Dear, Mr. Gacy

Dear, Mr. Gacy (2010)

: Jesse Moss, William Forsythe
: Svetozar Ristovski
: Kellie Madison
: ca. 103 min
: ab 18
: 22.09.11 (DVD)
: DTP Entertainment AG
: Kanada
Unsere Wertung
5.0
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5.0

Dear, Mr. Gacy (2010)

John Wayne Gacy zählt zu den berüchtigsten Serienmördern der USA, er ermordete in den 70er Jahren 33 junge Männer. Über sein und das Leben anderer Serienmörder, gab es schon zahlreiche Verfilmungen. Bisher sind diese aber meist nicht wirklich gut gelungen.
Nun trauen sich die Kanadier mit DEAR, MR. GACY einmal ganz anders an die Sache heran. Hier wurde nicht sein Leben und seine Morde verfilmt, sondern die Geschichte eines Kriminologiestudenten erzählt, der eine Hausarbeit über Gacy schreiben will und Kontakt zu dem Inhaftierten aufnimmt. Vorlage hierfür war das Buch “THE LAST VICTIM” von Jason Moss, in dem er seine Erlebniserfahrungen mit bekannten Serienmördern und ganz besonders John Gacy schildert.

Der Film zeigt uns die Reise in die Psyche eines sadistischen Mörders und welche Folgen das mit sich bringen kann. Wie sehr kann man sich auf die Gedanken eines Geisteskranken einlassen, ohne dass diese Einfluss auf einen nehmen?

Der junge Jason steht noch am Anfang seines Studiums und geht mit jugendlichem Leichtsinn an die Sache heran. Aus einem einfachen Brief werden sehr schnell lange und intensive Telefonate, in denen Gacy ihn immer weiter in die Defensive drängt. Es beginnt ein Psychospiel, welches stark an DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER erinnert. Wie auch dort erscheint der Mörder, trotz Inhaftierung, erschreckend nah und bedroht das Leben außerhalb der Gefängnismauern. Die Gespräche mit John beeinflussen Jason immer mehr und die Beziehung zu ihm geht weit über die einer beruflichen hinaus. Es ist unklar wer an welcher Stelle die Fäden in der Hand hält und wie weit Jason geht um das was Gacy bewegt nach zu empfinden.

Der Film entspricht im Ganzen eher einem Psychothriller und keinem Horrorfilm. Er ist definitiv keine leichte Kost für zwischendurch und die Nähe zur Realität macht diesen Film sehr intensiv. Es werden wirklich stattgefundene Interviews mit Gacy nachgestellt und wir sehen echtes Bildmaterial aus dieser Zeit. Dennoch wird sich Regisseur Svetozar Ristovski etwas an der künstlerischen Freiheit bedient haben. Wer sich also besonders für derartige Psychologie interessiert, sollte das Buch lesen. Wie realistisch der Film tatsächlich ist, wird sich wohl erst danach sagen lassen. Man hat es aber geschafft dem Zuschauer zumindest einen ersten Einblick zu verschaffen.

Mit William Forsythe (THE DEVILS REJECTS) wurde eine gute Wahl für den John Wayne Gacy getroffen, auch Jesse Moss (TUCKER&DALE VS.EVIL, die Namensähnlichkeit ist Zufall) ist gut in der Rolle des Jason Moss. Immer wieder kleine aber intensive Gefühlsausbrüche der Charaktere halten den Film am Laufen.  Auch wenn immer wieder kurze Einblicke in das Geschehene geliefert werden, sehen wir keinen Mord.
Man sollte sich den Film ansehen, wenn man sich für die Thematik interessiert, ansonsten kann es sein, das man sich langweilt.

Dear, Mr. Gacy (2010), 5.0 out of 10 based on 1 rating

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Geschrieben von May | Reviews (Filme)

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