderen Worten: ein Schlitzohr, aber mit einem Rest Anstand.
Auch die anderen Schauspieler agieren sicher und füllen ihre Rollen mit Leben.

Angesiedelt im sogenannten Bible-Belt der USA, spielt der Film gekonnt mit den Elementen von Glaube und Aberglaube und stellt klar, dass beides nicht allzu weit auseinanderliegt.
Dabei verstrickt sich Cotton selbst in Widersprüchen, als er dem äußerst gläubigen Louis Sweetzer zunächst von Dämonen erzählt und später plötzlich versucht weltlichere Lösungen wie Psychologen und Ärzte zu finden, von denen er sich mehr erhofft als von Gebeten.
Ähnlich wie die Erklärungen, sind auch die Bedrohungen unterschiedlicher Natur: anders als z.B. bei DER EXORZIST gibt es nicht nur den Teufel, den es auszutreiben gilt, Gefahren drohen auch von menschlicher Seite.

Mockumentarys sind naturgemäß um Authentizität bemüht. DER LETZTE EXORZISMUS ist da keine Ausnahme, bietet aber kein Rohmaterial, sondern ist teilweise mit Musik unterlegt und enthält diverse Schnitte. Gerade bei Cottons zweitem Exorzismus an Nell wird recht rasant geschnitten und man fragt sich, ob dies alles von einer einzigen Kamera gleichzeitig gefilmt wurde.
Musik ist natürlich in Horrorfilmen ein wichtiger Bestandteil und taucht sicher auch in Dokumentationen auf, nimmt hier aber dennoch einen Teil der Glaubwürdigkeit.
An der Effektfront hält sich der Film auf angenehme Weise zurück, wohl wissend, dass man ohnehin wie bei Cottons eigenen Tricks nach den versteckten Bindfäden suchen würde.

Anders als beispielsweise [REC], CLOVERFIELD oder BLAIR WITCH PROJECT macht DER LETZTE EXORZISMUS aber den Fehler, dass die Lage der Protagonisten nicht in einer zunehmend ausweglosen Situation gipfelt, was das Mitgefühl für die Protagonisten etwas mindert, die einige Male die Chance hätten zu verschwinden.
Positiv sind hingegen einige nachvollziehbare Wendungen, die auch am Ende noch Platz für Interpretationen lassen.

Fazit: An die oben erwähnten Referenzwerke reicht DER LETZTE EXORZISMUS nicht heran, trotzdem wird kurzweiliger Grusel geboten.

Der letzte Exorzismus (2010), 7.0 out of 10 based on 6 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

13 Kommentare

  1. Johnny
    16 Feb 2011, 8:45 pm

    Eine, meiner Meinung nach, zu großzügig vergebene Bewertung.
    Der Film bietet hingegen aller Erwartungen tatsächlich mal eine wirklich innovative Story. Gekoppelt an die pseudo One-Shot-Kameratechnik hätte dieser Film einer der Besten des Jahres werden können.
    Die Spannung bleibt konstant bis zum Showdown erhalten. Ich hätte wirklich heulen können für so ein derart miserabeles Ende. Die ganze Umsetzung der Szene, bei der Nell in einer Sektenzeremonie dieses lächerliche “Ding” gebährt, ist schlicht gesagt schlecht umgesetzt. Es scheint als ob die Macher des Films unter allen Umständen noch einen drauf setzen wollten und dabei raus kam … Dass ein 7,5/10 Sternefilm maximal 5/10 verdient hat.
    Sehr schade.

  2. Alex1979
    18 Feb 2011, 12:49 pm

    So gehen die Meinungen außeinander. Von mir hätte der Streifen höchstens 3 Sterne bekommen, wegen der originellen Idee – aber den Rest fand ich Banane. DAS GROßE WARTEN hätte besser als Titel gepasst! Man wartet, das was passiert, und wartet und wartet und wartet, dann bricht ein Knochen, und dann … kann man wieder warten. Da finde ich den Wetterbericht im Radio spannender 😉

  3. Märy Cherry
    18 Feb 2011, 4:27 pm

    Dieser Film war einer der schlechtesten die ich je gesehen hab (sogar noch unter Paranormal Activity), die Schauspieler waren mies und nervig und die “Hauptdarstellerin” war echt kaum zu ertragen. Das Ende war bodenlos und die Leute haben bei diesem Film sogar das Kino verlassen – das sagt schon alles. Das sowas in die Kinos kommt is einfach nur eine Frechheit und die € 10 dafür hätt ich auch im Klo runter spülen können ^^ 0,5 / 10 Punkten

  4. Mick
    18 Feb 2011, 6:18 pm

    @Märy: Deine Meinung in Ehren und du stehst damit ja auch nicht alleine da, aber wenn es der schlechteste Film ist, denn du kennst, hattest du wohl bisher Glück.
    Da wäre THE DREAD gut geeignet. Danach würde der letzte Exorzist gar nicht mehr so übel aussehen 🙂

  5. Märy Cherry
    18 Feb 2011, 6:49 pm

    Noch schlechter? Das geht ja dann schon fast in Richtung Körperverletzung :PP, aber gut, dann weiß ich, was ich mir sicher NICHT anschauen werd gg

  6. Johnny
    20 Feb 2011, 9:02 pm

    @Märy: Darf ich mal nachfragen welche Filme du als gut einstufen würdest?

  7. Bigtürkiin
    20 Apr 2011, 4:21 pm

    der film war so zum kotzen das ich nachts eingeschlafen bin.!

  8. Sheri Moon
    20 Apr 2011, 10:49 pm

    Das Ende war so Grottenschlecht….hätte was gutes werden können. Eli Roth hat was auffem Kasten..aber dieser Film ist einfach nur Enttäuschend…ich hatte eindeutig zu hohe Erwartungen:)

  9. Mick
    20 Apr 2011, 11:09 pm

    Roth war eben nur der Produzent. Damit wird zwar gerne auf Covern und Postern geworben, über das Ergebnis sagt es aber wenig aus.

  10. Sheri Moon
    21 Apr 2011, 9:41 am

    Eine Täuschung also:)haha,wie gesagt, gute Idee,auch ein paar Momente,wo ich nicht hinsehen konnte, aber das Ende hat den kompletten Film und die aufgebaute Spannung zerstört..

  11. horrorfreundin
    25 Jan 2012, 12:51 pm

    hab zwar schon schlechtere filme gesehen, aber meiner meinung nach muss man den nicht gesehen haben

  12. fstzh
    26 Feb 2012, 8:37 pm

    die 3 Euro bei der videothek hätte ich mir sparen können…
    vielleicht bringt der zweite teil ja ein bischen mehr sinn
    in die ganze sache^^

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