Das Deutsche Kettensgenmassaker

Das deutsche Kettensägenmassaker (1990)

: Karina Fallenstein, Alfred Edel
: Christoph Schlingensief
: Christoph Schlingensief
: ca. 63 min
: ab 16
: 10.10.2004 (DVD)
: Filmgalerie 451
: Deutschland
Unsere Wertung
1.5
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6.0

Das deutsche Kettensägenmassaker (1990)

Christoph Schlingensiefs Film beschäftigt mit der Zeit nach dem Berliner Mauerfall und der Wiedervereinigung. So ist folgendes auf der DVD zu lesen:

„Seit Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 haben Hunderttausende DDR-Bürger ihre alte Heimat verlassen. Viele von ihnen leben heute unerkannt unter uns.
4% kamen niemals an.“

Es macht durchaus Sinn, dass man diesen Film 20 Jahre nach der Wiedervereinigung und kurz nach dem Tod des Regisseurs neu auflegt, doch muss man sagen, dass die Relevanz heutzutage kaum noch messbar ist.
Wie der Name andeutet war Tobe Hoopers „Texas Chainsaw Massacre“ ein Einfluss. Hooper spielte in seinem legendären Film auf den Vietnamkrieg an, in den man junge ahnungslose Menschen schickte, die dann verstümmelt oder tot zurückkehrten.
Die Idee greift Schlingensief in seinem Werk auf und zeigt eine Reihe Ostdeutscher, die nach der DDR-Grenzöffnung ahnungslos in eine vermeintlich bessere Zukunft gen Westen stolpern, dort aber (im wörtlichen und übertragenen Sinne) massakriert werden.

Die dick aufgetragene Gesellschaftskritik mag sicher angemessen sein, die Umsetzung ist aber ein Katastrophe:
Die Schauspieler schreien sich unnötigerweise die meiste Zeit an und wirken wie Theaterschauspieler, denen man nicht rechtzeitig mitgeteilt hat, das übertriebenes Mienenspiel und Lautstärke beim Film nicht angebracht sind. Auch die restliche darstellerische Leistung liegt zwischen unverständlich und debil. Für manche mag das Kunst sein, aber eigentlich ist es Rotz.

Die bunt zusammengewürfelte Ausstattung und öden Effekte hätte man auch in einem Helge Schneider – Film nicht übler sehen können, über das schlechte Bild soll an dieser Stelle gar nicht erst gesprochen werden.
Auf banale Dinge wie Dramaturgie oder auch Aufbau einer Bindung zu den Charakteren verzichtet Schlingensief vollkommen. Hier ist einer so unsympathisch wie der andere.
Raum für Handlung bleibt zwischen Schreien, Schlachten und Sterben ohnehin nicht, und nicht mal die Gewalt ist gut umgesetzt.

Es gibt wohl nur zwei Personengruppen, die diesen Film mögen. Die einen dürften verkappte Pseudo-Künstler sein, die stolz darauf sein wollen den Sinn in diesem „Meisterwerk“ verstanden zu haben, die anderen sind „Wessis“, die noch immer nicht über die Wiedervereinigung hinweg sind.

Beim besten Willen, außer dass er nur etwa 63 min lang ist, kann ich an diesem Film kaum etwas Positives erkennen.

Das deutsche Kettensägenmassaker (1990), 6.0 out of 10 based on 2 ratings

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Geschrieben von Mick | Reviews (Filme)

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